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Allianz kaufen




02.09.02 10:43
Sparkasse Essen

Die Analysten der Sparkasse Essen raten die Aktie der Allianz (WKN 840400) zu kaufen.

Die Allianz sei 1890 mit Sitz in Berlin (heute: München) gegründet worden und habe sich seitdem zu einem der führenden Versicherungsunternehmen der Welt entwickelt. Das Unternehmen teile sich in die Kerngeschäftsfelder Versicherung, Vorsorge und Vermögen auf. Im Bereich Schaden- und Unfallversicherung sei die Allianz Marktführer in Deutschland. In der Lebens- und Krankenversicherung gehöre die Allianz-Gruppe zu den Top-Unternehmen in Europa. U.a. belege man im Segment Lebensversicherung den Rang 1 in Deutschland.

Nach der Akquisition der US-Vermögensverwalter Pimco Advisors und Nicholas-Applegate habe die Allianz zu den weltweit größten Kapitalanlegern gezählt. Durch den Zusammenschluss mit der Dresdner Bank habe sich die Allianz in Richtung Allfinanzdienstleister entwickelt. Die Allianz-Gruppe setze sich derzeit aus rund 700 Tochter- und Beteiligungsgesellschaften in über 70 Ländern zusammen. Größter Aktionär sei die Münchner Rück mit einem Anteil von 21%. Zusammen mit dem knapp 5%-Anteil der HypoVereinsbank umfasse der Festbesitz damit 26%. Die restlichen 74% würden Streubesitz darstellen. Infolge des Festbesitzanteils habe die Allianz zu den Verlierern gehört, als wichtige Indizes auf den sog. Free Float umgestellt worden seien.

Generell bezweifele der Markt derzeit den Sinn von Allfinanz. Insbesondere der negative Ergebnisbeitrag der Dresdner Bank gebe den Kritikern "Wasser auf die Mühlen". Dennoch: Mit der Akquisition der Dresdner Bank habe sich die Allianz besser in der betrieblichen Altersvorsorge positionieren können. So habe Allianz Leben nicht zuletzt dank des verbesserten Firmenkundenzugangs das eingelöste Neugeschäft um 29% steigern können (Markt: +13%) und in der betrieblichen Altersvorsorge sei der Neugeschäfts-Stückabsatz um ca. 80% gestiegen.

Außerdem hätten sich IG Metall und Gesamtmetall auf Allianz als Konsortialführer für das Versorgungswerk "Metall-Rente" geeinigt. Der Vertrag betreffe die betriebliche Altersvorsorge für die 3,6 Mio. Metaller in Deutschland und unterstreiche damit noch einmal die klare Marktführerschaft der Allianz. Die weiteren Restrukturierungsbemühungen würden zeigen, ob der Stab tatsächlich über den Allfinanzgedanken gebrochen werden müsse. Dass Allfinanz durchaus funktionieren könne, beweise z.B. der niederländische Mitbewerber ING.

Bei der Allianz hätten sich in den vergangenen Monaten das Versicherungs- und Bankgeschäft diametral auseinander entwickelt. Während das Versicherungsgeschäft gute Zuwachsraten aufgewiesen habe (Steigerung der Bruttobeitragseinnahmen im 1. Halbjahr 2002 um 12,2%; Reduzierung der viel beachteten Schadens-/Kostenquote auf 102%), habe sich das Bankgeschäft, namentlich die Dresdner Bank, durch eine auf 1,05 Mrd. Euro erhöhte Risikovorsorge belastet gezeigt. Die Abschreibungen auf Kapitalanlagen hätten im 1. Halbjahr 1.966 Mio. Euro betragen. An Großpleiten wie u.a. Holzmann, Babcock und Kirch sei man an vorderster Front beteiligt und auch bei den internationalen Engagements habe man kein glückliches Händchen gezeigt.

Zins-, Handels- und Provisionsergebnis seien gegenüber 2001 merklich zurückgegangen. An Kostensenkungen und Restrukturierungen werde nun eifrig gearbeitet. Auch der Bereich Investment Banking rund um die Dresdner Kleinwort Wasserstein dürfte deutlich verkleinert werden. Hier erscheine den Analysten nicht nur das Marktumfeld weiter schwierig, sondern auch die Dimensionierung für die Strategie der Allianz unangemessen groß. Von einem Gelingen dieser Maßnahmen werde auch das weitere Schicksal von Top-Managern wie Herrn Fahrholz oder Herrn Achleitner abhängen. Die Dresdner Bank trage letztlich die Verantwortung dafür, dass die Allianz-Gruppe im zweiten Quartal ein negatives Ergebnis in Höhe von 356 Mio. Euro erzielt habe. Erste Erfolge seien aber bereits bei der Dresdner Bank erkennbar. Die Verwaltungskosten seien um 13,6% gesunken und 3.000 Mitarbeiter sowie 3 Mrd. Euro an Risikokapital würden freigesetzt, letzteres in eine Abwicklungseinheit "schlechte Bank" eingebracht.

