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Die 4MBO AG (ISIN DE0005487805 / WKN 548780) plant und organisiert Verkaufsaktionen mit innovativen Elektronikprodukten für große Handelsunternehmen. Das Plochinger Unternehmen hat ein Geschäftskonzept entwickelt, das den Handels- und Fachmarktketten den Non-Food-Bereich für Elektronikprodukte erschließt. Der Schwerpunkt liegt auf neuen Konsumtechnologien für breite Käuferschichten. 4MBO setzt auf hochwertige und innovative Elektronikprodukte aus den Bereichen Computertechnik, Telekommunikation, digitale Fotografie, Gesundheitstechnik und Wellness. Kunden des Marketing- und IT-Dienstleisters sind Handelsketten, Fachmärkte und Versandhäuser wie Plus, Aldi, Metro oder Media-Markt.
aktiencheck.de führte folgendes Interview mit Herrn Hörmannsdorfer, Chefredakteur des Börsenbriefes BetaFaktor.info:
aktiencheck.de: Guten Tag, Herr Hörmannsdorfer. 4MBO erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2002 einen Umsatz in Höhe von 287,05 Millionen Euro. Das EBITDA und das EBIT waren mit -6,96 Millionen Euro und -9,26 Millionen Euro negativ. Der Nachsteuerverlust lag schließlich bei 9,48 Millionen Euro oder 1,59 Euro je Aktie. Wie beurteilen Sie diese Zahlen?
Hörmannsdorfer: Natürlich sehen die Zahlen auf den ersten Blick katastrophal aus. Sie reflektieren das Ende des Auslandsabenteuers und den Schwenk hin zum Aktionsgeschäft. Über den negativen Ergebnissen darf man aber nicht übersehen, dass das Kerngeschäft profitabel war und ist.
aktiencheck.de: Das Unternehmen hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen strategischen Wandel vollzogen. So betreibt 4MBO nunmehr nur noch das reine Aktionsgeschäft mit großen Handelsketten und hat das Sortimentsgeschäft eingestellt. Wie beurteilen Sie diesen Schritt?
Hörmannsdorfer: Es war meiner Meinung nach die richtige Entscheidung. Zwar führt dieser Schritt theoretisch zu Umsatzeinbussen. Aber das Risiko wird drastisch reduziert, da die Lagerhaltung minimiert und sozusagen nur noch auf Bestellung produziert wird. Das latent ständig vorhandene Wertberichtigungsrisiko ist damit auf ein Minimum heruntergefahren. Andererseits wächst natürlich die Abhängigkeit von wenigen grossen Kunden, die grossvolumige Aktionen veranstalten.
aktiencheck.de: Im Oktober hat 4MBO angekündigt, sich von den defizitären Auslandsgesellschaften zu trennen. Daher wurde die österreichische Niederlassung verkauft, die belgische geschlossen und die britische MBP Suppliers mit der Jenoptik UK verschmolzen. Die Handelsagentur Gerhard Witter GmbH wurde in die Selbstständigkeit entlassen. Worin liegen Ihrer Meinung nach die Gründe für das Scheitern der Auslandsaktivitäten?
Hörmannsdorfer: Neben der teilweisen Erfolglosigkeit des Sortimentsgeschäft ist es auch im Aktionsgeschäft nicht befriedigend gelungen, sich eigenständig bei ausländischen Konzernen als Partner zu positionieren. Die aktuelle Strategie, mit den hiesigen Key Accounts deren Auslandsexpansion mitzubeschreiten und mit geringem personellem Aufwand vor Ort zu betreuen, erscheint jedenfalls in der aktuellen Lage die richtige Konsequenz. Wenn sich die Ertragslage einige Jahre stabilisiert und die Marke auch im Ausland bekannter ist, kann man immer noch mit Auslandstöchtern in den Markt zurückkehren.
aktiencheck.de: Was sind Ihrer Meinung nach die wesentlichen Stärken der 4MBO AG (auch im Vergleich zu Medion)?
Hörmannsdorfer: Die Jenoptik Camera ist sicherlich eine Perle. Ich bin der Meinung, dass diese Gesellschaft (100%-Tochter) - würde sie an der Börse notiert - mehr wert wäre als die 4MBO momentan. Medion hat sicherlich eine wesentlich stärkere Marktstellung, aber dafür ist 4MBO durchaus manchmal sogar innovativer: Etwas wie das "Digitale Medien Center", ein multimediales Allround-Talent von 4MBO und VIA, gab es bisher im Aktionsgeschäft noch nicht zu sehen (Markteinführung 2003). Im PC-Bereich ist 4MBO ebenso wie Medion seit Jahren gut positioniert und bis auf die ärgerlichen Schein-Probleme mit dem angeblich strahlenden Volks-PC hat auch die Presse immer die Qualität der Produkte betont.
aktiencheck.de: Die Gesellschaft verfügte zum 31. Dezember 2002 über einen Bestand an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 102,552 Millionen Euro. Ist Ihrer Meinung nach mit Forderungsabschreibungen zu rechnen?
