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Irak-Konflikt weiter bestimmend




17.03.03 10:32
Sparkasse Bremen

Die Irak-Krise hält die Welt nach wie vor in Atem, so die Analysten der Sparkasse Bremen.

Je nach Gerüchtelage würden die Aktienkurse enorm steigen oder fallen. Am vergangenen Donnerstag habe schon das Gerücht ausgereicht, dass die USA mit dem Irak laut CNN-Angaben geheime "Kapitulationsverhandlungen" führen würden. Man beteilige sich nicht an derartigen Gerüchten beteiligen. Fakt sei, dass die Mehrheitsfindung im UN-Sicherheitsrat nach wie vor undurchsichtig sei. Hier seien die Augen zunehmend auf die fünf ständigen Mitglieder mit Veto-Recht gerichtet.

Die deutsche Haltung spiele aufgrund der vorzeitigen einseitigen Festlegung keine Rolle mehr auf dem diplomatischen Parkett. Der britische Kompromissvorschlag, wonach der Irak sechs Kriterien zur Abrüstung erfüllen solle, habe wiederum nicht Frankreichs Zustimmung gefunden. Man gehe davon aus, dass nach einer - hoffentlich friedlichen - Lösung des Irak-Konfliktes die fundamentalen Fakten in den Vordergrund der Betrachtung an den Börsen gelangen sollten.

Die Stimmung sei mittlerweile von der prinzipiellen Bereitschaft geprägt, sich bei diesen "Ausverkaufspreisen" in ausgewählten Werten zu engagieren. Die Dividendenrendite von DAX und MDAX liege nach dem Kursrutsch auf dem Niveau öffentlicher Anleihen (Bundesbank Umlaufrendite). Trotzdem würden sich viele Anleger noch nicht in den Markt einzusteigen trauen. Man bleibe vor dem Hintergrund des schwelenden Irak-Konfliktes weiterhin defensiv orientiert und bevorzuge Value-Aktien (Werthaltige Substanzwerte) wie z.B. adidas und Unilever.

Auch die Markttechnik werde in den nächsten Wochen angespannt bleiben. Die Schwankungsbreite (Volatilität) werde erst bei einer Normalisierung der geopolitischen Lage wieder auf ein "normales Maß" zurückgehen. Charttechnisch gesehen bestehe noch ein Rückfallrisiko. Die Bodenbildung sei jedoch in einer fortgeschrittenen Phase, so dass die Chancen eines Ausbruchs aus dem seit drei Jahren intakten Abwärtskanal nach Beendigung des Irak-Konflikts sehr gut seien.

Bei der Steuergesetzgebung habe der unionsdominierte Bundesrat wie erwartet das handwerklich unausgegorene "Steuervergünstigungsabbaugesetz" der rot-grünen Bundesregierung gekippt. Für den Anleger bestehe damit weiterhin keine Planungssicherheit. Man gehe von harten Verhandlungen im Vermittlungsausschuss aus. Die Risiken an den Weltbörsen bestünden fort. Der Anleger sollte weiterhin eine defensive Grundhaltung einnehmen. Steuerliche Überlegungen sollten zurück gestellt werden.








 
 

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