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Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Es war nur ein kurzes Intermezzo, der Höhenflug des Euro gegenüber dem US-Dollar Ende Februar: Notierte die Gemeinschaftswährung Anfang des vergangenen Monats noch bei 1,31, stieg sie zwischenzeitlich auf über 1,35 US-Dollar, gab dann aber wieder nach, so die Deutsche Börse AG.
Jetzt werde der Euro abermals zu 1,31 US-Dollar gehandelt. "Den Wendepunkt markierte der Auftritt von FED-Chef Bernanke im US-Kongress, wo deutlich wurde, dass eine weitere quantitative Lockerung derzeit nicht zu erwarten ist", erläutere die Commerzbank. Am selben Tage habe die EZB ihren neuen Dreijahrestender mit einem Rekordvolumen zugeteilt.
Zudem belaste die Unsicherheit um den Schuldenschnitt für griechische Anleihen den Euro: Bis zum morgigen Donnerstag müssten sich private Gläubiger entscheiden, ob sie auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten wollten. Sei das nicht der Fall, wäre dies ein erheblicher Rückschlag für den Sanierungsplan.
Christian Apelt von der Helaba mache sich allerdings keine allzu großen Sorgen um die Gemeinschaftswährung: "Das Allerschlimmste in der Eurokrise sollte vorbei sein", meine der Devisenanalyst. Durch die anstehende Entscheidung seitend der Gläubiger befürchte er keine größeren Verwerfungen, auch wenn das Thema Griechenland in den kommenden Monaten präsent bleiben werde. "Der Dreijahrestender wirkt sich außerdem nur kurzfristig negativ aus", ergänze Apelt. Das sei auch beim ersten Langfristtender im Dezember der Fall gewesen. "Längerfristig wird der Euro von der mit steigender Liquidität wachsenden Risikoneigung profitieren."
Auch Sintje Boie von der HSH Nordbank sei optimistisch: "Es wird zwar immer wieder Rückschläge durch die Schuldenkrise geben, der Kurs könnte auch zwischenzeitlich unter 1,30 US-Dollar rutschen. Wir gehen aber davon aus, dass sich die Eurozone weiter stabilisieren und es zu keinem Austritt Griechenlands kommen wird." Für die Jahresmitte prognostiziere die Bank noch einen Kurs von 1,30 US-Dollar zum Euro, dann werde der Euro aber erstarken und bis auf 1,40 US-Dollar klettern.
Laut Commerzbank sei ebenfalls nicht mit einer nachhaltigen Stärke des US-Dollars zu rechnen. "Sollte die Erholung der US-Wirtschaft ins Stocken kommen, wird die FED wieder auf die Thematik weiterer Anleihekäufe zurückkommen, zumindest aber diesbezüglich Phantasie wecken."
Auch der Japanische Yen leide unter der Aussicht auf weitere quantitative Schritte. "Der Markt befürchtet, dass diese eher früher als später erfolgen und sieht sich offenbar in dieser Einschätzung durch die deutlich unter dem Notenbankziel von 1 Prozent liegende Inflationsrate von 0,1 Prozent bestärkt", erkläre die Commerzbank. Für einen US-Dollar müssten aktuell 81 Yen gezahlt werden, Anfang Februar seien es nur 76 Yen gewesen.
Die HSH Nordbank zeige sich davon nicht überrascht. Die heimlichen Devisenmarktinterventionen der japanischen Notenbank hätten Marktteilnehmer vorsichtiger werden lassen. "Außerdem stimmen die Aufstockung des Anleihekaufprogramms und sowie die aktuellen Konjunkturdaten skeptisch." Etwa habe Japan für 2011 ein Handelsbilanzdefizit ausgewiesen. "Die Yen-Schwäche wird sich noch fortsetzen, auch wenn kurzfristig Gegenbewegungen möglich sind", resümiere Boie. Für Mitte 2013 prognostiziere die HSH Nordbank einen Kurs von 86 Yen für einen US-Dollar.
"Langfristig spricht einiges gegen den Yen", erkläre auch Apelt mit Blick auf die Staatsverschuldung und den Außenhandel Japans. "Der Yen ist eher überbewertet." Er rechne allerdings vorerst noch mit einer Seitwärtsbewegung des Währungspaares und ein Pendeln um den Kurs von 80 Yen zum US-Dollar.
Das Britische Pfund, lange Profiteur der Eurokrise, habe im Februar ebenfalls - allerdings nur kurzzeitig - geschwächelt: Zu Monatsanfang habe ein Euro noch 0,83 Pfund gekostet, vor knapp zwei Wochen seien es dann 0,85 Pfund gewesen. Auch hier habe aber schnell geheißen: Zurück auf Los, der Euro gehe wieder zu 0,83 Pfund über den Tisch.
Nach Ansicht der Devisenmarktanalysten spreche allerdings einiges gegen die Inselwährung: "Sollte das Anleihekaufprogramm der Bank of England nochmals ausgeweitet werden, wäre das eine Belastung für das Pfund", erkläre Apelt.
