INDUS Holding langfristiger Kauf




15.10.09 10:04
Aktienservice Research

Bad Nauheim (aktiencheck.de AG) - Nach Einschätzung der Experten von "Aktienservice Research" ist die INDUS Holding-Aktie (ISIN DE0006200108 / WKN 620010) ein langfristiger Kauf.

Beteiligungsgesellschaften seien in den vergangenen Jahren aufgrund diverser Aktivitäten von Hedgefonds eher in Verruf gekommen. Die "Heuschrecken-Mentalität" habe in den Boom-Jahren an den Börsen so manchen Anleger verschreckt und erzürnt. Eigentlich zu Unrecht. Denn als Anleger habe man in Deutschland eine sehr gute Möglichkeit, sich an solchen Holdings zu beteiligen und damit in vielen Wirtschaftsbereichen aktiv zu sein. Eine solche biete auch das SDAX-Unternehmen INDUS.

Dass der deutsche Mittelstand als Wachstumsmotor bezeichnet werde, habe man gerade in den vergangenen zwölf Monaten seitens Politiker, Gewerkschaftler und Unternehmer mehr als genug hören können. Das meist gebrauchte Argument dafür sei, dass diese oft inhabergeführten Gesellschaften sehr erfolgreich seien und einen wichtigen Wachstumsmotor mit bedeutendem Einfluss auf die Sicherung, Erhaltung und Schaffung neuer Arbeitsplätze darstellen würden. Und genau diese Firmen habe INDUS im Visier. Das Unternehmen konzentriere sich auf die mehrheitliche Übernahme profitabler mittelständischer Nischenanbieter mit hoher Spezialisierung und einer gefestigten Marktstellung, vorwiegend aus den Bereichen Konsumgüter, Automobilindustrie, Bauindustrie sowie Maschinenbau.

INDUS biete diesen Unternehmen die Möglichkeit, das eigene Fortbestehen nachhaltig zu sichern. Mit dem mehrheitlichen bis 100%igen Erwerb würden Produktionsstandorte und Arbeitsplätze erhalten und damit Kontinuität, Selbstständigkeit und Flexibilität gewahrt. Die langfristige Investition in auf Wachstum ausgerichtete strategische Akquisitionsmodelle schließe darüber hinaus eine kurzfristige Exit-Strategie aus, so die offizielle Aussage des Unternehmens. Denn die Leitung einer übernommenen Firma verbleibe entweder beim Alteigentümer als Geschäftsführer, oder sie gehe auf einen von der INDUS Holding AG eingesetzten Geschäftsführer über. Von einer "Heuschrecken-Mentalität" sei also nicht viel zu spüren.

INDUS setze ausschließlich auf erfolgreiche, innovative Produktionsunternehmen mit hervorragender technischer Ausstattung, exzellenten operativen Ergebnissen und erstklassigen Wachstumschancen. "Eine Investition in das Unternehmen INDUS ist eine Investition in den wachstumsorientierten, ideenreichen deutschen Mittelstand. Das breit gestreute Portfolio ist kaum anfällig für Marktschwankungen und kann damit eine hohe Wertsteigerung erzielen", sage der Konzern von sich selbst. Die jüngsten Zahlen würden dies belegen. Die Gesellschaft habe nachhaltigen Erfolg. Ende August habe sie die letzten Zahlen präsentiert.

Im ersten Halbjahr 2009 habe INDUS zwar einen Umsatzrückgang von 462,1 auf 365,5 Mio. Euro verbucht und habe sich damit nicht den negativen Auswirkungen der Wirtschaftskrise entziehen können. Dennoch habe das Unternehmen ein positives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 20,8 Mio. Euro und einer EBIT-Marge von 5,7% erreicht und somit nach wie vor schwarze Zahlen geschrieben. Zur Jahresmitte habe INDUS ferner einen leicht erhöhten operativen Cashflow von 33,5 Mio. Euro (Vorjahr 31,5 Mio. Euro) verzeichnet und zum Stichtag Ende Juni über eine hohe Liquidität von 108,3 Mio. Euro verfügt. Der operative Zinsaufwand im ersten Halbjahr sei, trotz generell steigender Kreditkosten, stabil bei 14 Mio. Euro (Vorjahr 14,1 Mio. Euro) geblieben. Zudem sei die Netto-Verschuldung leicht um 4 Mio. Euro gesunken.

Der damalige Ausblick sei ebenfalls solide gewesen. Firmenlenker Helmut Ruwisch sehe eine Trendwende: "Sollte sich die aktuell wahrnehmbare Belebung weiter stabilisieren, rechnet INDUS im zweiten Halbjahr mit einer verbesserten Geschäftsentwicklung. Zudem erwarten wir, dass die umfassenden Restrukturierungsmaßnahmen ab dem dritten Quartal 2009 voll ergebniswirksam werden und so den Rückgang beim Konzernergebnis begrenzen."

Derzeit erwarte der Vorstand unter diesen Annahmen einen Umsatzrückgang für das Gesamtjahr in einer Größenordnung von bis zu 20% und ein EBIT zwischen 40 und 50 Mio. Euro - vor dem Hintergrund der einmalig schwierigen Rahmenbedingungen ein akzeptables Ergebnis, so Ruwisch weiter. Ende November werde das Unternehmen seine Zahlen für das dritte Quartal veröffentlichen. Negative Überraschungen seien hier eigentlich nicht zu erwarten. Mit einem 2010er KGV von unter 19 sowie einem KUV von unter 0,3 stimme auch die Bewertung. Für fundamental ausgerichtete Investoren interessant sei außerdem die satte Dividendenrendite von aktuell mehr als 6%.

Aufgrund dieser Fakten ist die INDUS Holding-Aktie für Langfristanleger ein richtiger Investment-Gedanke, sodass langfristige Käufe nach Meinung der Experten von "Aktienservice Research" in Erwägung gezogen werden könnten. (Aktien Ausgabe 505 vom 14.10.2009) (15.10.2009/ac/a/nw)

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