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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Claudia Erdmann, Analystin der HSH Nordbank AG, stuft die Vorzugsaktie von EUROKAI (ISIN DE0005706535 / WKN 570653) weiterhin mit "kaufen" ein.
Nachdem im Februar bereits die Umschlagsmenge bekannt gegeben worden sei, die um 12,3% auf 12,45 Mio. TEU zurückgegangen sei, seien nun die Geschäftszahlen gefolgt. Der Umsatz sei um 16,9% auf 591 Mio. EUR abgerutscht. Dies liege leicht über den Analystenerwartungen. Die erfolgreichen Bemühungen zur Kostensenkung hätten sowohl zu einem rückläufigen Material- und Personalaufwand als auch zu gesunkenen sonstigen betrieblichen Aufwendungen geführt. Dies sei unter anderem mit Kurzarbeit am Standort Bremen und ohne betriebsbedingte Kündigungen gelungen.
Das EBITDA sei dennoch um 23,8% auf 131,1 Mio. EUR gefallen. Bei gestiegenen Abschreibungen sei das EBIT um 47,8% auf 54,5 Mio. EUR gesunken, was einer Marge von 9,2% entsprochen habe. Durch das weniger geschrumpfte Ergebnis von Contship Italia habe der Anteil des Ergebnisses Dritter am Konzernjahresüberschuss zugenommen und der Jahresüberschuss der Aktionäre sich schlussendlich um 64,1% auf 17,7 Mio. EUR reduziert. Je Aktie seien 1,11 EUR erzielt worden. Damit habe EUROKAI die Analystenerwartungen voll erfüllt. Der Dividendenvorschlag laute auf 0,30 EUR je Aktie.
Das Investitionsvolumen habe bei 76,3 Mio. EUR gelegen, wovon 28,1 Mio. EUR auf Contship Italia und 48,2 Mio. EUR (anteilig) auf Eurogate entfallen seien. Dies entspreche mehr als einer Halbierung im Vergleich zum Vorjahr. Dazu seien Investitionen gestreckt und verschobenworden. Die Großprojekte Ust-Luga in Russland, JadeWeserPort in Wilhelmshaven und die Westerweiterung in Hamburg würden nach wie vor verfolgt, aber auch hier versuche man angesichts der Überkapazitäten den Ablauf zeitlich zu strecken.
Die Verschuldung sei um 42 Mio. EUR auf 280 Mio. EUR ausgeweitet worden. Allerdings sei auch die Cash-Position um 23 Mio. EUR auf 50 Mio. EUR gestiegen. Die Eigenkapitalquote sei leicht auf 42,7% gestiegen. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit sei von 126 Mio. EUR auf 51 Mio. EUR gesunken.
Die drei größten Terminals des Konzerns seien mit gut 75% Anteil am Gesamtumschlag Bremerhaven, Gioia Tauro und Hamburg. Mit relevanten Mengen sei erstmals die Anlage in Tanger dabei, die letztes Jahr 3% zum Umschlag habe beisteuern können. Die Segmente Eurogate und Contship Italia hätten sich vom Umsatz her sehr ähnlich entwickelt.
Auf der Ergebnisebene würden sich aber doch Unterschiede zeigen. Contship Italia arbeite aufgrund des hohen Transshipment-Anteils schon seit langem auf niedrigerem Margenniveau als Eurogate, dafür habe es in der Krise auch etwas weniger Gewinneinbußen gegeben. Dadurch seien die EBIT-Margen in 2009 enger beisammen. Die Italiener hätten 7,4% erzielt, während Eurogate 11,2% habe verzeichnen können.
Die Entwicklung der Umschlagszahlen im ersten Quartal 2010 zeige noch ein sehr uneinheitliches Bild. In Deutschland sei ein kleiner Zuwachs erreicht worden, der vor allem durch das 12,2%-ige Plus in Bremerhaven getragen werde. Aufgrund der Basiseffekte beim Vergleich mit Q1/2009 sei die Performance in Bremerhaven und Hamburg sehr unterschiedlich gewesen.
An der Weser sei im Vorjahresquartal bereits der Einbruch in Transatlantikgeschäft zu spüren gewesen, während an der Elbe die Umstrukturierung der Liniendienste speziell mit Asien erst im zweiten Quartal 2009 zum Tragen gekommen sei. Daher sei das erste Quartal 2010 in Hamburg mit -11,3% Rückgang so schlecht ausgefallen. In beiden Häfen deute sich aber eine konjunkturelle Belebung an, die durch neu eingesetzte Liniendienste seit April und Mai untermauert werde.
