Der Analyst Jochen Schmitt von der LRP Landesbank Rheinland-Pfalz stuft die Aktie der Mannheimer Holding AG (ISIN DE0008428004 / WKN 842800) unverändert mit "Underperformer" ein.
Die Mannheimer habe gestern ad-hoc mitgeteilt, dass die Sanierungsgespräche der deutschen Lebensversicherer zur Rettung des angeschlagenen Konzerns vorerst gescheitert seien. Die Aktie sei daraufhin vom Handel ausgesetzt worden. Man werte die gestrige Meldung als dramatisch und sehe die skeptische Beurteilung der Aktie bestätigt. Seit Monaten seien die Probleme der Mannheimer nun schon bekannt, dennoch habe sich bislang keine Lösung ergeben. Da die geplante Solidaraktion deutscher Versicherer zur Sanierung der Mannheimer vorerst gescheitert sei, spitze sich die Lage des Konzerns nun zu. Auch eine Übernahme halte man mittlerweile für unwahrscheinlich.
Die Möglichkeit, dass der Sicherungsfonds "Protektor" nun zum Zuge komme, werde hingegen wahrscheinlicher. "Protektor" sei gegründet worden, um die Ansprüche der Versicherungsnehmer aus ihren Policen zu sichern, sollte ein Lebensversicherer in akute Not geraten. Man vermute außerdem, dass in den nächsten Tagen das BaFin Stellung zu der Lage bei dem angeschlagenen Versicherer nehmen werde. Kaum vorhersehbar sei bislang, was im Falle einer Insolvenz der Mannheimer mit den Nicht-Leben-Segmenten des Konzerns (Schaden-/Unfall-, Krankenversicherung und Asset Management) geschehen würde. Die Aktie habe jetzt Optionscharakter und stelle eine Wette auf das Überleben des Unternehmens dar.
Das Anlageurteil für die Aktie der Mannheimer Holding AG lautet nach wie vor "Underperformer", das Kursziel von 3 Euro werden die Analysten der LRP auf eine weitere Herabsenkung überprüfen.
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