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Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Baumwolle gehörte im letzten Jahr zu den ganz großen Enttäuschungen auf der "langen Seite" im Rohstoff-Sektor, so die Experten vom "Rohstoff-Trader".
Nach einem kurzen Anstieg im ersten Quartal bis auf über 90 US-Cents seien die Notierungen in sich zusammengebrochen und Ende 2008 habe man sogar zeitweise Kursen um 40 US-Cents gesehen. Seither jedoch hätten sich die Preise heimlich, still und leise erkennbar erholt. Und dafür gebe es durchaus handfeste Gründe.
Mitte Januar habe das US-Landwirtschaftsministerium seine Schätzung bezüglich der amerikanischen Endbestände abermals zurückgenommen. Habe die Behörde zuvor für die Saison 2008/09 mit Vorräten in einer Höhe von 7,1 Mio. Ballen gerechnet, seien es jetzt nur noch 6,9 Mio. Ballen. Auch auf globaler Ebene erwarte das Ministerium einen Rückgang von 62 auf 59 Mio. Ballen, was zu Einem an einer geringeren Anbaufläche und zum Anderen an teilweise ungünstigen Witterungsverhältnissen liege.
Ungeachtet dieser durchaus "bullischen" Mitteilungen seien echte Versorgungsengpässe bei der Naturfaser nicht in Sicht. Das amerikanische Ending Stock to Use Ratio betrage nach den jüngsten Zahlen immer noch 43 Prozent. Gegenüber den Werten der beiden Vorjahre von 53 bzw. 55 Prozent bedeute das zwar einen signifikanten Rückgang. Im zehnjährigen Vergleich sei das Verhältnis aber nach wie vor als üppig zu bezeichnen. Immerhin habe man in den Jahren 2003 bis 2006 Werte zwischen 18 und 28 Prozent gesehen. Auch weltweit sei ausreichend Baumwolle vorhanden. Das Ending Stock to Use Ratio werde hier bei 50 Prozent gesehen.
Ein Grund für die trotz geringerer Endbestände gute Versorgungssituation sei die unverändert schwache US-Nachfrage. Im November habe die Jahresverbrauchs-Rate bei 4,02 Mio. Ballen gelegen. Zum gleichen Zeitpunkt der vorherigen Saison seien es noch 4,28 Mio. Ballen gewesen. Für das Gesamtjahr rechne das Landwirtschaftsministerium mit einem Minus von zwölf Prozent. Schleppend verlaufe darüber hinaus auch der Export. Bei den Ausfuhren prognostiziere die Behörde ebenfalls einen Rückgang von zwölf Prozent, vor allem weil der Trend in den asiatischen Verbraucherstaaten anhalte, indische und pakistanische Baumwolle statt amerikanischer zu kaufen.
Alles in allem scheinen sich Long-Engagements bei diesen Fundamentals nicht unbedingt aufzudrängen, so die Experten vom "Rohstoff-Trader". Ein Faktor jedoch könnte die Kurse durchaus etwas antreiben. Für 2009 würden Experten wegen der niedrigen Preise einen Rückgang der US-Anbaufläche von nochmals 19 Prozent erwarten. Trete diese Vorhersage ein, dürfte sich das Produktionsdefizit deutlich ausweiten und für einen weiteren Rückgang der Lagerbestände sorgen. Endgültige Gewissheit über die Anbaufläche erhalte man aber erst in einigen Wochen. Bis dahin jedoch könnten die Notierungen durchaus noch etwas zulegen.
Unterstützt werde die Annahme kurzfristig steigender Kurse durch den saisonalen Preisverlauf. In den ersten Monaten eines jeden Jahres komme es bei Baumwolle regelmäßig zu einer kleinen "Rally", die bis etwa Mitte Mai dauere. So gesehen könnten Anleger den Aufbau einer spekulativen Long-Position durchaus in Betracht ziehen.
