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06.08.04 13:32
NVIDIA nicht einsteigen

Die Analysten von Wegelin & Co. raten von einem Einstieg bei NVIDIA (ISIN US67066G1040 / WKN 918422) ab.

Eine schmerzhafte Backpfeife habe die NVIDIA-Aktie im Späthandel einstecken müssen. Minus 22,18% auf USD 11,33. Zur Ursachenforschung: Der Entwickler von Grafikchips habe einen 2Q04-Gewinn von 3 Cents pro Aktie (Vorjahr 14 Cents) rapportiert, womit der Richtwert der Meinungsmacher von 15 Cents meilenweit verpasst worden sei. Der Umsatz sei mit USD 456,1 Mio. (Vorjahr USD 460 Mio.) ebenfalls klar hinter den vorausgesetzten USD 501 Mio. zurückgeblieben.

Der Chief Executive Officer Jen-Hsun Huang habe viel zur erklären gehabt. Das zweite Quartal sei herausfordernd und enttäuschend gewesen, weil im GPU-Segment (Grafikprozessoren) einige unübliche Marktevents belastet hätten. So sei ein exorbitanter Preisdruck vorhanden gewesen und die Verzögerung der Markteinführung des Grantsdale-Chipset durch Intel (INTC) habe deutliche Ertragsspuren hinterlassen. Zudem seien Marktanteile verloren worden. Vor allem im Desktopbereich habe NVIDIA Marktanteile preisgegeben, aber Mr. Huang sei zuversichtlich, die richtigen Maßnahmen eingeleitet zu haben. Mit Preissenkungen solle die Anteilerosion gestoppt werden, womit NVIDIA für den künftigen Preisdruck mitverantwortlich sein werde.

Für das laufende Quartal rechne die Firmenleitung mit einem Umsatzanstieg von 3 bis 10% oder USD 469,8 bis USD 501,1 Mio. Damit hätten auch hier die Analysten Revisionsbedarf, denn das Schätzungsmittel liege derzeit bei USD 541 Mio. Bereits nach dem Quartalsrapport von ATI Technologies (ATYT) Ende Juni 2004 habe die Notierung des NVIDIA-Papiers deutlich an Kursterrain eingebüßt, weil ATI von Marktanteilgewinnen gesprochen habe, die nun offensichtlich zulasten von NVIDIA gegangen seien. Die Preisoffensive von ATI habe somit gefruchtet, aber löse nun eine unangenehme Spirale aus, wie aus den Worten von Mr. Huang unschwer zu entnehmen sei: "In the end we won’t lose any more share and the competition won’t gain any more share. Because of their actions (gemeint ist wohl ATI), we’re all going to make less money.“

Etwas zynisch könne auch die Frage gestellt werden, ob wirklich alle anderen Mitspieler wie Intel und ATI Technologies an den misslichen Leistungen von NVIDIA schuld seien, oder nicht etwa das Chipunternehmen Fehler bei der Erledigung der Hausaufgaben gemacht habe. Der Schaden sei jedenfalls immens und weiterer Margenschwund sei absehbar, womit die Rückkehr der Investoren zur NVDA-Aktie nicht so schnell stattfinden dürfte.

Nach Meinung der Analysten von Wegelin & Co. ist bei NVIDIA wohl eine Schnäppchenjagd derzeit Fehl am Platz.

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



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