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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Claudia Erdmann, Analystin der HSH Nordbank AG, stuft die Vorzugsaktie von EUROKAI (ISIN DE0005706535 / WKN 570653) weiterhin mit "kaufen" ein.
Die Weltwirtschaftskrise und der Einbruch des Welthandels hätten EUROKAI im vergangenen Jahr schmerzlich zugesetzt. Die Umschlagsmenge sei um 12,3% auf 12,45 Mio. TEU zurückgegangen. Die italienischen Terminals hätten sich mit 9,9% weniger Containern zufrieden geben müssen. Sie hätten per Saldo nach wie vor vom positiven Einfluss des Terminals Cagliari profitiert. Stärker betroffen seien die deutschen Seehäfen gewesen; dort hätten Bremerhaven 17,5% und Hamburg 20,5% der Container verloren.
Die Mengenverluste würden sowohl mit dem rückläufigen Handel mit Asien und den Ostseeanrainerländern als auch mit dem verschärfen Wettbewerb mit den Benelux-Häfen zusammenhängen. Feederverkehre seien von den Reedern in spürbarem Maße vor allem nach Rotterdam abgezogen worden. Der neue Terminal in Marokko habe am Jahresende eine Umschlagsmenge von knapp 0,5 Mio. TEU erreicht.
Betrachte man die Umschlagsentwicklung in den einzelnen Quartalen (jeweils im Vergleich zum Vorjahresquartal), so zeige sich, dass in Bremerhaven die Talsohle schon durchschritten sein sollte, denn das vierte Quartal sei mit nur noch -7,7% deutlich stärker als die Vorquartale gewesen. Hamburg habe sich stabilisiert und in Q2 bis Q4 zwischen -25% bis -24% gelegen.
Dahingegen habe sich in den italienischen Häfen, nach einem recht robusten ersten Halbjahr, der Abwärtstrend im Jahresverlauf deutlich verschärft. Hiervon sei besonders Gioia Tauro betroffen, weil Maersk einige Liniendienste anders strukturiert habe. Man sehe daher für die erste Jahreshälfte 2010 eine schwächere Entwicklung in Italien als in den deutschen Häfen. Dazu passe die Nachricht, dass in Italien Beschäftigungsmaßnahmen drohen. Am Standort Gioia Tauro sollten rund ein Drittel der Belegschaft, also ungefähr 400 Mitarbeiter, in die Cassa Integrazione geschickt werden, das heiße sie würden freigestellt, hätten aber Perspektiven für eine Wiederbeschäftigung.
Nach dem extrem scharfen Einbruch im vergangenen Jahr würden sich die Anzeichen für eine Stabilisierung der Wirtschaftslage mehren. Für 2010 erwarte der IWF einen Zuwachs des Welt-BIPs von 3,9% und von 5,8% des Welthandels. Dabei würden sich die Emerging and Developing Economies schneller erholen als die Advanced Economies. Der See-Containerverkehr dürfte sich in einer ähnlichen Größenordnung bewegen wie der Welthandel. Die absoluten Zahlen würden aber deutlich unter den Niveaus von 2007 oder 2008 bleiben.
Der deutsche Außenhandel habe sich in den letzten Monaten stabilisiert und beim Vergleich mit den Vormonatswerten wieder positive Zuwachsraten verzeichnen können. Beim Vergleich mit den Vorjahreszahlen seien die Wachstumsraten allerdings lange Zeit deutlich im negativen zweistelligen Bereich geblieben. Allein die Exporte seien im Dezember mit +3,4% in den positiven Bereich zurückgekehrt. Aufgrund des Basiseffektes dürfe man bei den Wachstumsraten in den nächsten Monaten erneut mit positiven Werten rechnen.
Die Zeichen aus China seien noch ermutigender. Die Konjunkturpakete hätten die Wirtschaft gestützt, wenn auch nicht, ohne neue Probleme aufzuwerfen. Der Außenhandel habe sich gefangen und stimuliere den Welthandel. Nachdem die Importe bereits im November wieder positive Wachstumsraten erzielt hätten, seien im Dezember die Exporte ebenfalls ins Plus zurückgekehrt - beide Handelsströme mit zweistelligen Raten. Im Januar dieses Jahres seien die Importe um sagenhafte 85% gewachsen.
EUROKAI habe in 2009 die Talsohle durchschritten und könne nun nach vorne schauen. Das Jahr 2010 stehe im Zeichen der Erholung, wenn auch in kleinen Schritten. Das Umschlagsvolumen sollte in Hamburg um 3% und in Bremerhaven um 4% wachsen, während man für Italien nur mit einem Plus von 2% rechne. In Italien sei das zweite Halbjahr 2009 besonders schlecht gelaufen, so dass man davon ausgehe, dass sich zumindest das erste Quartal 2010 noch recht schwach entwickeln werde. Aufgrund des Basiseffekts werde es keinen positiven Schub mehr aus Cagliari und Tanger geben; dafür komme es nach Erachten der Analysten auf breiter Front zu einer leichten Erholung der Umschläge. Insgesamt erwarte man einen Containerumschlag im laufenden Jahr von 13,0 Mio. TEU (+4,7%).
