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Crash nach Wahlen in den USA?




29.10.04 17:38
Grüner VM

Die Experten von Grüner VM fragen sich, ob es nach den Wahlen in den USA zum Crash kommt.

Viele Anleger seien nervös. Die anstehenden Präsidentschaftswahlen in den USA würden das entscheidende Thema der kommenden Woche sein. Wohl noch nie habe eine Wahl in den USA in Deutschland ein so großes Medieninteresse hervorgerufen. Es würden sich im unmittelbaren Vorfeld der Wahlen in den USA mehrere Dokumentationen über die Terroranschläge vom 11. September 2001, über die amerikanische Geschichte und die Biografien der Kandidaten aneinander reihen. Am Wahltag selbst, dem 02. November, würden alle großen Sender live über "Die Nacht der Entscheidung" berichten. Pro7 strahle am Vorabend der Wahl - als TV-Premiere in Deutschland - den als Dokumentarfilm deklarierten "Fahrenheit 09/11" von Oscar-Preisträger Michael Moore aus.

Der Durchschnitt der aktuellen Umfragen seht George W. Bush mit 48,6% zu 46,3% gegenüber John Kerry im Vorteil. Elektronische Wettbörsen würden Bush ebenfalls in Front sehen. Bluevex führe Bush mit 5,40 - Kerry mit 4,86; Tradesports.com sehe Bush mit 51,5 - Kerry mit 48,1. Die aktuelle Situation sei jedoch zu eng, um eine gesicherte Aussage über den zukünftigen Präsidenten treffen zu können. Unvorhergesehene Ereignisse könnten den Wahlausgang noch beeinflussen. Man erinnere sich an die Anschläge von Madrid.

Die Amerikaner seien tief in drei Lager gespalten. Selten habe ein Wahlkampf die Amerikaner so polarisiert wie 2004. Kerry und Bush seien zwar in Yale noch Mitglieder der gleichen Geheimverbindung "Skull and Bones" gewesen, viel mehr vereine sie inzwischen jedoch nicht mehr. Die Unterstützer von John Kerry würden Präsident George W. Bush als unflexibel, unehrlich, zu konservativ und ideologisiert religiös bezeichnen, sie würden ihm zudem vorwerfen, lediglich die Reichen des Landes und die Unternehmensinteressen zu vertreten. Die Unterstützer von Amtsinhaber George W. Bush würden John Kerry als zu liberal, unerfahren, mehrdeutig in seinen Aussagen und als dazu bereit ansehen, alle Meinungen zu vertreten um gewählt zu werden. Anhänger beider Parteien seien grundsätzlich eher gegen ihren politischen Gegner eingestellt, als für ihre eigenen Kandidaten. Republikaner beispielsweise würden ihren Kandidaten Bush intensiver unterstützen als die Demokraten John Kerry unterstützen. Aber Demokraten würden George Bush mehr als die Republikaner John Kerry hassen.

Die Kampagnen gegen Präsident George W. Bush seien wesentlich medienwirksamer als die der Gegner von John Kerry. Dies habe teilweise einen simplen Grund: In der amerikanischen Medienlandschaft würden sich schätzungsweise 90% aller Reporter und Journalisten als liberal und eher "demokratisch" sehen. Die Medien würden folgerichtig mehrheitlich John Kerry bevorzugen. Diese beiden, ideologisch orientierten Gruppen und traditionelle Anhänger der Republikaner oder Demokraten, würden durch eine dritte, etwa gleich große Gruppe an Amerikanern ergänzt, die eher personenbezogen wählen und keiner bestimmten Ideologie folgen würden. Die Wahlbeteiligung, die seit dem Zweiten Weltkrieg im Durchschnitt zwischen 50 und 55 Prozent gelegen habe, 2000 seien es 59% gewesen, werde in diesem Jahr wohl höher ausfallen und Rekordwerte erreichen.

Sollte John Kerry der nächste US-Präsident werden, würde auch ein neuer Finanzminister den bisherigen Amtsinhaber John Snow ablösen. Die Währungspolitik sei im bisherigen Wahlkampf kein Thema gewesen, das zu erwartende Kopf-an-Kopf-Rennen habe in den letzten Tagen jedoch zu einem Schwächeanfall des US-Dollars geführt, der den Euro mit Kursen über 1,28 USD fast wieder an sein bisheriges Jahreshoch geführt habe, doch der damit lediglich knapp 1% über seinem Kurs zum Jahresanfang notiere. Das Jahrestief des Euro habe bei ca. 1,17 USD gelegen. Die Risikoaversion gegenüber US-Aktien habe in den vergangenen Tagen weiter zugenommen. Das Düsseldorfer Marktforschungsinstitut AMR habe im Auftrag von HSBC Trinkaus & Burkhardt und in Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt 500 Anleger aus höheren Einkommens- und Bildungsschichten zu diesem Thema befragt. Die konkrete Fragestellung habe gelautet: "Warten Sie bei Ihrem Aktieninvestment den Ausgang der US-Wahl ab?" 37% hätten geantwortet, dass sie ihr Kapital aus US-Aktien abgezogen hätten - 56% hätten angegeben, dass sie grundsätzlich nicht in US-Aktien investieren würden und lediglich 7% hätten gemeint, dass sie sich nicht von den US-Wahlen in ihren Entscheidungen beeinflussen lassen würden. Während allgemein die Rüstungstitel, Pharma-Aktien, Öl- und Tabakwerte eher von einer Wiederwahl Bushs profitieren sollten, so seien die Kerry-Profiteure eher im Lager der Dienstleister, der neuen Energien und im Bereich Erziehung und Bildung gesehen.

Alan Greenspans Amtszeit als Chef der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ende vermutlich im Februar 2006 und damit in der Mitte der nächsten Amtszeit des neu gewählten Präsidenten. Greenspan werde dann 80 Jahre alt und er würde nach 18 Jahren in den Ruhestand verabschiedet. Die Finanzmärkte würden die Benennung des Nachfolgers aufmerksam verfolgen, gelte das Amt des Fed-Chefs doch als das zweitwichtigste in den Vereinigten Staaten, direkt nach dem des Präsidenten. Egal ob nun Kerry oder Bush der nächste Präsident sein werde, es gebe eine Reihe geeigneter Kandidaten: Lawrence Summers (Präsident der Universität Harvard), Glenn Hubbard (Dekan der Columbia University), Martin Feldstein (Leiter des Bureau of Economic Research) oder dem Ex-Finanzminister unter Bill Clinton und heutigen Chairman der Citigroup, Robert Rubin.

Vieles spricht dafür, dass wir bereits am Morgen des 03. November wissen werden, wer der künftige Präsident der Vereinigten Staaten sein wird, so die Experten von Grüner VM. Ein ähnlich knappes Wahlergebnis wie im Jahr 2000 sei extrem unwahrscheinlich. Die schlagartig entweichende Unsicherheit sollte die Aktienmärkte positiv beeinflussen, egal wer der zukünftige Präsident auch sein werde.








 
 

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