In Italien habe der Umschlagsrückgang bei 10,6% gelegen, weil hauptsächlich das größte Terminal in Gioia Tauro unter der Flaute zu leiden gehabt habe. Ähnlich wie Hamburg kämpfe Gioia Tauro mit strukturellen Problemen, nachdem Maersk seine Transshipmentverkehre dort reduziert habe. Diesen Effekt habe der nun größte Kunde MSC nicht kompensieren können. Lissabon und Tanger hätten sich sehr positiv entwickelt, wobei die relative neue Anlage in Tanger ebenfalls aufgrund des Basiseffektes eine hohe Wachstumsrate aufweise.
EUROKAI habe in 2009 die Talsohle durchschritten und könne nun nach vorne schauen. Das Jahr 2010 stehe im Zeichen der Erholung, wenn auch in kleinen Schritten. Das erste Quartal habe noch sehr verhalten angefangen, aber die Anzeichen einer Belebung würden sich mehren. Das Umschlagsvolumen sollte in Hamburg um 3% und in Bremerhaven um 8% wachsen, während man für Italien jetzt mit einem Minus von 5,6% rechne.
Die Analysten würden davon ausgehen, dass sich das erste Halbjahr 2010 insbesondere in Gioia Tauro recht schwach entwickeln werde. Aufgrund des Basiseffekts werde es keinen positiven Schub mehr aus Cagliari und Tanger geben. Insgesamt erwarte man im laufenden Jahr einen Containerumschlag von 12,7 Mio. TEU (+1,8%).
Nach Erachten der Analysten habe EUROKAI das Schlimmste hinter sich und die Anzeichen für eine Erholung würden sich verdichten. Abgesehen von der konjunkturellen Entwicklung seien in Gioia Tauro und Hamburg strukturelle Probleme derzeit akut, die man im Auge behalten müsse. Durch die regionale Diversifikation könne eine Schwäche an einer Stelle jedoch durch andere Standorte aufgefangen werden.
Insgesamt betrachtet halte man die EUROKAI-Aktie nach wie vor für unterbewertet. Auf Basis ihrer DCF- und EVA-Modelle kämen die Analysten zu einem Fair Value je Aktie von 42,00 EUR.
Die Analysten der HSH Nordbank AG bestätigen daher ihr "kaufen"-Rating für die Vorzugsaktie von EUROKAI, senken aber das Kursziel von 45,50 EUR auf 42,00 EUR. Das Anlagerisiko schätze man als hoch ein. (Analyse vom 20.05.2010) (20.05.2010/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
Nachdem im Februar bereits die Umschlagsmenge bekannt gegeben worden sei, die um 12,3% auf 12,45 Mio. TEU zurückgegangen sei, seien nun die Geschäftszahlen gefolgt. Der Umsatz sei um 16,9% auf 591 Mio. EUR abgerutscht. Dies liege leicht über den Analystenerwartungen. Die erfolgreichen Bemühungen zur Kostensenkung hätten sowohl zu einem rückläufigen Material- und Personalaufwand als auch zu gesunkenen sonstigen betrieblichen Aufwendungen geführt. Dies sei unter anderem mit Kurzarbeit am Standort Bremen und ohne betriebsbedingte Kündigungen gelungen.
Das EBITDA sei dennoch um 23,8% auf 131,1 Mio. EUR gefallen. Bei gestiegenen Abschreibungen sei das EBIT um 47,8% auf 54,5 Mio. EUR gesunken, was einer Marge von 9,2% entsprochen habe. Durch das weniger geschrumpfte Ergebnis von Contship Italia habe der Anteil des Ergebnisses Dritter am Konzernjahresüberschuss zugenommen und der Jahresüberschuss der Aktionäre sich schlussendlich um 64,1% auf 17,7 Mio. EUR reduziert. Je Aktie seien 1,11 EUR erzielt worden. Damit habe EUROKAI die Analystenerwartungen voll erfüllt. Der Dividendenvorschlag laute auf 0,30 EUR je Aktie.
Das Investitionsvolumen habe bei 76,3 Mio. EUR gelegen, wovon 28,1 Mio. EUR auf Contship Italia und 48,2 Mio. EUR (anteilig) auf Eurogate entfallen seien. Dies entspreche mehr als einer Halbierung im Vergleich zum Vorjahr. Dazu seien Investitionen gestreckt und verschobenworden. Die Großprojekte Ust-Luga in Russland, JadeWeserPort in Wilhelmshaven und die Westerweiterung in Hamburg würden nach wie vor verfolgt, aber auch hier versuche man angesichts der Überkapazitäten den Ablauf zeitlich zu strecken.
Die Verschuldung sei um 42 Mio. EUR auf 280 Mio. EUR ausgeweitet worden. Allerdings sei auch die Cash-Position um 23 Mio. EUR auf 50 Mio. EUR gestiegen. Die Eigenkapitalquote sei leicht auf 42,7% gestiegen. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit sei von 126 Mio. EUR auf 51 Mio. EUR gesunken.
