Bäurer kein Engagement




17.07.01 10:13
Bluebull

Die Aktienexperten von "Bluebull" raten aufgrund der Unsicherheiten, was die finanzielle Situation des Unternehmens angeht und des schwachen Umfelds von einem Engagement in Bäurer (WKN 553070) ab.

Dass Bäurer Liquiditätsprobleme habe, habe man deutlich im letzten Quartalsbericht sehen können. Der Kassenbestand sei auf 2,2 Mio. Euro zusammengeschrumpft, die Finanzanlagen hätten von 55,1 Mio. Euro auf 4,3 Mio. Euro wertberichtigt werden müssen. Hauptgrund sei vor allem der dramatische Verfall der Openshop-Aktie gewesen, Mitte Mai sei die Beteiligung dann gänzlich abgestoßen worden.

Dagegen stehe man bei den Kreditinstituten, allen voran der Landesbank Baden-Württemberg, deftig in der Kreide. Auf über 20 Mio. Euro würden sich die Schulden inzwischen summieren, angesichts der dünnen Kapitaldecke recht erheblich, zumal der Zugang zum Kapitalmarkt abgeschnitten sein dürfte. Zumindest bis zum Herbst trage die LBBW das Sanierungskonzept des schwäbischen Mittelständlers mit, Bluebull gegenüber habe man sich allerdings nicht äußern wollen, ob eine weitere Unterstützung seitens der Bank an bestimmte Zielvorgaben gekoppelt sei. Bedenklich scheine zumindest, dass das Wachstumsunternehmen in einer solchen Abhängigkeit einer Bank stehe.

Fakt sei, dass im Beteiligungs- und Tochterportfolio ordentlich aufgeräumt werden müsse. Welche Beteiligungen oder Auslandstöchter es betreffe, habe man den Aktienexperten nicht sagen wollen. Es stelle sich die Frage, ob sich Bäurer eine Schließung überhaupt leisten könne. Denn angesichts der momentanen Lage in der Branche sei es nicht sicher, dass Auslandsniederlassungen einen Käufer fänden. Eine Schließung aber bedürfe eines nicht geringen Aufwandes und der gehe unweigerlich zu Lasten der Liquidität. Angesichts der Ebbe in der Bäurer-Brieftasche könnte sich hieraus eine bedenkliche Zwickmühle entwickeln.

Immerhin sei laut Aussage des Unternehmens zum 31.03.2001 bereits alles wertberichtigt und die Zahl der Mitarbeiter um sieben Prozent gesenkt worden. In den kommenden Monaten solle das Restrukturierungsprogramm dann auch in den Zahlen ersichtlich sein. Im ersten Quartal habe man noch ein negatives EBIT von 4,0 Mio. Euro ausgewiesen, im Gesamtjahr solle ein positives EBIT von 7,0 Mio. Euro stehen, das Ganze bei einem Umsatz von 107 Mio. Euro.

Allerdings glauben die Wertpapierexperten von "Bluebull" nicht, dass man diese Planzahlen erreichen wird, der Verkauf von Auslandstöchtern dürfte zu Lasten des Umsatzes gehen, auch ein solch hohes EBIT erscheint den Analysten eher Wunschdenken – eine erneute Gewinnwarnungen halten sie für nicht ausgeschlossen.

Aufgrund der Unsicherheiten, was die finanzielle Situation des Unternehmens angeht und des schwachen Umfelds raten die Experten von "Bluebull" von einem Engagement in der Aktie ab.








 
 
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