Die Analysten hätten ihre Gewinnschätzung für 2009 nochmals leicht gesenkt und würden mit einem Umsatzrückgang von 18,6% auf 579 Mio. EUR rechnen. Maßnahmen zur Kostenreduzierung seien schnell ergriffen worden, wie zum Beispiel die Einführung der Kurzarbeit. Dennoch rutsche das EBITDA ihrer Schätzung nach auf 121,7 Mio. EUR (-29,3%). Dies entspreche einem Rückgang der EBITDA-Marge von 22,8% auf 19,7%. Auf Nettoebene gehe das Ergebnis je Aktie um 65% auf 1,09 EUR zurück. Die Dividende je Aktie sollte in diesem Umfeld nur noch 0,10 EUR betragen. Für das laufende Jahr sehe man den Umsatz bei 605,8 Mio. EUR (+4,6%) und das EBITDA bei 133,7 Mio. EUR (+9,9%).
Für den Terminal in Ust-Luga habe man die Inbetriebnahme noch in diesem Jahr und einen ersten kleinen Umschlagsbeitrag von 80.000 TEU angenommen. Dagegen hätten die Analysten die Schätzung bezüglich Wilhelmshaven dahingehend geändert, dass sie erste Containermengen erst für 2012 erwarten würden. Bei den Investitionsausgaben rechne man mit einer starken Zurückhaltung in diesem Jahr. 2011 würden sich dann die Ausgaben für den JadeWeserPort in Wilhelmshaven bemerkbar machen. Die Westerweiterung in Hamburg spiele frühestens 2014 eine Rolle.
Die Aktie von EUROKAI habe in den letzten Monaten einige Male einen Vorstoß in Richtung 30 EUR unternommen, das Niveau aber nicht halten können. Trotz der einsetzenden Erholung des Welthandels habe sich Stimmung für die Aktie nicht wesentlich aufgehellt. Nach Erachten der Analysten würden die positiven Aspekte in der Wahrnehmung der Investoren jetzt mehr in den Vordergrund rücken. Fundamental habe die Aktie ohnehin viel Spielraum nach oben. Auf Basis der DCF-und EVA-Modelle komme man zu einem Fair Value je Aktie von 45,50 EUR.
Die Analysten der HSH Nordbank AG bestätigen daher ihr "kaufen"-Rating für die Vorzugsaktie von EUROKAI, senken aber das Kursziel von 52,90 EUR auf 45,50 EUR. Das Anlagerisiko schätze man als mittel ein. (Analyse vom 15.02.201 (15.02.2010/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
Die Weltwirtschaftskrise und der Einbruch des Welthandels hätten EUROKAI im vergangenen Jahr schmerzlich zugesetzt. Die Umschlagsmenge sei um 12,3% auf 12,45 Mio. TEU zurückgegangen. Die italienischen Terminals hätten sich mit 9,9% weniger Containern zufrieden geben müssen. Sie hätten per Saldo nach wie vor vom positiven Einfluss des Terminals Cagliari profitiert. Stärker betroffen seien die deutschen Seehäfen gewesen; dort hätten Bremerhaven 17,5% und Hamburg 20,5% der Container verloren.
Die Mengenverluste würden sowohl mit dem rückläufigen Handel mit Asien und den Ostseeanrainerländern als auch mit dem verschärfen Wettbewerb mit den Benelux-Häfen zusammenhängen. Feederverkehre seien von den Reedern in spürbarem Maße vor allem nach Rotterdam abgezogen worden. Der neue Terminal in Marokko habe am Jahresende eine Umschlagsmenge von knapp 0,5 Mio. TEU erreicht.
Betrachte man die Umschlagsentwicklung in den einzelnen Quartalen (jeweils im Vergleich zum Vorjahresquartal), so zeige sich, dass in Bremerhaven die Talsohle schon durchschritten sein sollte, denn das vierte Quartal sei mit nur noch -7,7% deutlich stärker als die Vorquartale gewesen. Hamburg habe sich stabilisiert und in Q2 bis Q4 zwischen -25% bis -24% gelegen.
Dahingegen habe sich in den italienischen Häfen, nach einem recht robusten ersten Halbjahr, der Abwärtstrend im Jahresverlauf deutlich verschärft. Hiervon sei besonders Gioia Tauro betroffen, weil Maersk einige Liniendienste anders strukturiert habe. Man sehe daher für die erste Jahreshälfte 2010 eine schwächere Entwicklung in Italien als in den deutschen Häfen. Dazu passe die Nachricht, dass in Italien Beschäftigungsmaßnahmen drohen. Am Standort Gioia Tauro sollten rund ein Drittel der Belegschaft, also ungefähr 400 Mitarbeiter, in die Cassa Integrazione geschickt werden, das heiße sie würden freigestellt, hätten aber Perspektiven für eine Wiederbeschäftigung.
