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Biotech Branche des 21. Jahrhunderts




17.01.00 00:00
at-stoxx

Jedes Zeitalter lebe von einer antreibenden Revolution verbunden, beziehungsweise ausgelöst, durch Entdeckungen oder Erfindungen, berichten die Analysten von at-stoxx. Im 19.Jahrhundert war es die Industrialisierung, ausgelöst u.a. durch die Entdeckung des Erdöls und seiner vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten und dem einhergehenden Aufstieg der Eisenbahnen. Es sei das Zeitalter des Automobils gefolgt und - in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts die Epoche der zunehmenden Computerisierung.

Doch welcher werde nun der Sektor sein, der, neben den Internet-, Hard- und Softwareherstellern und der diese begleitenden IT-Branche, die Welt der Wissenschaft und Kapitalmärkte zugleich bewegen werde? Aufgrund des enormen Innovationspotenzials sei der Bereich der Bio-Technologie einer der Hauptfavoriten unter den möglichen Kandidaten. Zwar würden nirgendwo sonst Euphorie und Ernüchterung so nah beieinander liegen, doch in der jüngsten Vergangenheit hätten sich die Aktienkurse der lange geschmähten Zukunftsindustrie sowohl in den USA als auch in Europa und Asien prächtig entwickelt. Einige Jahre habe den Unternehmen der Bio- und Gentechnologie ein rauher Wind ins Gesicht geblasen.

Erst Ende 1998 hätten die US-amerikanischen Biotech-Aktien, die bis dahin gegenüber dem Gesamtmarkt eine unterdurchschnittliche Performance hinlegten, zu einer fulminanten Aufholjagd gestartet. Mit einigen Monaten Verzögerung seien dann auch die Aktien der europäischen Biotech-Unternehmen angesprungen. Die Zeit der Marktbereinigung, losgetreten durch einige Firmenniedergänge wie im Falle der British Biotech Ende der neunziger Jahre, scheinen endgültig vorbei. Es setze sich sowohl bei den Analysten als auch bei den privaten Anlegern mehr und mehr die Meinung durch, dass der derzeitige Stand der Forschung - hier vor allem der gewaltige Fortschritt bei der DNA-Analyse - eine solide Basis für das weitere erfolgreiche Forschen bilde. Doch auch wenn sich die Perspektiven für den Biotech-Sektor merklich aufgehellt hätten, weil sich nach und nach eine stetig wachsende Anzahl von Neuentwicklungen auch bei der Arzneimittelzulassung durchzusetzen vermochte, bleibe die Aktienauswahl in diesem Bereich äußerst schwierig.

Zu bevorzugen seien sicherlich die Aktien hochkapitalisierter Unternehmen, die bereits jetzt "schwarze Zahlen" schreiben können. Diese hätten schon seit geraumer Zeit damit begonnen, kleinere Konkurrenzunternehmen zu übernehmen, um sich so u.a. weiteres Wissen mit an Bord zu nehmen. Deren Geschäftsentwicklung scheine aber zum größten Teil schon in den stark hochgeschossenen Aktienkursen "eingepreist" zu sein. Was bleibe, seien die börsennotierten Unternehmen, die sich noch in einer relativ frühen Forschungsphase befinden doch deren Entwicklung schon jetzt große Chancen auf eine Vermarktung erwarten lasse. Die Ausfallrisiken auf dem Weg vom Labor auf den Markt seien jedoch nach wie vor hoch und die Konkurrenz- und Patentsituation für einen Außenstehenden nur schwer zu durchschauen. Der Anleger, der sich in den Biotech-Werten engagieren wolle, muss daher nicht nur eine Menge Geduld mitbringen sondern auch die nötige Gelassenheit, um Rückschläge jeder Art verkraften zu können.

Hilfreich und beispielhaft zugleich sei hierbei ein Blick in die Vergangenheit: John D. Rockefeller, um das Jahr 1900 der reichste Mann Amerikas, hatte als einer der ersten die Entwicklung des Erdöl vorausgeahnt und gewagt, in diesen, aus damaliger Sicht, äußerst unsicheren Bereich zu investieren. Der Aktienkurs seiner STANDARD OIL-Company sei entsprechend der hochchnellenden Nachfrage nach dem "schwarzen Gold" kräftig gestiegen und habe ihm und den übrigen Anteilseignern zu enormem Reichtum verholfen. Und wer weiß, vielleicht ist ja das Biotech-Unternehmen, dessen Aktie bislang noch nicht angesprungen ist, die STANDARD-OIL des gerade erst gestarteten (Biotech-)Jahrhunderts.








 
 

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