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F-Log nicht zeichnen




04.10.00 00:00
GoingPublic-Online

Vom 2. bis zum 16. Oktober könnten die Papiere von F-Log (WKN 575114), einem Anbieter von Logistik-Dienstleistungen, in einer Bookbuilding-Spanne von 31 bis 37 Euro gezeichnet werden, so die Experten von Going public. Die Erstnotiz solle am 18. Oktober am Neuen Markt erfolgen.

Die Emission werde begleitet von Merrill Lynch als Konsortialführer und globalem Koordinator. Im Konsortium seien darüber hinaus die DG Bank und die Nord/LB vertreten. An den Markt gebracht würden 6,67 Mio. Aktien, von denen 5 Mio. aus einer Kapitalerhöhung stammten. Die restlichen Papiere kämen aus dem Besitz der Altaktionärin, Fiege Deutschland GmbH, die auch nach dem IPO (exklusive Greenshoe) noch 66,7 % der F-Log-Anteile halten werde. Als Mehrzuteilungsoption stehe eine Reserve von 1 Mio. zur Verfügung, die ebenfalls von der Fiege-Gruppe stamme.

Bei der erst im August ausgegliederten Gesellschaft handele es sich um einen Anbieter von Logistik-Lösungen in Deutschland und Italien sowie weiteren europäischen Ländern. F-Log erstelle für Kunden und Partner Logistik- und Branchenkonzepte im Rahmen der gesamten logistischen Wertschöpfungskette. Schwerpunkte der Geschäftstätigkeit seien die drei Kernbereiche System-Logistik, LastMile-Logistik und e-Logistic-Lösungen.

F-Log verfolge das Ziel, innerhalb Europas zum Markt- bzw. Systemführer in den definierten Branchenschwerpunkten zu avancieren. Das Unternehmen mit Firmensitz in Greven plane, im Bereich LastMile-Logistik auch in den Zustelldienst und darüber hinaus – nach dem Fall des Postmonopols für Briefzustellungen – auch in den Briefmarkt einzusteigen. Mit den Mitteln aus dem Börsengang solle die Internationalisierung finanziert werden, speziell der Ausbau von Standorten in Italien, wo F-Log die Marktführerschaft in der Pharmalogistik übernehmen möchte. In Griechenland und der Türkei sind weitere
Beteiligungen geplant.

Nach einem Pro-forma-Umsatz von 114 Mio. Euro im Jahr 1999 solle dieser auf 190 Mio. Euro im laufenden Jahr ansteigen. Für die kommenden Jahre rechne GoingPublic-Research mit Umsatzsteigerungen von etwa 30 % p.a. Das Ergebnis pro Aktie dürfte sich für das Jahr 2000 auf 0,15 Euro belaufen, für die kommenden Jahre seien 0,32 Euro und 0,51 Euro realistisch. Damit errechne sich auf Basis der 01er Zahlen für F-Log ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 3 und ein KGV von 116 für das obere Ende der Bookbuilding-Spanne. Vergleichbare Logistik-Dienstleister wie D.Logistics (KUV 4,5) und Microlog (KUV 3,4) seien kaum teurer als F-Log bereits zur Emission.

Schon zum Börsengang sei das Unternehmen sehr gut bezahlt, ein Bewertungsabschlag gegenüber anderen Logistik-Dienstleistern am Neuen Markt sei nicht vorgenommen worden. Der anvisierte Eintritt in den margenschwachen Zustelldienst könne nicht für zusätzliche Phantasie beim Erreichen der hochgesteckten Unternehmensziele herangezogen werden. Angesichts der im Vergleich zum geplanten Umsatz- und Ertragswachstum recht hohen Unternehmensbewertung sollten Anleger die Papiere nicht zeichnen.








 
 

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