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EXKLUSIV - Marktberichte
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27.03.19 13:10
Dividenden: Mehr als nur ein Zubrot
LAUREUS AG PRIVAT FINANZ

Düsseldorf (www.aktiencheck.de) - Die Vorfreude steigt, denn getreu dem Motto "Alle Jahre wieder" erreicht die Dividendensaison zwischen Kiel und Konstanz auch 2019 im April und Mai ihren alljährlichen Höhepunkt, so Nermin Aliti, Leiter Fonds Advisory der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ.

Die Stimmung der Aktionäre, die aufgrund der zuletzt recht robusten Aktienmärkte ohnehin schon ein erfreuliches Niveau aufweisen sollte, könnte in den kommenden Wochen und Monaten daher zusätzlich beflügelt werden. Schließlich könnten sich Anleger hierzulande wohl einmal mehr über Rekorddividenden freuen. So würden alleine die 30 Unternehmen aus dem deutschen Leitindex DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) voraussichtlich rund 38 Milliarden Euro an ihre Aktionäre ausschütten - so viel Geld wie noch nie.

Dividendenstarke Aktien würden aber nicht nur für ein erfreuliches Rendite-Zubrot sorgen, sondern auch für zusätzliche Stabilität im Depot. Zahlreiche Studien würden zeigen, dass Unternehmen, die ihren Anteilseignern schon seit vielen Jahre eine konstante oder steigende Dividende böten, eine vergleichsweise geringere Volatilität aufweisen und darüber hinaus auch konjunkturell herausfordernde Zeiten besser meistern würden.

Vor allem in einem von zahlreichen Unsicherheitsfaktoren geprägten Umfeld wie derzeit, könnten Dividendenwerte also einen wertvollen Beitrag für den langfristigen Vermögensaufbau liefern. Zumal: Ein verlässlicher Dividendenwert könne Anleger auch vor impulsiven und vorschnellen Verkäufen schützen, die er womöglich später bereuen könnte. Schließlich werde sich ein Anleger zweimal überlegen, ob er sich nur wegen zunehmenden Kursschwankungen von seiner Aktie mit einer Dividendenrendite von beispielsweise 3 bis 4 Prozent trennen solle.

Welch enormen Einfluss Dividenden für den langfristigen Anlageerfolg hätten, zeige beispielsweise ein Vergleich des DAX, der in der Regel als Performanceindex (inklusive Wiederanlage der Dividenden) veröffentlicht werde, und der Kursindex-Variante, bei der die Dividenden nicht berücksichtigt würden. So komme der DAX-Performanceindex in den vergangenen zehn Jahren auf ein Plus von rund 190 Prozent, während der DAX-Kursindex im selben Zeitraum lediglich eine Rendite von etwa 108 Prozent aufweise.

Doch Vorsicht: Würden die Geschäfte eines Unternehmens schlechter laufen als erwartet, könne die Dividende auch kräftig gekürzt oder schlimmstenfalls sogar komplett gestrichen werden. Alleine auf Basis der voraussichtlichen Dividendenhöhe sollten Anleger daher keine Anlageentscheidung treffen. Zwar würden auch die folgenden Tipps nicht vor Enttäuschungen schützen, doch würden sie zumindest die Gefahr reduzieren, auf den "falschen" Dividendenwert zu setzen.

1. Die Dividende sei nur ein Parameter, den Anleger bei der Aktienauswahl beachten sollten. Die Qualität des Managements, die langfristige Gewinnentwicklung und die Marktstellung des Unternehmens seien weitere wichtige zu analysierende Einflussfaktoren für den langfristigen Anlageerfolg.
2. Die Dividende sollte aus dem laufenden Geschäft finanziert werden und nicht aus der Substanz stammen. Im Idealfall sollten bis zu 50 Prozent des Konzerngewinns an die Aktionäre ausgeschüttet werden.

3. Unternehmen, die in der Vergangenheit eine konstante und steigende Dividende gezahlt hätten, würden auch künftig alles daran setzen, um diesen Trend zu bestätigen. Mit sogenannten "Dividenden-Aristokraten" - also Unternehmen, die über mindestens 25 Jahre die Dividende sukzessive erhöht hätten - sei die Chance auf eine zumindest stabile Dividende besonders groß.
4. Eine hohe Dividendenrendite klinge zwar verlockend, könne aber auch ein Warnzeichen sein - und zwar vor allem dann, wenn sie ausschließlich aufgrund eines Kurseinbruchs in die Höhe geschnellt sei.
5. Ein Blick über die Landesgrenze hinweg könne sich lohnen, würden deutsche Unternehmen im internationalen Vergleich doch nicht gerade zu den spendabelsten Dividendenzahlern zählen.

Wer die Titelauswahl und fortlaufende Beobachtung nicht selbst übernehmen und dies den Profis überlassen möchte, der könne auf globale Dividendenfonds zurückgreifen. (27.03.2019/ac/a/m)


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