EMPRISE stark spekulativ




05.10.06 16:13
Nebenwerte Journal

Sauerlach (aktiencheck.de AG) - Nach Ansicht von Claus Müller, Finanzanalyst DVFA von "Nebenwerte Journal", ist die Aktie von EMPRISE stark spekulativ.

Die Wertpapierexperten hätten sich bei ihrer Meinungsbildung von der Zuversicht des Vorstands leiten lassen, die in der Hauptversammlung, am 21.06.2005, zum Ausdruck gekommen sei. Erwartet worden sei damals ein Anstieg des Konzernumsatzes auf 30 Mio. EUR (Vorjahreszeitraum 24,8 Mio. EUR) und das EBIT auf 2,4 Mio. EUR (VJ 1,45 Mio. EUR). Bei einem Anstieg des Jahresüberschusses auf 1,5 Mio. EUR (VJ 0,62 Mio. EUR) wäre ein EPS von 0,19 EUR herausgekommen.

Diese Erwartung sei im Geschäftsjahr 2005 weit verfehlt worden, stattdessen habe der Konzernumsatz lediglich bei 23,5 Mio. EUR gelegen, das EBIT sei mit -0,75 Mio. EUR abermals in den defizitären Bereich gesunken. Das DVFA-Ergebnis habe bei -1,22 Mio. EUR gelegen, bzw. -0,10 EUR je Aktie.

In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres habe sich die Gesamtleistung des Konzerns auf 10,7 Mio. EUR (VJ 11,4 Mio. EUR) abermals rückläufig entwickelt. Dabei sei beim EBITDA eine erhebliche Ausweitung des Defizits auf -2,4 Mio. EUR (VJ 0,3 Mio. EUR) eingetreten. Das EBIT habe einen Fehlbetrag von -2,7 Mio. EUR (VJ 0,4 Mio. EUR) verzeichnet. Der Vorstand habe gestehen müssen, dass die Planungen für das Lizenz- und Lösungsgeschäft damit erneut nicht unerheblich unterschritten worden seien.

Umsatzmindernd habe sich abermals die vorzeitige Beendigung des Projektes mit der Kassenärztlichen Vereinigung ausgewirkt (Umsatzanteil in der Referenzperiode des Vorjahres 25%). Allerdings sei berichtet worden, dass sich der Auftragseingang in diesem Zeitraum deutlich belebt habe und dass damit Hoffnungen realistisch seien, im dritten Quartal deutlich besser abschneiden zu können. Nach Ansicht der Wertpapierexperten erscheine es allerdings ausgeschlossen, dass der im ersten Halbjahr aufgelaufene Verlust im Rest des Jahres noch aufgeholt werden könne. Der zu erwartende Fehlbetrag je Aktie dürfte sich etwa im Ausmaß des Vorjahres bewegen.

Dass die Bemühungen der EMPRISE AG, sich über strategische Akquisitionen und verstärkte Anstrengungen sowohl auf der Vertriebsseite als auch bei der Weiterentwicklung der Problemlösungen eine verbesserte Marktposition zu erobern, bislang nur wenig positive Auswirkungen auf Umsatz und Ertrag gebracht hätten, lasse Zweifel an der Richtigkeit der unternehmerischen Entscheidungen zu. Den Beweis dafür werde der Vorstand daher erst noch liefern müssen.

Auf Basis der derzeit verfügbaren Daten können die Experten von "Nebenwerte Journal" ein Engagement bei EMPRISE nur als stark spekulativ einstufen. Der Titel sei für konservative Anleger kein Thema. (05.10.2006/ac/a/nw)








 
 
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