Weniger eindeutig präsentiere sich die technische Seite. Positiv sei zu werten, dass der seit Sommer letzten Jahres vorherrschende Abwärtstrend überwunden worden sei und sich stattdessen ein neuer Aufwärtstrend etabliert habe. Andererseits hätten die Rückgänge der letzten Handelstage März-Baumwolle unter die wichtige 18-Tage-Line gedrückt. Zudem würden sowohl der MACD als auch die Stochastik aktuell ein Verkaufssignal generieren. Auch der RSI befinde sich mit 48 im "bärischen" Bereich. Primär technisch orientierte Trader sollten daher Long-Engagements vorerst noch zurückstellen und warten, ob der wichtige Widerstand bei 50 US-Cents nachhaltig überwunden werden könne. (22.01.2009/ac/a/m)
Nach einem kurzen Anstieg im ersten Quartal bis auf über 90 US-Cents seien die Notierungen in sich zusammengebrochen und Ende 2008 habe man sogar zeitweise Kursen um 40 US-Cents gesehen. Seither jedoch hätten sich die Preise heimlich, still und leise erkennbar erholt. Und dafür gebe es durchaus handfeste Gründe.
Mitte Januar habe das US-Landwirtschaftsministerium seine Schätzung bezüglich der amerikanischen Endbestände abermals zurückgenommen. Habe die Behörde zuvor für die Saison 2008/09 mit Vorräten in einer Höhe von 7,1 Mio. Ballen gerechnet, seien es jetzt nur noch 6,9 Mio. Ballen. Auch auf globaler Ebene erwarte das Ministerium einen Rückgang von 62 auf 59 Mio. Ballen, was zu Einem an einer geringeren Anbaufläche und zum Anderen an teilweise ungünstigen Witterungsverhältnissen liege.
Ein Grund für die trotz geringerer Endbestände gute Versorgungssituation sei die unverändert schwache US-Nachfrage. Im November habe die Jahresverbrauchs-Rate bei 4,02 Mio. Ballen gelegen. Zum gleichen Zeitpunkt der vorherigen Saison seien es noch 4,28 Mio. Ballen gewesen. Für das Gesamtjahr rechne das Landwirtschaftsministerium mit einem Minus von zwölf Prozent. Schleppend verlaufe darüber hinaus auch der Export. Bei den Ausfuhren prognostiziere die Behörde ebenfalls einen Rückgang von zwölf Prozent, vor allem weil der Trend in den asiatischen Verbraucherstaaten anhalte, indische und pakistanische Baumwolle statt amerikanischer zu kaufen.
Alles in allem scheinen sich Long-Engagements bei diesen Fundamentals nicht unbedingt aufzudrängen, so die Experten vom "Rohstoff-Trader". Ein Faktor jedoch könnte die Kurse durchaus etwas antreiben. Für 2009 würden Experten wegen der niedrigen Preise einen Rückgang der US-Anbaufläche von nochmals 19 Prozent erwarten. Trete diese Vorhersage ein, dürfte sich das Produktionsdefizit deutlich ausweiten und für einen weiteren Rückgang der Lagerbestände sorgen. Endgültige Gewissheit über die Anbaufläche erhalte man aber erst in einigen Wochen. Bis dahin jedoch könnten die Notierungen durchaus noch etwas zulegen.
Unterstützt werde die Annahme kurzfristig steigender Kurse durch den saisonalen Preisverlauf. In den ersten Monaten eines jeden Jahres komme es bei Baumwolle regelmäßig zu einer kleinen "Rally", die bis etwa Mitte Mai dauere. So gesehen könnten Anleger den Aufbau einer spekulativen Long-Position durchaus in Betracht ziehen.
Weniger eindeutig präsentiere sich die technische Seite. Positiv sei zu werten, dass der seit Sommer letzten Jahres vorherrschende Abwärtstrend überwunden worden sei und sich stattdessen ein neuer Aufwärtstrend etabliert habe. Andererseits hätten die Rückgänge der letzten Handelstage März-Baumwolle unter die wichtige 18-Tage-Line gedrückt. Zudem würden sowohl der MACD als auch die Stochastik aktuell ein Verkaufssignal generieren. Auch der RSI befinde sich mit 48 im "bärischen" Bereich. Primär technisch orientierte Trader sollten daher Long-Engagements vorerst noch zurückstellen und warten, ob der wichtige Widerstand bei 50 US-Cents nachhaltig überwunden werden könne. (22.01.2009/ac/a/m)