Boie rechne ebenfalls mit einer Schwächung des Pfunds, wenn auch nur einer leichten: "Die Eurozone wird sich stabilisieren. Außerdem wurde durch die jüngsten Protokolle der Notenbanksitzungen deutlich, dass einige Notenbanker das Ankaufprogramm forcieren wollen." Mitte 2013 sehe die Bank einen Wechselkurs von 0,86 Pfund zum Euro. (07.03.2012/ac/a/m)
Jetzt werde der Euro abermals zu 1,31 US-Dollar gehandelt. "Den Wendepunkt markierte der Auftritt von FED-Chef Bernanke im US-Kongress, wo deutlich wurde, dass eine weitere quantitative Lockerung derzeit nicht zu erwarten ist", erläutere die Commerzbank. Am selben Tage habe die EZB ihren neuen Dreijahrestender mit einem Rekordvolumen zugeteilt.
Zudem belaste die Unsicherheit um den Schuldenschnitt für griechische Anleihen den Euro: Bis zum morgigen Donnerstag müssten sich private Gläubiger entscheiden, ob sie auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten wollten. Sei das nicht der Fall, wäre dies ein erheblicher Rückschlag für den Sanierungsplan.
Christian Apelt von der Helaba mache sich allerdings keine allzu großen Sorgen um die Gemeinschaftswährung: "Das Allerschlimmste in der Eurokrise sollte vorbei sein", meine der Devisenanalyst. Durch die anstehende Entscheidung seitend der Gläubiger befürchte er keine größeren Verwerfungen, auch wenn das Thema Griechenland in den kommenden Monaten präsent bleiben werde. "Der Dreijahrestender wirkt sich außerdem nur kurzfristig negativ aus", ergänze Apelt. Das sei auch beim ersten Langfristtender im Dezember der Fall gewesen. "Längerfristig wird der Euro von der mit steigender Liquidität wachsenden Risikoneigung profitieren."
Auch Sintje Boie von der HSH Nordbank sei optimistisch: "Es wird zwar immer wieder Rückschläge durch die Schuldenkrise geben, der Kurs könnte auch zwischenzeitlich unter 1,30 US-Dollar rutschen. Wir gehen aber davon aus, dass sich die Eurozone weiter stabilisieren und es zu keinem Austritt Griechenlands kommen wird." Für die Jahresmitte prognostiziere die Bank noch einen Kurs von 1,30 US-Dollar zum Euro, dann werde der Euro aber erstarken und bis auf 1,40 US-Dollar klettern.
Auch der Japanische Yen leide unter der Aussicht auf weitere quantitative Schritte. "Der Markt befürchtet, dass diese eher früher als später erfolgen und sieht sich offenbar in dieser Einschätzung durch die deutlich unter dem Notenbankziel von 1 Prozent liegende Inflationsrate von 0,1 Prozent bestärkt", erkläre die Commerzbank. Für einen US-Dollar müssten aktuell 81 Yen gezahlt werden, Anfang Februar seien es nur 76 Yen gewesen.
Die HSH Nordbank zeige sich davon nicht überrascht. Die heimlichen Devisenmarktinterventionen der japanischen Notenbank hätten Marktteilnehmer vorsichtiger werden lassen. "Außerdem stimmen die Aufstockung des Anleihekaufprogramms und sowie die aktuellen Konjunkturdaten skeptisch." Etwa habe Japan für 2011 ein Handelsbilanzdefizit ausgewiesen. "Die Yen-Schwäche wird sich noch fortsetzen, auch wenn kurzfristig Gegenbewegungen möglich sind", resümiere Boie. Für Mitte 2013 prognostiziere die HSH Nordbank einen Kurs von 86 Yen für einen US-Dollar.
"Langfristig spricht einiges gegen den Yen", erkläre auch Apelt mit Blick auf die Staatsverschuldung und den Außenhandel Japans. "Der Yen ist eher überbewertet." Er rechne allerdings vorerst noch mit einer Seitwärtsbewegung des Währungspaares und ein Pendeln um den Kurs von 80 Yen zum US-Dollar.
Das Britische Pfund, lange Profiteur der Eurokrise, habe im Februar ebenfalls - allerdings nur kurzzeitig - geschwächelt: Zu Monatsanfang habe ein Euro noch 0,83 Pfund gekostet, vor knapp zwei Wochen seien es dann 0,85 Pfund gewesen. Auch hier habe aber schnell geheißen: Zurück auf Los, der Euro gehe wieder zu 0,83 Pfund über den Tisch.
Nach Ansicht der Devisenmarktanalysten spreche allerdings einiges gegen die Inselwährung: "Sollte das Anleihekaufprogramm der Bank of England nochmals ausgeweitet werden, wäre das eine Belastung für das Pfund", erkläre Apelt.
Boie rechne ebenfalls mit einer Schwächung des Pfunds, wenn auch nur einer leichten: "Die Eurozone wird sich stabilisieren. Außerdem wurde durch die jüngsten Protokolle der Notenbanksitzungen deutlich, dass einige Notenbanker das Ankaufprogramm forcieren wollen." Mitte 2013 sehe die Bank einen Wechselkurs von 0,86 Pfund zum Euro. (07.03.2012/ac/a/m)