Nach dem extrem scharfen Einbruch im vergangenen Jahr würden sich die Anzeichen für eine Stabilisierung der Wirtschaftslage mehren. Für 2010 erwarte der IWF einen Zuwachs des Welt-BIPs von 3,9% und von 5,8% des Welthandels. Dabei würden sich die Emerging and Developing Economies schneller erholen als die Advanced Economies. Der See-Containerverkehr dürfte sich in einer ähnlichen Größenordnung bewegen wie der Welthandel. Die absoluten Zahlen würden aber deutlich unter den Niveaus von 2007 oder 2008 bleiben.
Die Zeichen aus China seien noch ermutigender. Die Konjunkturpakete hätten die Wirtschaft gestützt, wenn auch nicht, ohne neue Probleme aufzuwerfen. Der Außenhandel habe sich gefangen und stimuliere den Welthandel. Nachdem die Importe bereits im November wieder positive Wachstumsraten erzielt hätten, seien im Dezember die Exporte ebenfalls ins Plus zurückgekehrt - beide Handelsströme mit zweistelligen Raten. Im Januar dieses Jahres seien die Importe um sagenhafte 85% gewachsen.
EUROKAI habe in 2009 die Talsohle durchschritten und könne nun nach vorne schauen. Das Jahr 2010 stehe im Zeichen der Erholung, wenn auch in kleinen Schritten. Das Umschlagsvolumen sollte in Hamburg um 3% und in Bremerhaven um 4% wachsen, während man für Italien nur mit einem Plus von 2% rechne. In Italien sei das zweite Halbjahr 2009 besonders schlecht gelaufen, so dass man davon ausgehe, dass sich zumindest das erste Quartal 2010 noch recht schwach entwickeln werde. Aufgrund des Basiseffekts werde es keinen positiven Schub mehr aus Cagliari und Tanger geben; dafür komme es nach Erachten der Analysten auf breiter Front zu einer leichten Erholung der Umschläge. Insgesamt erwarte man einen Containerumschlag im laufenden Jahr von 13,0 Mio. TEU (+4,7%).
Die Analysten hätten ihre Gewinnschätzung für 2009 nochmals leicht gesenkt und würden mit einem Umsatzrückgang von 18,6% auf 579 Mio. EUR rechnen. Maßnahmen zur Kostenreduzierung seien schnell ergriffen worden, wie zum Beispiel die Einführung der Kurzarbeit. Dennoch rutsche das EBITDA ihrer Schätzung nach auf 121,7 Mio. EUR (-29,3%). Dies entspreche einem Rückgang der EBITDA-Marge von 22,8% auf 19,7%. Auf Nettoebene gehe das Ergebnis je Aktie um 65% auf 1,09 EUR zurück. Die Dividende je Aktie sollte in diesem Umfeld nur noch 0,10 EUR betragen. Für das laufende Jahr sehe man den Umsatz bei 605,8 Mio. EUR (+4,6%) und das EBITDA bei 133,7 Mio. EUR (+9,9%).
Für den Terminal in Ust-Luga habe man die Inbetriebnahme noch in diesem Jahr und einen ersten kleinen Umschlagsbeitrag von 80.000 TEU angenommen. Dagegen hätten die Analysten die Schätzung bezüglich Wilhelmshaven dahingehend geändert, dass sie erste Containermengen erst für 2012 erwarten würden. Bei den Investitionsausgaben rechne man mit einer starken Zurückhaltung in diesem Jahr. 2011 würden sich dann die Ausgaben für den JadeWeserPort in Wilhelmshaven bemerkbar machen. Die Westerweiterung in Hamburg spiele frühestens 2014 eine Rolle.
Die Aktie von EUROKAI habe in den letzten Monaten einige Male einen Vorstoß in Richtung 30 EUR unternommen, das Niveau aber nicht halten können. Trotz der einsetzenden Erholung des Welthandels habe sich Stimmung für die Aktie nicht wesentlich aufgehellt. Nach Erachten der Analysten würden die positiven Aspekte in der Wahrnehmung der Investoren jetzt mehr in den Vordergrund rücken. Fundamental habe die Aktie ohnehin viel Spielraum nach oben. Auf Basis der DCF-und EVA-Modelle komme man zu einem Fair Value je Aktie von 45,50 EUR.
Die Analysten der HSH Nordbank AG bestätigen daher ihr "kaufen"-Rating für die Vorzugsaktie von EUROKAI, senken aber das Kursziel von 52,90 EUR auf 45,50 EUR. Das Anlagerisiko schätze man als mittel ein. (Analyse vom 15.02.201 (15.02.2010/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
Aktuelle Kursinformationen mehr >
| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 57,60 € | 60,20 € | -2,60 € | -4,32% | 24.04./21:38 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0005706535 | 570653 | 64,60 € | 34,20 € | |
| Handelsplatz | Letzter | Veränderung | Zeit |
|
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57,60 € | -4,32% | 24.04.26 |
| Hannover | 58,40 € | +0,34% | 24.04.26 |
| Hamburg | 57,20 € | -1,72% | 24.04.26 |
| München | 58,00 € | -2,68% | 24.04.26 |
| Stuttgart | 57,60 € | -3,03% | 24.04.26 |
| Düsseldorf | 57,40 € | -3,04% | 24.04.26 |
| Frankfurt | 58,00 € | -3,33% | 24.04.26 |
= Realtime
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