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Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die Turbulenzen um Griechenland belasten den Euro mittlerweile doch: Die Gemeinschaftswährung hatte sich in den vergangenen Monaten relativ stabil gezeigt, seit Anfang Mai sieht anders aus - kurz vor Christie Himmelfahrt rutscht der Euro sogar erstmals seit Januar wieder unter die Marke von 1,27 US-Dollar, so die Deutsche Börse AG.
"Die Unsicherheiten darüber, ob die Reformmaßnahmen in Griechenland umgesetzt werden oder das Land doch zahlungsunfähig wird und gegebenenfalls aus der Eurozone austreten muss, sind zuletzt deutlich gestiegen", kommentiere Katrin Clasen von der HSH Nordbank.
Die Euroschwäche werde sich nach Ansicht der meisten Analysten noch fortsetzen: "Solange die politische Hängepartie andauert, droht der Euro noch stärker unter Druck zu geraten", meine die Commerzbank. Auch die HSH Nordbank sei skeptisch: Erst wenn sich eine Lösung in Sachen Griechenland abzeichne, könne die Gemeinschaftswährung wieder Fuß fassen. Chancen auf ein gutes Ende sehe die Bank aber durchaus: Sie gehe nämlich davon aus, dass "die Fronten aufweichen werden".
"Neuwahlen in Griechenland kommen einem Referendum über den Euro gleich, daher sollte das Ergebnis gemäßigter ausfallen", erläutere Clasen. Zudem zeichne sich bei den Geberländern Kompromissbereitschaft ab, etwa in Form einer Streckung der Sparmaßnahmen. "Die Unsicherheit bleibt aber erst einmal", meine die Devisenexpertin und verweise auch auf die kritische Lage des spanischen Bankensektors und die zuletzt enttäuschenden Konjunkturdaten im Euroraum. "Wir sehen den Euro Ende September bei 1,27 US-Dollar."
Gegenüber dem Britischen Pfund sei der Euro sogar auf das niedrigste Niveau seit Herbst 2008 gesunken: Aktuell koste die Gemeinschaftswährung nur noch 0,80 Pfund, Ende Februar seien es noch fast 0,85, im vergangenen Sommer sogar 0,90 Pfund gewesen. Dennoch sei Christian Apelt von der Helaba überzeugt, dass das Pfund nicht "zum neuen Schweizer Franken" werde: In Großbritannien laufe es wirtschaftlich nämlich kaum besser als in der Eurozone. "Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte zuletzt zwei Quartale in Folge, das Land befindet sich also in einer technischen Rezession." Dazu kämen Leistungsbilanz- und Haushaltsdefizit. "Ökonomisch spricht daher wenig für das Pfund als sicheren Anlagehafen." Der Euro-Pfund-Kurs werde im zweiten Halbjahr wieder auf 0,85 und darüber hinaus ansteigen.
"Es handelt es sich eher um eine Euroschwäche als eine Pfundstärke", urteile Katrin Clasen und verweise ebenfalls auf die schwache Konjunktur auf der Insel. Aufgrund der Probleme in der Eurozone werde das Pfund vorerst aber gefragt bleiben, die Analystin prognostiziere per Ende September einen Kurs von 0,79 Pfund zum Euro. Erst mit einer politischen Stabilisierung Kontinentaleuropas werde sich die Gemeinschaftswährung erholen können.
Auch der Yen haussiere - obwohl sowohl die wirtschaftlichen als auch die geldpolitischen Rahmenbedingungen nicht unbedingt für eine starke japanische Währung sprächen. Der Yen sei eindeutig Profiteur der Krise in Europa. Aktuell koste ein Euro 102 Yen, Ende März seien es noch 110 Yen gewesen. Auch gegenüber dem US-Dollar habe die japanische Währung zuletzt aufwerten können und notiere im Moment bei 80 Yen. Unter diese Schwelle werde es Clasen zufolge aber wohl nicht gehen: "Hier nimmt die Interventionsbereitschaft der japanischen Notenbank zu."
Gegenüber den Rohstoffwährungen wie dem Australischen Dollar zeige sich der Euro unterdessen fester. Für einen Euro müssten aktuell 1,28 australische Dollar gezahlt werden, Mitte April seien es nur 1,26 Dollar gewesen. "Auf die Rohstoffwährungen strahlt die aktuelle Schwächephase der chinesischen Konjunktur und damit der Rohstoffpreise ab", erläutere die Commerzbank.
Zudem habe die australische Notenbank den Leitzins Anfang Mai überraschend stark gesenkt. Der Commerzbank zufolge werde sich der Trend aber nicht fortsetzen: "Diese Phänomene dürften eher vorübergehender Natur sein, während die EWU-Budgetkrise über kurz oder lang eine weitere Ausweitung der EZB-Bilanz - mit entsprechend negativen Folgen für den Euro - zu erzwingen droht."
