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Eurozone Konjunkturausblick




01.04.04 16:24
WGZ-Bank

Die Konjunkturerholung in Euroland verlief bislang schleppend und steht damit im Gegensatz zu den meisten Wachstumsprognosen für dieses Jahr, so die Analysten der WGZ-Bank.

Dabei hätten die Aussichten zum Ende des vergangenen Jahres durchaus günstig erschienen. Die Wirtschaft in der Eurozone habe seit Mitte 2003 über den Export zunehmend von dem kräftigen Wachstum der Weltwirtschaft profitiert. Nachdem im dritten Quartal der Außenhandel für einen deutlichen Impuls gesorgt habe, habe sich zum Jahresende auch die Investitionsnachfrage in Euroland beleben können. Angesichts einer Investitionsquote zum BIP, die mit 19,6% im Sommer 2003 auf den tiefsten Stand seit rd. 20 Jahren gefallen war, schien eine Erholung der Investitionsnachfrage inzwischen überfällig, so die Analysten der WGZ-Bank.

Im vierten Quartal 2003 sei dann auch die erwartete Belebung eingetreten. Die Investitionen seien zum Vorquartal um 0,6% gestiegen. Deutlich kräftiger sei die Erholung in Deutschland ausgefallen. Hier hätten die Investitionsausgaben im Quartalsvergleich um 1,7% zugelegt. Angesichts der Wachstumsimpulse von der Exportseite und der allmählichen Erholung bei den Investitionen würden mittlerweile zwei Nachfragekomponenten auf eine Belebung der Wirtschaft in der Eurozone hindeuten. Damit entspräche die Erholung im aktuellen Zyklus dem bekannten Muster - zuerst würden die Exporte anspringen, dann die Investitionen und letztlich auch der Privaten Konsum.

Die EZB habe jüngst die Möglichkeit von Zinssenkungen in Aussicht gestellt, wenn die Erholung des Privaten Konsums in den nächsten Monaten weiterhin ausbleibe. Die Analysten der WGZ-Bank halten diese Zinssenkungsspekulationen aber noch für verfrüht und sehen in ihrem Konjunkturszenario kaum weiteren Zinsspielraum nach unten. Vielmehr erwarte man, dass die EZB die Leitzinsen bis zum Jahresende bei 2% konstant halte und dann im ersten Quartal 2005 erstmals wieder um 50 Bp anhebe. Am europäischen Rentenmarkt würden die Renditen derzeit ein gewisses Maß an Konjunkturpessimismus einpreisen, der sich im Laufe des Jahres aber nicht realisieren sollte. Entsprechend sehe man in den kommenden Monaten tendenziell leicht steigende Renditen. Auf Jahressicht dürfte die Verzinsung 10-jähriger Bundesanleihen bis auf 4,6% zulegen.






 
 

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