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Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die Aussagen von EZB-Chef Draghi, alles Erforderliche für den Fortbestand des Euro tun zu wollen, hat nicht nur die Aktienmärkte beflügelt: Auch der Euro zeigt seitdem wieder vermehrt Lebenszeichen, die Zeit der Rekordstände vieler Währungen gegenüber dem Euro scheint beendet, so die Deutsche Börse AG.
Nach dem Fall auf ein Zweijahrestief bei 1,2089 US-Dollar am 24. Juli habe sich die Gemeinschaftswährung stabilisiert und notiere aktuell bei 1,2350 US-Dollar. Vor gut einem Jahr habe der Euro allerdings noch zu 1,48 US-Dollar den Besitzer gewechselt.
Ob der Euro nun über den Berg sei oder weiteres Ungemach drohe - darüber seien sich Devisenexperten uneins. Doch sei die Zuversicht in den vergangenen Wochen gestiegen. Etwa gehe Kathrin Clasen von der HSH Nordbank davon aus, dass es zu einer weiteren Beruhigung in der Schuldenkrise kommen und der Eurokurs weiter steigen werde. "Die Äußerungen Draghis, die auch von politischer Seite Unterstützung fanden, haben die Märkte besänftigt. Auch kamen zuletzt bessere Nachrichten aus Griechenland", argumentiere die Analystin. Die Chancen auf eine Auszahlung der nächsten Hilfstranche für Athen seien gewachsen. "Das Augenmerk wird dann wieder mehr in Richtung USA und der Schwächen dort gehen." Ende des Jahres sehe die Bank den Euro bei 1,30 US-Dollar.
"Sollten dank EZB und Rettungsfonds die Risikoaufschläge zurückgehen, dürfte sich der Euro erholen", meine auch Christian Apelt von der Helaba. Die US-Wirtschaft laufe ebenfalls nicht rund, so dass die Wahrscheinlichkeit eines neuen Wertpapierkaufprogramms seitens der US-Notenbank gewachsen sei. "Im Gegensatz zur EZB sollten FED-Käufe die eigene Währung im derzeitigen Umfeld schwächen." Per Ende 2012 prognostiziere die Bank einen Eurokurs von 1,35, Mitte 2013 von 1,40 US-Dollar.
Für Antje Praefke von der Commerzbank mutiere die Währungsunion allerdings immer mehr zu einer Haftungsunion - für sie kein gutes Zeichen. "Damit verliert der Euro zunehmend an Attraktivität." Einen Absturz erwarte die Analystin aber nicht. "Dagegen spricht erstens, dass die Aktionen der EZB und des EFSF/ESM die Märkte etwas beruhigen dürften und dass zweitens eine weitere Lockerung der Geldpolitik in den USA noch nicht vom Tisch ist." Nichtsdestotrotz habe die Bank ihre Wechselkursprognose für das Währungspaar nach unten angepasst und rechne für Ende dieses Jahres mit 1,20 US-Dollar je Euro, für Ende 2013 sogar nur noch mit 1,13 US-Dollar.
Zwar würden die Briten zumindest bei der Olympiade andere europäische Länder weit hinter sich lassen, die Inselwährung habe aber in den vergangenen Wochen an Wert verloren. Seit dem Fall auf 0,7765 Pfund zum Euro im Juli, dem tiefsten Stand seit fast vier Jahren, habe sich der Euro berappeln können, heute müssten wieder 0,7937 Pfund gezahlt werden. Bei Währungsexperten habe die Stärke des Pfunds ohnehin schon eine Weile für Kopfschütteln gesorgt: "Weder das geldpolitische Umfeld noch die wirtschaftliche Entwicklung haben das gerechtfertigt", kommentiere Clasen.
"Die britische Wirtschaft befindet sich in einer Rezession und dürfte auch im Gesamtjahr 2012 schrumpfen", bemerke Apelt. Die Frühindikatoren seien weiter gefallen, zudem werde die Bank of England ihr Kaufprogramm im Herbst wohl noch einmal ausweiten. Sein Fazit: "Mit nachlassenden Euro-Sorgen sollten sich die Probleme der britischen Wirtschaft auf das Pfund auswirken und der Euro-Pfund-Kurs spürbar über 0,80 steigen." Die HSH Nordbank sehe das ähnlich: Ihre Prognose liege bei 0,81 Pfund zum Jahresende.