Hörmannsdorfer: Erstens sind die allermeisten Kunden erste Adressen, an deren Solvenz kaum zu zweifeln ist. Zweitens sind die zweifelhaften Forderungen (v.a. ggü. Tochterunternehmen) wertberichtigt worden und nicht zuletzt sind alle Forderungen kreditversichert. Das weitere Abschreibungsrisiko ist daher gering. Der hohe Forderungsbestand ist durchaus nicht branchenuntypisch. Da Q4 das stärkste Quartal darstellt, ist natürlich gerade zum Bilanzstichtag 31.12. der Forderungsbestand besonders hoch. Auch bei Medion fällt er zum gleichen Zeitpunkt unüblich hoch aus.
aktiencheck.de: Inwieweit ist 4MBO bei der Durchführung der Geschäftstätigkeit von kreditgebenden Banken abhängig? Was würde Ihrer Meinung nach passieren, wenn, ähnlich wie bei der IPC Archtec AG, kreditgebende Banken ihre Kreditlinien aufkündigen würden?
Hörmannsdorfer: Bei IPC gab es einen handfesten Skandal mit Betrugsvorwürfen und angeblich verschwundenen Wagenladungen mit PC-Druckern, das darf man nicht vergessen. Nur deswegen wurde die Kreditlinie gekündigt. Schauen Sie sich heute einen Grosskonzern wie Ahold an, auch die werden Probleme mit ihren Kreditgebern kriegen. Generell darf man aber nicht vergessen, dass praktisch die gesamte Industrie von Krediten abhängt. Bei 4MBO ist das nicht anders. Dieses Geschäft ist so grossvolumig, dass es mit Eigenmitteln alleine einfach nicht geht. Die Lieferantenfinanzierung ist sicherlich noch ausbaufähig, aber um ihre Frage zu beantworten: Die Aufkündigung von Kreditlinien würde das Geschäftsmodell natürlich bedrohen. Es gibt aber keinen Grund anzunehmen, dass dies so kommt. Meiner Ansicht nach hat 4MBO keinerlei Leichen im Keller.
aktiencheck.de: Mit welchem Umsatz, EBIT und EPS rechnen Sie für das nun laufende Geschäftsjahr 2003?
Hörmannsdorfer: Wir wollen mal konservativ rechnen, weil der Konkurrenzkampf mörderisch ist. Das sehen Sie z.B. daran, dass kürzlich der 4MBO-Kunde Plus in einer Notebook-Aktion Gericom den Vorzug gab, da diese zu einer Rücknahmegarantie bei Misserfolg bereit waren. 4MBO war aufgrund der neuen Strategie nicht bereit dieses Risiko zu tragen. Ich rechne also in etwa mit gleich bleibenden bzw. leicht sinkenden Umsätzen, was rund 270 bis 290 Mio. EUR und 2% EBIT-Marge entspricht (4MBO selbst avisiert sogar 3%). Damit komme ich auf ein EBIT von etwa 6 Mio. EUR. Beim EPS sehen wir etwa 40 Cent/Aktie, was einem KGV von 7 entspricht.
aktiencheck.de: Wie schätzen Sie die Aktie derzeit ein?
Hörmannsdorfer: Wir sehen in 4MBO einen klaren Kauf.
aktiencheck.de: Vielen Dank für dieses Interview, Herr Hörmannsdorfer.
aktiencheck.de führte folgendes Interview mit Herrn Hörmannsdorfer, Chefredakteur des Börsenbriefes BetaFaktor.info:
aktiencheck.de: Guten Tag, Herr Hörmannsdorfer. 4MBO erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2002 einen Umsatz in Höhe von 287,05 Millionen Euro. Das EBITDA und das EBIT waren mit -6,96 Millionen Euro und -9,26 Millionen Euro negativ. Der Nachsteuerverlust lag schließlich bei 9,48 Millionen Euro oder 1,59 Euro je Aktie. Wie beurteilen Sie diese Zahlen?
Hörmannsdorfer: Natürlich sehen die Zahlen auf den ersten Blick katastrophal aus. Sie reflektieren das Ende des Auslandsabenteuers und den Schwenk hin zum Aktionsgeschäft. Über den negativen Ergebnissen darf man aber nicht übersehen, dass das Kerngeschäft profitabel war und ist.
aktiencheck.de: Das Unternehmen hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen strategischen Wandel vollzogen. So betreibt 4MBO nunmehr nur noch das reine Aktionsgeschäft mit großen Handelsketten und hat das Sortimentsgeschäft eingestellt. Wie beurteilen Sie diesen Schritt?
