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Broadvision reduzieren




18.06.01 09:34
DG Bank

Aktienanalyst Matthias Dürr von der DG Bank rät, die Aktie von Broadvision (WKN 901599) zu reduzieren.

Mit der am 2. April veröffentlichten Umsatz- und Gewinnwarnung habe auch Broadvision der konjunkturellen Abkühlung in den USA Rechnung tragen müssen. Zwar sei der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal auf 91,1 Mio. US-Dollar gestiegen, jedoch sei es im wichtigeren Vergleich mit dem Vorquartal zu einem starken Umsatzrückgang um 33,5% gekommen, da zahlreiche Kunden zurückhaltend bezüglich ihrer IT-Investitionen seien. Verdeutlicht werde dies durch den dramatischen Einbruch der Lizenzerlöse um knapp 47% auf 43,1 Mio. US-Dollar, so Dürr. Die Serviceumsätze haben sich nur um 14% auf 48 Mio. US-Dollar reduziert, erkennt der Analyst. Durch die auf Wachstum ausgerichtete Organisationsstruktur sei es demzufolge zu einem deutlichen operativen Verlust von 38,6 Mio. US-Dollar und nach Firmenwertabschreibungen sogar von 104,8 Mio. US-Dollar gekommen. Dem gegenüber stünden ein operativer Gewinn von 9,2 Mio. US-Dollar im ersten Quartal 2000 und 0,6 Mio. US-Dollar im vierten Quartal 2000. Das eingeleitete Restrukturierungsprogramm werde eine Neuordnung der Organisationsstruktur sowie eine rigorose Kostendämpfung und einen Personalabbau von 15% vorsehen, erklärt Dürr.

Mit der Software "One-to-One Enterprise" Version 6.0 sei das Produktportfolio endlich auf eine Java-2EE-Technologie basierende Anwendung erweitert worden, so Dürr. Dennoch solle sich Broadvision nicht den übergeordneten Markttrends für E-Business-Softwarelösungen entziehen können, die durch eine kurzfristige Marktsättigung, verlängerte Vertriebszyklen sowie eine breit angelegte Reduzierung der IT-Ausgaben charakterisiert würden.

Broadvision sei beispielsweise besser positioniert als Intershop, allerdings könnten aufkommende Mitbewerber wie SAP oder IBM den Kampf um neue Großkunden erschweren, befürchtet der Analyst. Broadvision plane mit einer Umsatzbandbreite von 360 bis 410 Mio. US-Dollar. Dürr plane auf Grund seiner Meinung nach mit einer bis zum vierten Quartal anhaltenden Marktschwäche mit einem Umsatz von 365 Mio. US-Dollar. Insgesamt prognostiziert der Analyst einen operativen Verlust von 85,8 Mio. US-Dollar oder 389,8 Mio. US-Dollar inklusive Firmenwertabschreibung und Einmalaufwendungen für das Gesamtjahr. Dürr erwartet eine Gewinnreihe für die Jahre 2001e bis 2003e von minus 1,41, minus 0,90 und 0,02 und unter Herausrechnung der Firmenwertabschreibungen und Einmalaufwendungen minus 0,28, 0,08 und 0,20 Euro je Aktie.

Mit der gegenwärtigen Marktkapitalisierung sei Broadvision auf Basis der 2002er Prognosen der DG Bank mit einem EV/Umsatz-Multiplikator von 2,4 leicht über dem Median der Peer-Group bewertet. Dürr erachte diese Bewertung als absolut ausreichend und sehe noch keine Anzeichen für eine Umkehr des Abwärtstrends der Lizenzumsätze.

Aus diesen Gründen stufe er trotz guter Positionierung von Broadvision die Risiken eines sich weiter verschlechternden Marktumfeldes als dominierend ein und empfiehlt, die Aktie zu reduzieren.








 
 

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