Dass aufgrund des teuren Franken Touristen der Schweiz fern bleiben und ihr Geld lieber auf Mallorca, Sylt oder Djerba lassen würden, hätten die Eidgenossen in den vergangenen Wochen deutlich zu spüren bekommen. Ohne Währungsgrenze wären die Verluste für den Schweizer Fremdenverkehr aber wohl noch schmerzlicher ausgefallen. Aussichten auf Wegfall oder Änderung der Schwelle gebe es derzeit nicht. "Die Schweizer Notenbank SNB dürfte auch im Juli kräftig interveniert haben, um die Marke von 1,20 zu halten", mutmaße Apelt, die Devisenreserven befänden sich aber noch nicht auf kritisch hohen Niveaus. Für die SNB gebe es keinen akuten Grund für einen Kurswechsel, zumal sie weiter von der Politik gestützt werde.
Während das Währungspaar US-Dollar/Yen seit einigen Wochen um 78 Yen zum Greenback pendle, habe sich der Euro zum Yen fangen können. Heute gehe die Gemeinschaftswährung zu 96,98 Yen über den Tisch, im Juli seien zwischenzeitlich nur noch 94,12 Yen zu zahlen gewesen. "Mit nachlassender Risikoaversion sollte der Euro wieder stärker werden", meine Clasen auch hier. Die Bank erwarte für Ende des Jahres einen Kurs von 107 Yen zum Euro sowie 82 zum US-Dollar.
Es gebe viele Währungen, die von der Eurokrise profitieren würden, als Höhenflieger am Devisenmarkt gelte aber derzeit die Schwedische Krone, wie Apelt erkläre. Im Moment würden für einen Euro 8,26 Kronen hingelegt, im Mai seien es noch über 9, Ende 2009 über 10 Kronen gewesen. "Das sehr kräftige Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal lässt Schweden als Hort der Glückseligkeit erscheinen", erläutere der Analyst. Auch sei die Inflation moderat, die Staatsfinanzen seien solide. Apelt warne aber: "Die konjunkturellen Probleme der Eurozone dürften noch Folgen in Schweden haben, eine weitere Zinssenkung der schwedischen Notenbank ist möglich." Als recht illiquide Währung habe sich die Krone in der Vergangenheit nicht als sicherer Anlagehafen bewährt. "Daher dürften sich die Kursgewinne wieder verringern." (08.08.2012/ac/a/m)
Nach dem Fall auf ein Zweijahrestief bei 1,2089 US-Dollar am 24. Juli habe sich die Gemeinschaftswährung stabilisiert und notiere aktuell bei 1,2350 US-Dollar. Vor gut einem Jahr habe der Euro allerdings noch zu 1,48 US-Dollar den Besitzer gewechselt.
Ob der Euro nun über den Berg sei oder weiteres Ungemach drohe - darüber seien sich Devisenexperten uneins. Doch sei die Zuversicht in den vergangenen Wochen gestiegen. Etwa gehe Kathrin Clasen von der HSH Nordbank davon aus, dass es zu einer weiteren Beruhigung in der Schuldenkrise kommen und der Eurokurs weiter steigen werde. "Die Äußerungen Draghis, die auch von politischer Seite Unterstützung fanden, haben die Märkte besänftigt. Auch kamen zuletzt bessere Nachrichten aus Griechenland", argumentiere die Analystin. Die Chancen auf eine Auszahlung der nächsten Hilfstranche für Athen seien gewachsen. "Das Augenmerk wird dann wieder mehr in Richtung USA und der Schwächen dort gehen." Ende des Jahres sehe die Bank den Euro bei 1,30 US-Dollar.