Anleger, die auf der Suche nach Alternativen zum Euro auf Norwegische Kronen gesetzt hätten, würden derzeit ebenfalls lange Gesichter machen: Nachdem die Gemeinschaftswährung gegenüber der Krone im März auf ein Neunjahrestief bei 7,39 gefallen seien, habe sie sich deutlich erholt: Aktuell seien wieder 7,64 Kronen für einen Euro zu zahlen. Der Grund: Die Ölpreisschwäche. Die norwegische Volkswirtschaft hänge nämlich stark am Ölpreis - und dieser habe seit Erreichen des Jahreshochs Anfang März um über 13 Prozent nachgegeben. (16.05.2012/ac/a/m)
"Die Unsicherheiten darüber, ob die Reformmaßnahmen in Griechenland umgesetzt werden oder das Land doch zahlungsunfähig wird und gegebenenfalls aus der Eurozone austreten muss, sind zuletzt deutlich gestiegen", kommentiere Katrin Clasen von der HSH Nordbank.
Die Euroschwäche werde sich nach Ansicht der meisten Analysten noch fortsetzen: "Solange die politische Hängepartie andauert, droht der Euro noch stärker unter Druck zu geraten", meine die Commerzbank. Auch die HSH Nordbank sei skeptisch: Erst wenn sich eine Lösung in Sachen Griechenland abzeichne, könne die Gemeinschaftswährung wieder Fuß fassen. Chancen auf ein gutes Ende sehe die Bank aber durchaus: Sie gehe nämlich davon aus, dass "die Fronten aufweichen werden".
"Neuwahlen in Griechenland kommen einem Referendum über den Euro gleich, daher sollte das Ergebnis gemäßigter ausfallen", erläutere Clasen. Zudem zeichne sich bei den Geberländern Kompromissbereitschaft ab, etwa in Form einer Streckung der Sparmaßnahmen. "Die Unsicherheit bleibt aber erst einmal", meine die Devisenexpertin und verweise auch auf die kritische Lage des spanischen Bankensektors und die zuletzt enttäuschenden Konjunkturdaten im Euroraum. "Wir sehen den Euro Ende September bei 1,27 US-Dollar."
"Es handelt es sich eher um eine Euroschwäche als eine Pfundstärke", urteile Katrin Clasen und verweise ebenfalls auf die schwache Konjunktur auf der Insel. Aufgrund der Probleme in der Eurozone werde das Pfund vorerst aber gefragt bleiben, die Analystin prognostiziere per Ende September einen Kurs von 0,79 Pfund zum Euro. Erst mit einer politischen Stabilisierung Kontinentaleuropas werde sich die Gemeinschaftswährung erholen können.
Auch der Yen haussiere - obwohl sowohl die wirtschaftlichen als auch die geldpolitischen Rahmenbedingungen nicht unbedingt für eine starke japanische Währung sprächen. Der Yen sei eindeutig Profiteur der Krise in Europa. Aktuell koste ein Euro 102 Yen, Ende März seien es noch 110 Yen gewesen. Auch gegenüber dem US-Dollar habe die japanische Währung zuletzt aufwerten können und notiere im Moment bei 80 Yen. Unter diese Schwelle werde es Clasen zufolge aber wohl nicht gehen: "Hier nimmt die Interventionsbereitschaft der japanischen Notenbank zu."
Gegenüber den Rohstoffwährungen wie dem Australischen Dollar zeige sich der Euro unterdessen fester. Für einen Euro müssten aktuell 1,28 australische Dollar gezahlt werden, Mitte April seien es nur 1,26 Dollar gewesen. "Auf die Rohstoffwährungen strahlt die aktuelle Schwächephase der chinesischen Konjunktur und damit der Rohstoffpreise ab", erläutere die Commerzbank.
Zudem habe die australische Notenbank den Leitzins Anfang Mai überraschend stark gesenkt. Der Commerzbank zufolge werde sich der Trend aber nicht fortsetzen: "Diese Phänomene dürften eher vorübergehender Natur sein, während die EWU-Budgetkrise über kurz oder lang eine weitere Ausweitung der EZB-Bilanz - mit entsprechend negativen Folgen für den Euro - zu erzwingen droht."
Anleger, die auf der Suche nach Alternativen zum Euro auf Norwegische Kronen gesetzt hätten, würden derzeit ebenfalls lange Gesichter machen: Nachdem die Gemeinschaftswährung gegenüber der Krone im März auf ein Neunjahrestief bei 7,39 gefallen seien, habe sie sich deutlich erholt: Aktuell seien wieder 7,64 Kronen für einen Euro zu zahlen. Der Grund: Die Ölpreisschwäche. Die norwegische Volkswirtschaft hänge nämlich stark am Ölpreis - und dieser habe seit Erreichen des Jahreshochs Anfang März um über 13 Prozent nachgegeben. (16.05.2012/ac/a/m)