Hörmannsdorfer: Es war meiner Meinung nach die richtige Entscheidung. Zwar führt dieser Schritt theoretisch zu Umsatzeinbussen. Aber das Risiko wird drastisch reduziert, da die Lagerhaltung minimiert und sozusagen nur noch auf Bestellung produziert wird. Das latent ständig vorhandene Wertberichtigungsrisiko ist damit auf ein Minimum heruntergefahren. Andererseits wächst natürlich die Abhängigkeit von wenigen grossen Kunden, die grossvolumige Aktionen veranstalten.
aktiencheck.de: Im Oktober hat 4MBO angekündigt, sich von den defizitären Auslandsgesellschaften zu trennen. Daher wurde die österreichische Niederlassung verkauft, die belgische geschlossen und die britische MBP Suppliers mit der Jenoptik UK verschmolzen. Die Handelsagentur Gerhard Witter GmbH wurde in die Selbstständigkeit entlassen. Worin liegen Ihrer Meinung nach die Gründe für das Scheitern der Auslandsaktivitäten?
Hörmannsdorfer: Neben der teilweisen Erfolglosigkeit des Sortimentsgeschäft ist es auch im Aktionsgeschäft nicht befriedigend gelungen, sich eigenständig bei ausländischen Konzernen als Partner zu positionieren. Die aktuelle Strategie, mit den hiesigen Key Accounts deren Auslandsexpansion mitzubeschreiten und mit geringem personellem Aufwand vor Ort zu betreuen, erscheint jedenfalls in der aktuellen Lage die richtige Konsequenz. Wenn sich die Ertragslage einige Jahre stabilisiert und die Marke auch im Ausland bekannter ist, kann man immer noch mit Auslandstöchtern in den Markt zurückkehren.
aktiencheck.de: Was sind Ihrer Meinung nach die wesentlichen Stärken der 4MBO AG (auch im Vergleich zu Medion)?
aktiencheck.de: Die Gesellschaft verfügte zum 31. Dezember 2002 über einen Bestand an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 102,552 Millionen Euro. Ist Ihrer Meinung nach mit Forderungsabschreibungen zu rechnen?
Hörmannsdorfer: Erstens sind die allermeisten Kunden erste Adressen, an deren Solvenz kaum zu zweifeln ist. Zweitens sind die zweifelhaften Forderungen (v.a. ggü. Tochterunternehmen) wertberichtigt worden und nicht zuletzt sind alle Forderungen kreditversichert. Das weitere Abschreibungsrisiko ist daher gering. Der hohe Forderungsbestand ist durchaus nicht branchenuntypisch. Da Q4 das stärkste Quartal darstellt, ist natürlich gerade zum Bilanzstichtag 31.12. der Forderungsbestand besonders hoch. Auch bei Medion fällt er zum gleichen Zeitpunkt unüblich hoch aus.
aktiencheck.de: Inwieweit ist 4MBO bei der Durchführung der Geschäftstätigkeit von kreditgebenden Banken abhängig? Was würde Ihrer Meinung nach passieren, wenn, ähnlich wie bei der IPC Archtec AG, kreditgebende Banken ihre Kreditlinien aufkündigen würden?
Hörmannsdorfer: Bei IPC gab es einen handfesten Skandal mit Betrugsvorwürfen und angeblich verschwundenen Wagenladungen mit PC-Druckern, das darf man nicht vergessen. Nur deswegen wurde die Kreditlinie gekündigt. Schauen Sie sich heute einen Grosskonzern wie Ahold an, auch die werden Probleme mit ihren Kreditgebern kriegen. Generell darf man aber nicht vergessen, dass praktisch die gesamte Industrie von Krediten abhängt. Bei 4MBO ist das nicht anders. Dieses Geschäft ist so grossvolumig, dass es mit Eigenmitteln alleine einfach nicht geht. Die Lieferantenfinanzierung ist sicherlich noch ausbaufähig, aber um ihre Frage zu beantworten: Die Aufkündigung von Kreditlinien würde das Geschäftsmodell natürlich bedrohen. Es gibt aber keinen Grund anzunehmen, dass dies so kommt. Meiner Ansicht nach hat 4MBO keinerlei Leichen im Keller.
aktiencheck.de: Mit welchem Umsatz, EBIT und EPS rechnen Sie für das nun laufende Geschäftsjahr 2003?
Hörmannsdorfer: Wir wollen mal konservativ rechnen, weil der Konkurrenzkampf mörderisch ist. Das sehen Sie z.B. daran, dass kürzlich der 4MBO-Kunde Plus in einer Notebook-Aktion Gericom den Vorzug gab, da diese zu einer Rücknahmegarantie bei Misserfolg bereit waren. 4MBO war aufgrund der neuen Strategie nicht bereit dieses Risiko zu tragen. Ich rechne also in etwa mit gleich bleibenden bzw. leicht sinkenden Umsätzen, was rund 270 bis 290 Mio. EUR und 2% EBIT-Marge entspricht (4MBO selbst avisiert sogar 3%). Damit komme ich auf ein EBIT von etwa 6 Mio. EUR. Beim EPS sehen wir etwa 40 Cent/Aktie, was einem KGV von 7 entspricht.
aktiencheck.de: Wie schätzen Sie die Aktie derzeit ein?
Hörmannsdorfer: Wir sehen in 4MBO einen klaren Kauf.
aktiencheck.de: Vielen Dank für dieses Interview, Herr Hörmannsdorfer.
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