"Sollten dank EZB und Rettungsfonds die Risikoaufschläge zurückgehen, dürfte sich der Euro erholen", meine auch Christian Apelt von der Helaba. Die US-Wirtschaft laufe ebenfalls nicht rund, so dass die Wahrscheinlichkeit eines neuen Wertpapierkaufprogramms seitens der US-Notenbank gewachsen sei. "Im Gegensatz zur EZB sollten FED-Käufe die eigene Währung im derzeitigen Umfeld schwächen." Per Ende 2012 prognostiziere die Bank einen Eurokurs von 1,35, Mitte 2013 von 1,40 US-Dollar.
Zwar würden die Briten zumindest bei der Olympiade andere europäische Länder weit hinter sich lassen, die Inselwährung habe aber in den vergangenen Wochen an Wert verloren. Seit dem Fall auf 0,7765 Pfund zum Euro im Juli, dem tiefsten Stand seit fast vier Jahren, habe sich der Euro berappeln können, heute müssten wieder 0,7937 Pfund gezahlt werden. Bei Währungsexperten habe die Stärke des Pfunds ohnehin schon eine Weile für Kopfschütteln gesorgt: "Weder das geldpolitische Umfeld noch die wirtschaftliche Entwicklung haben das gerechtfertigt", kommentiere Clasen.
"Die britische Wirtschaft befindet sich in einer Rezession und dürfte auch im Gesamtjahr 2012 schrumpfen", bemerke Apelt. Die Frühindikatoren seien weiter gefallen, zudem werde die Bank of England ihr Kaufprogramm im Herbst wohl noch einmal ausweiten. Sein Fazit: "Mit nachlassenden Euro-Sorgen sollten sich die Probleme der britischen Wirtschaft auf das Pfund auswirken und der Euro-Pfund-Kurs spürbar über 0,80 steigen." Die HSH Nordbank sehe das ähnlich: Ihre Prognose liege bei 0,81 Pfund zum Jahresende.
Dass aufgrund des teuren Franken Touristen der Schweiz fern bleiben und ihr Geld lieber auf Mallorca, Sylt oder Djerba lassen würden, hätten die Eidgenossen in den vergangenen Wochen deutlich zu spüren bekommen. Ohne Währungsgrenze wären die Verluste für den Schweizer Fremdenverkehr aber wohl noch schmerzlicher ausgefallen. Aussichten auf Wegfall oder Änderung der Schwelle gebe es derzeit nicht. "Die Schweizer Notenbank SNB dürfte auch im Juli kräftig interveniert haben, um die Marke von 1,20 zu halten", mutmaße Apelt, die Devisenreserven befänden sich aber noch nicht auf kritisch hohen Niveaus. Für die SNB gebe es keinen akuten Grund für einen Kurswechsel, zumal sie weiter von der Politik gestützt werde.
Während das Währungspaar US-Dollar/Yen seit einigen Wochen um 78 Yen zum Greenback pendle, habe sich der Euro zum Yen fangen können. Heute gehe die Gemeinschaftswährung zu 96,98 Yen über den Tisch, im Juli seien zwischenzeitlich nur noch 94,12 Yen zu zahlen gewesen. "Mit nachlassender Risikoaversion sollte der Euro wieder stärker werden", meine Clasen auch hier. Die Bank erwarte für Ende des Jahres einen Kurs von 107 Yen zum Euro sowie 82 zum US-Dollar.
Es gebe viele Währungen, die von der Eurokrise profitieren würden, als Höhenflieger am Devisenmarkt gelte aber derzeit die Schwedische Krone, wie Apelt erkläre. Im Moment würden für einen Euro 8,26 Kronen hingelegt, im Mai seien es noch über 9, Ende 2009 über 10 Kronen gewesen. "Das sehr kräftige Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal lässt Schweden als Hort der Glückseligkeit erscheinen", erläutere der Analyst. Auch sei die Inflation moderat, die Staatsfinanzen seien solide. Apelt warne aber: "Die konjunkturellen Probleme der Eurozone dürften noch Folgen in Schweden haben, eine weitere Zinssenkung der schwedischen Notenbank ist möglich." Als recht illiquide Währung habe sich die Krone in der Vergangenheit nicht als sicherer Anlagehafen bewährt. "Daher dürften sich die Kursgewinne wieder verringern." (08.08.2012/ac/a/m)









