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2003 - Wende an den Börsen




06.01.03 15:05
Sparkasse Bremen

Das Börsenjahr 2003 begann am 02. Januar mit freundlichen Kursen, die den DAX über die psychologisch wichtige 3.000er-Marke hievten, so die Analysten der Sparkasse Bremen.

Alle Börsianer würden sich freuen, wenn diese Tendenzbeschreibung auch im Jahresrückblick für 2002 stünde. Die unsichere Komponente bei allen Börsenprognosen sei der mögliche Irak-Krieg. Erst nach Beendigung dieses Konfliktes würden sich die Börsen wieder auf Unternehmensnachrichten konzentrieren. Interessant seien die in diesem Zusammenhang in einer iranischen Zeitung aufgetauchten Gerüchte, die USA strebe angeblich eine Ablösung Saddam Husseins ohne Krieg und Gewalt an. Ein Sprecher des deutschen Außenministeriums habe wesentliche Inhalte der Reuters-Agenturmeldung dementiert.

Die Wahrscheinlichkeit eines Krieges quantifiziere man derzeit weit über 50%. Auch die internationalen Ölmärkte gingen von einem derartigen Szenario aus. Man rechne jedoch nicht vor Veröffentlichung des Abschlussberichtes der UN-Waffeninspektoren mit Kriegshandlungen. Sehr interessant dürfte in diesem Zusammenhang auch das Verhalten Deutschlands im UN-Sicherheitsrat sein. Das Ausland werde die deutsche Position aufmerksam verfolgen. Insofern seien alle Kapitalmarktprognosen Makulatur. Der Durchschnitt der Prognosen gehe von einem DAX Stand von ca. 3.918 Punkten aus.

Deutsche Aktien hätten jedoch bei allen bisherigen Krisen immer überproportional verloren. Daraus erwüchsen natürlich auch Chancen. Bei der kurzfristigen Analyse lege man neben der Einschätzung der geopolitischen Lage den Schwerpunkt auf die technischen Analyse. Diese sei von einem fortgeschrittenen Stadium der Bodenbildung gekennzeichnet. Man gehe bei einer militärischen Lösung von einem nochmaligen Test der Tiefststände von Herbst 2002 aus.

Man bestätige die Prognose einer möglichen Bärenmarktrallye bis 4.000 Punkte. Danach würde ohne weitere Impulse (umsatzgetriebenes Gewinnwachstum, bessere deutsche Binnenkonjunktur) die Luft für weitere Kursgewinne des DAX dünn. Zusätzlich erwüchsen kurzfristige Belastungsfaktoren für den DAX aus einem möglichen Streik im öffentlichen Dienst und den Anfang Februar anstehenden Landtagswahlen in Niedersachsen und Hessen. Wegen des Mitspracherechtes bei steuerlichen Vorhaben der Bundesregierung komme den angesprochenen Wahlen eine hohe Bedeutung zu.

Ein breiter Einstieg in deutsche Aktien dränge sich (noch nicht) auf. Bei einem neuerlichen Test der Tiefststände ergäben sich jedoch langfristig interessante Perspektiven für deutsche Aktien. Derzeit sollte der Anleger nur in ausgewählte defensive Titel investieren.








 
 

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