Abit meiden




13.10.00 00:00
Platow Brief

Von einer Investition in die Aktie der Abit AG (WKN 512250) raten die Börsenexperten vom Platow Brief weiterhin strikt ab.

Eine der größten Skandalchroniken des Neuen Marktes im Jahr 2000 habe zweifelsohne das Meerbuscher Unternehmen geliefert. Nachdem die Gesellschaft, maßgeblich durch den mittlerweile ausgeschiedenen CFO Andreas Zehmisch, den Kapitalmarkt mit viel zu euphorischen Prognosen geblendet habe, sei ein überaus ernüchternder Einbruch erfolgt.

Bedingt durch verschobene Großaufträge und abzuschreibende marode Software habe es der Inkassospezialist wohl als erstes Unternehmen am Neuen Markt geschafft, einen negativen Quartalsumsatz zu erreichen. Das Platowteam gehe aus, dass Abit im Geschäftsjahr 99/00 selbst die zuletzt von der Konsortialbank DG Bank stark revidierte Umsatzplanung von 18 Millionen DM nicht erreiche, sondern rechneten eher mit Erlösen von gerade mal 16 Millionen DM. Das seinerzeit angekündigte EBIT von rund minus 19 Millionen DM stuften die Börsenexperten als realistisch ein.

Nun gelte es für das umstrukturierte Management, den vor die Wand gefahrenen Wagen so schnell wie möglich wieder in Fahrt zu bringen. Der neue CFO Jürgen Baltes habe sich im Platow-Hintergrundgespräch zuversichtlich gezeigt, die bereits seit längerer Zeit geplanten Expansionsschritte in den USA und in Benelux in näherer Zukunft in trockene Tücher zu wickeln. Das Platowteam rechne mit Mitteilungen in nicht allzu ferner Zukunft.

Ehe das Management keine neuen Prognosen für die weitere Geschäftsentwicklung vorlegen könne, ergebe sich auch für Anleger keinerlei Planungssicherheit. Es sei auch im Moment noch nicht abzusehen, ob es sich bei Abit um unternehmensinterne Probleme oder um branchenspezifische Aspekte handele, zumal zahlreiche Softwareanbieter, die von der Finanzindustrie leben würden, ihre Pläne verfehlten. Sollten diese Schwierigkeiten anhalten, würden alle Aufräumarbeiten im Unternehmen wenig nützen.

Die Börsenexperten würden den Bemühungen des Managements Respekt zollen, aber weiter strikt von Käufen abraten. Erst wenn die Westdeutschen über mehrere Quartale in Folge auf den zuvor viele Jahre lang intakten Wachstumspfad zurückfänden und andere Probleme wie die Verwendung von Zehmischs Aktienpaket geklärt seien, könnte Abit überhaupt wieder ein Thema werden.








 
 
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