Die drei größten Terminals des Konzerns seien mit gut 75% Anteil am Gesamtumschlag Bremerhaven, Gioia Tauro und Hamburg. Mit relevanten Mengen sei erstmals die Anlage in Tanger dabei, die letztes Jahr 3% zum Umschlag habe beisteuern können. Die Segmente Eurogate und Contship Italia hätten sich vom Umsatz her sehr ähnlich entwickelt.
Auf der Ergebnisebene würden sich aber doch Unterschiede zeigen. Contship Italia arbeite aufgrund des hohen Transshipment-Anteils schon seit langem auf niedrigerem Margenniveau als Eurogate, dafür habe es in der Krise auch etwas weniger Gewinneinbußen gegeben. Dadurch seien die EBIT-Margen in 2009 enger beisammen. Die Italiener hätten 7,4% erzielt, während Eurogate 11,2% habe verzeichnen können.
An der Weser sei im Vorjahresquartal bereits der Einbruch in Transatlantikgeschäft zu spüren gewesen, während an der Elbe die Umstrukturierung der Liniendienste speziell mit Asien erst im zweiten Quartal 2009 zum Tragen gekommen sei. Daher sei das erste Quartal 2010 in Hamburg mit -11,3% Rückgang so schlecht ausgefallen. In beiden Häfen deute sich aber eine konjunkturelle Belebung an, die durch neu eingesetzte Liniendienste seit April und Mai untermauert werde.
In Italien habe der Umschlagsrückgang bei 10,6% gelegen, weil hauptsächlich das größte Terminal in Gioia Tauro unter der Flaute zu leiden gehabt habe. Ähnlich wie Hamburg kämpfe Gioia Tauro mit strukturellen Problemen, nachdem Maersk seine Transshipmentverkehre dort reduziert habe. Diesen Effekt habe der nun größte Kunde MSC nicht kompensieren können. Lissabon und Tanger hätten sich sehr positiv entwickelt, wobei die relative neue Anlage in Tanger ebenfalls aufgrund des Basiseffektes eine hohe Wachstumsrate aufweise.
EUROKAI habe in 2009 die Talsohle durchschritten und könne nun nach vorne schauen. Das Jahr 2010 stehe im Zeichen der Erholung, wenn auch in kleinen Schritten. Das erste Quartal habe noch sehr verhalten angefangen, aber die Anzeichen einer Belebung würden sich mehren. Das Umschlagsvolumen sollte in Hamburg um 3% und in Bremerhaven um 8% wachsen, während man für Italien jetzt mit einem Minus von 5,6% rechne.
Die Analysten würden davon ausgehen, dass sich das erste Halbjahr 2010 insbesondere in Gioia Tauro recht schwach entwickeln werde. Aufgrund des Basiseffekts werde es keinen positiven Schub mehr aus Cagliari und Tanger geben. Insgesamt erwarte man im laufenden Jahr einen Containerumschlag von 12,7 Mio. TEU (+1,8%).
Nach Erachten der Analysten habe EUROKAI das Schlimmste hinter sich und die Anzeichen für eine Erholung würden sich verdichten. Abgesehen von der konjunkturellen Entwicklung seien in Gioia Tauro und Hamburg strukturelle Probleme derzeit akut, die man im Auge behalten müsse. Durch die regionale Diversifikation könne eine Schwäche an einer Stelle jedoch durch andere Standorte aufgefangen werden.
Insgesamt betrachtet halte man die EUROKAI-Aktie nach wie vor für unterbewertet. Auf Basis ihrer DCF- und EVA-Modelle kämen die Analysten zu einem Fair Value je Aktie von 42,00 EUR.
Die Analysten der HSH Nordbank AG bestätigen daher ihr "kaufen"-Rating für die Vorzugsaktie von EUROKAI, senken aber das Kursziel von 45,50 EUR auf 42,00 EUR. Das Anlagerisiko schätze man als hoch ein. (Analyse vom 20.05.2010) (20.05.2010/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
Aktuelle Kursinformationen mehr >
| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 58,20 € | 58,40 € | -0,20 € | -0,34% | 27.04./18:28 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0005706535 | 570653 | 64,60 € | 34,20 € | |
| Handelsplatz | Letzter | Veränderung | Zeit |
|
|
58,20 € | -0,34% | 18:28 |
| Düsseldorf | 57,80 € | +0,70% | 19:31 |
| Stuttgart | 58,00 € | +0,69% | 19:31 |
| Hamburg | 57,20 € | 0,00% | 11:46 |
| München | 57,40 € | -1,03% | 08:41 |
| Frankfurt | 57,20 € | -1,38% | 08:06 |
| Hannover | 57,20 € | -2,05% | 08:16 |
= Realtime
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