Als größter europäischer Schaden- und Unfallversicherer im Erstversicherungsgeschäft dürfte die Allianz überdurchschnittlich von den erwarteten Preis- und Margenerhöhungen profitieren. Gerade in Folge der Terroranschläge von New York werde sich der Trend zu höheren Prämien noch verstärken. Die Allianz erziele rund 60% ihrer Prämien im Sachbereich. Zudem gehe nach Erachten der Analysten ein weiterer Trend in Richtung top-positionierter Versicherungsgesellschaften. Besonders deutlich sei in den vergangenen Monaten ein Ausverkauf bei den Aktien des Versicherungssektors zu spüren gewesen. An den Finanzmärkten sei zu beobachten, dass einige Versicherungen an Abschreibungsgrenzen auf ihre Aktienbestände angelangt seien.

Es handele sich hierbei um Gesellschaften, die über sehr geringe stille Reserven verfügen würden. Als Folge hieraus müssten diese Versicherungen Aktienbestände veräußern. Weiterhin bestehe bei den schwachen Aktienmärkten derzeit keine Möglichkeit, schwache operative Ergebnisse (insbesondere im Geschäft mit Sachversicherungen) durch gute Kapitalanlageergebnisse auszugleichen. Nach Meinung der Analysten der Sparkasse Essen werden die finanzstarken Gesellschaften als Gewinner aus dieser Entwicklung hervorgehen.

Allerdings sei auch die Allianz Leben an Grenzen angelangt. So habe Allianz Leben eingeräumt, dass sie bei einem DAX-Stand von 3.200 Punkten ihre stille Reserven auf Aktien verlieren würde. Bleiben würden ca. 2,2 Mrd. Euro aus Immobilien und festverzinslichen Papieren. Da nach deutscher Gesetzgebung 90% der Reserven den Versicherten gehören würden, sei diese Nachricht für die Allianz-Aktie allerdings nicht zu dramatisch. Da die Allianz Leben weiterhin an 6,8% Überschussbeteiligung festhalte, werde man voraussichtlich die Quersubventionierung in der Gruppe sowie Aktionärseigenkapital nutzen, um Wettbewerber aus dem Markt zu drängen. Daher sei mittelfristig ein Versicherungsoligopol vorstellbar, welches die Margen wieder erhöhen dürfte.

Neben den hausgemachten Problemen habe sich der Aktienkurs auch durch die allgemeine Börsenschwäche und die Zurückhaltung vor Versicherungstiteln belastet gezeigt. Rational betrachte sei die Aktie jedoch deutlich unterbewertet. So habe die Allianz nach jüngsten Berechnungen der WestLB Panmure bei einem Aktienkurs von 125 Euro über eine Marktkapitalisierung von etwa 30 Mrd. Euro verfügt. Das Beteiligungsportefeuille inkl. börsennotierter Tochtergesellschaften betrage den Berechnungen zufolge knapp 39 Mrd. Euro. Mit den wichtigsten unnotierten Töchtern betrage der Wert 48,1 Mrd. Euro oder 198,70 Euro je Aktie. Da sich der Aktienkurs der Beteiligungen seitdem bereits befestigt habe, dürfte der Wert heute höher anzusetzen sein.

Die Allianz-Aktie habe eine breite Unterstützungszone ausgebildet. Außerdem habe die Aktie in den vergangenen Wochen gegenüber dem DAX-Index eine deutliche Underperformance erzielt, nachdem sich der Wert in der Vergangenheit über weite Strecken parallel zum Index entwickelt habe (was gut mit dem breiten Beteiligungsportfolio zu begründen gewesen sei). Zuletzt habe die Dresdner Bank für die schlechtere Performance gesorgt. Man denke aber, dass ein Teil diese Underperformance wieder aufgeholt werden dürfte. Ein weiterer Indikator für die übertriebene Kursreaktion nach unten stelle auch der große Abstand zur 200 Tage-Linie dar.

Den aktuellen Kursrückgang zurück in die Unterstützungszone würden die Analysten der Sparkasse Essen für einen Einstieg in die Allianz-Aktie nutzen.








 
 
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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
390,00 € 385,90 € 4,10 € +1,06% 17.04./22:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0008404005 840400 396,00 € 333,20 €
Handelsplatz Letzter Veränderung  Zeit
 
Tradegate (RT)
389,70 € +0,96%  17.04.26
Frankfurt 389,80 € +1,12%  17.04.26
Xetra 390,00 € +1,06%  17.04.26
Stuttgart 389,80 € +1,01%  17.04.26
Düsseldorf 388,80 € +0,96%  17.04.26
Hannover 390,40 € +0,67%  17.04.26
Hamburg 390,00 € +0,59%  17.04.26
München 389,40 € +0,59%  17.04.26
Nasdaq OTC Other 445,21 $ -1,62%  17.04.26
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