Julius Bär kaufen




28.11.08 16:52
Hauck & Aufhäuser

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von Hauck & Aufhäuser, Sebastian Reuter, empfiehlt weiterhin, die Aktien von Julius Bär (ISIN CH0029758650 / WKN A0MQFZ) zu kaufen.

Der Nettogewinn habe im ersten Halbjahr 2008 mit 510,1 Mio. CHF in etwa auf dem Vorjahresniveau (-1,5% ggü. Vj.) gelegen und damit erneut die Erwartungen (Konsens H1 2008: 488 Mio. CHF) übertroffen. Ende Juni 2008 habe Julius Bär 363,9 Mrd. CHF verwaltet. Dies habe einem Rückgang von 10% gegenüber 405,5 Mrd. CHF im Vorjahr (Ende 2007: 405,1 Mrd. CHF) entsprochen. Nettomittelzuflüsse von insgesamt 10 Mrd. CHF seien mehr als kompensiert worden von den schwachen Aktien- und Anleihenmärkten, die in einer negativen Marktperformance von 32 Mrd. CHF resultiert hätten. Der Anstieg des Schweizer Franken zum US-Dollar, zum Euro und zum Britischen Pfund habe zusätzlich zu einem negativen Währungseinfluss von 19 Mrd. CHF geführt.

Unter Einbezug von Integrations- und Restrukturierungskosten sowie Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte im Zusammenhang mit der Ende 2005 getätigten Übernahme der drei Privatbanken und GAM und finanziellen Sonderfaktoren habe der Konzerngewinn im ersten Halbjahr 2008 412,4 Mio. CHF (Vj. unbereinigt: 424,3 Mio. CHF) betragen. Die von den Schweizern vorgelegten Zahlen würden die vergleichsweise robuste Gewinnentwicklung untermauern. Dem Unternehmen sei es erneut gelungen, die Erwartungen zu übertreffen.

Trotz des negativen Kapitalmarktumfelds scheine sich die vergleichsweise stabile Gewinnentwicklung auch in der 2. Jahreshälfte 2008 fortgesetzt zu haben. Laut Management-Zwischenbericht vom 11.11.08 seien die Gesamteinkünfte zwar niedriger ausgefallen als im Vorjahr (rund 10%), allerdings werde erwartet, dass die Gesamtkosten angesichts des strikteren Kostenmanagements sowie niedrigerer Abgrenzungen für leistungsbasierte Vergütungen ebenfalls sinken würden. Besonderes positiv zu werten sei, dass die Nettomittelzuflüsse im Privatkundengeschäft bis Oktober 2008 positiv gewesen seien und dies mit positiven Beiträgen in allen Regionen (1. Halbjahr 2007: ~5,4 Mrd. CHF; 2. Halbjahr 2007: ~6,7 Mrd. CHF; 1. Halbjahr 2008: ~8,4 Mrd. CHF).

Angesichts der stärkeren Ausrichtung auf das Privatkundengeschäft und des in Aussicht gestellten Verkaufs der US-amerikanischen Aktivitäten hätten die Analysten die Peergruppe modifiziert und würden Julius Bär nunmehr mit Unternehmen vergleichen, die der angestrebten Ausrichtung von Julius Bär entsprechen würden. Auf Basis der Ergebnisschätzungen der Analysten weise Julius Bär, gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis, eine niedrigere Bewertung als ähnlich positionierte Adressen auf. So betrage der Abschlag beim KGV 2009 10%. Bezogen auf das von den Analysten prognostizierte Ergebnis je Aktie für 2009 von 4,60 CHF würde sich unter Berücksichtigung des Peer-Group-KGV ein Kursziel von rund 43 CHF für die Julius-Bär-Aktie ergeben.

Die wachsenden Marktanteile im Private Banking und der überproportional hohe Zuwachs an neuen Mitarbeitern, der nach Ansicht der Analysten für weitere Nettomittelzuflüsse sorgen sollte, rechtfertige nach Meinung der Analysten einen Bewertungsaufschlag gegenüber der Peergruppe, zumal Julius Bär aufgrund der reinen Fokussierung auf das Asset Management eine vergleichsweise stabilere Gewinnentwicklung aufweisen sollte. Das Kursziel der Analysten belaufe sich auf 48 CHF, was einem KGV 2009 von etwa 10 entspreche.

Seit Jahresbeginn habe der Kurs der Julius-Bär-Aktie 58% verloren, während sich der Stoxx 600 im gleichen Zeitraum um 44% reduziert habe. Der Stoxx Finanzdienstleister habe unterdessen 53% verloren (Stand: 28. November 2008). Die leicht schwächere Performance des Julius-Bär-Titels führe man auf die Sorgen bezüglich der Nachhaltigkeit der Erträge zurück. Angesichts der nach wie vor vergleichsweise stabilen Nettomittelzuflüsse und des anhaltenden organischen Wachstums sollten sich die Befürchtungen nach Meinung der Analysten zerstreuen.

Risiken für die künftige Kursentwicklung sehe man insbesondere in einer nachhaltigen Eintrübung des Aktienmarktumfelds, die zu einer stärkeren Abschwächung der Nettomittelzuflüsse führen könne. Gleichzeitig würden rückläufige Aktienmarktnotierungen ein Absinken der verwalteten Vermögen zur Folge haben. Die Provisionseinnahmen in Form von Verwaltungsgebühren würden nach Angaben der Analysten sinken.

Die Analysten von Hauck & Aufhäuser bestätigen die Julius-Bär-Aktie auf der H&A-Research-Aktien-Select-Liste mit einem Kursziel von 48 CHF (vorher: 85 CHF) und empfehlen den Kauf. (Analyse vom 28.11.2008) (28.11.2008/ac/a/a)








 
 
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