Große Überraschungen werden für letzten Handelstage 2025 nicht mehr erwartet. Doch auch wenn die Rally ausbleibt:
Seit Jahresanfang hat der DAX um mehr als ein Fünftel zugelegt. Das Thema (zu) hohe Bewertung bleibt allerdings – speziell im Tech-Bereich. 22. Dezember 2025. FRANKFURT (Deutsche Börse). Nach einer echten Jahresendrally sieht es weiterhin nicht aus –
trotz Unterstützung von der Wall Street. „Die wenigen Handelstage bis zum Jahresende dürften kaum ausreichen, um einen Ausbruch nach oben zu generieren“, meint Charttechniker Christoph Geyer. Er weist aber darauf hin, dass sich die Jahres-Performance des DAX
durchaus sehen lassen kann – mit einem Plus von über 20 Prozent. Am Montagmorgen steht der DAX (DE0008469008)
bei 24.310 Punkten nach 24.288 Zählern am Freitag zu Handelsschluss und 24.771 Im Allzeithoch. Der Stoxx Europe (EU0009658202)
hat bereit ein neues Hoch erreicht. Die US-Märkte hatten am Freitag zugelegt. Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq 100 liegen nur noch knapp unter ihren Rekordständen. Grund für den jüngsten Anstieg waren erneut Zinssenkungsfantasien. Die US-Inflation im November
war mit 2,7 Prozent niedriger als erwartet ausgefallen, der Arbeitsmarkt zeigte sich schwächer als erwartet. Beides macht Zinssenkungen wahrscheinlicher. Auffällig bleibt die Edelmetallpreisentwicklung mit neuen Allzeithochs von Silber und einem Goldpreis, der sich
wieder seinem Höchststand von Oktober nähert. Der Bitcoin zeigt sich hingegen weiter angeschlagen – mit Preisen rund 30 Prozent unter seinem Allzeithoch. „Aktienmarkt wird 2026 breiter und stabiler“ Die Frage KI-Blase ja oder nein bleibt aber. „KI sollte weniger als Blase, sondern als struktureller Wandel betrachtet
werden“, meint Robert Halver von der Baader Bank. Er ist überzeugt, dass KI in allen volkswirtschaftlichen Bereichen zu deutlichen Produktivitätsgewinnen führen wird. Dennoch werde sich die allgemeine Hausse im KI-Sektor mehr und mehr Richtung Selektivität
wandeln. „Ähnlich wie beim Märchen Aschenputtel: Die guten ins Depötchen, die schlechten ins Kröpfchen.“ Zudem komme die weltwirtschaftliche Beschleunigung Konjunkturwerten zugute, gerade in Deutschland – auch in der
zweiten Reihe. Und die Schwellenländer als „Neue Industrieländer“ böten solide Anlagealternativen außerhalb der klassischen westlichen Märkte. „Damit wird der Aktienmarkt 2026 breiter und stabiler, selbst wenn die Magnificent 7-Magie nachlässt.“ Robert Halver „Europas Unternehmen nicht hoch bewertet“ Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten Dienstag, 23. Dezember 14.30 Uhr.
USA: BIP 3. Quartal. Mit großer Verzögerung wird nun das US-Bruttoinlandsprodukt für das dritte Quartal veröffentlicht, wie die DekaBank berichtet. Der private Konsum habe das Wirtschaftswachstum wohl noch etwas stärker als im Quartal zuvor angeschoben.
Hinzu komme ein positiver Wachstumsbeitrag vom Außenhandel. Die größte Aufmerksamkeit gelte jedoch den Unternehmensinvestitionen, insbesondere den für KI relevanten Bereichen. 15.15 Uhr.
USA: Industrieproduktion November. Erwartet wird ein kleines Plus von 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat. Mittwoch, 24. Dezember bis Freitag, 26. Dezember Deutschland: Weihnachtsfeiertage, kein Handel an der Deutschen Börse. Dienstag, 30. Dezember 20.00 Uhr.
USA: Protokoll der US-Notenbanksitzung vom 9./10. November. Das Sitzungsprotokoll dürfte nach Einschätzung der DekaBank erhebliche Widerstände gegenüber der Zinssenkung aufzeigen. 14:00
Handelsschluss u.a. in Frankfurt und auf Xetra. Mittwoch, 31. Dezember Deutschland: Silvester, kein Handel an der Deutschen Börse. 2.30 Uhr.
China: Einkaufsmanagerindex Dezember. Der offizielle Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe dürfte auf eine anhaltende Schwäche der Industrie hindeuten, meint die DekaBank. Trotz der stärkeren Nachfrage nach Exporten aus China infolge einer
Annäherung im Zollstreit mit den USA belasteten inländische Faktoren, etwa die Schwäche des privaten Konsums und anhaltende Probleme im Immobiliensektor. Donnerstag, 1. Januar Deutschland: Neujahr, kein Handel an der Deutschen Börse. Von Anna-Maria Borse, 22. Dezember 2025, © Deutsche Börse AG Über die Autorin
Anna-Maria Borse ist Finanz- und Wirtschaftsredakteurin mit den Schwerpunkten Finanzmarkt/Börse und volkswirtschaftliche
Themen. Feedback und Fragen an
live@deutsche-boerse.com

Die Berenberg Bank geht davon aus, dass US-Aktien 2026 ihre Rally fortsetzen werden. „Zumindest auf dem Papier spricht nichts dafür, dass das Gewinnwachstum am US-Aktienmarkt im nächsten Jahr eine Pause einlegt“, meint Ulrich Urbahn. Die Gründe: niedrigere
Zinsen, eine wirtschaftsfreundliche Trump-Administration und durch KI steigende Gewinnmargen. Allerdings deuteten sehr hohe Bewertungen und eine strukturell höhere Aktienpositionierung von Privatanlegern an, dass zumindest ein Teil bereits eingepreist sei.
Europäische Unternehmen seien hingegen trotz guter Entwicklung seit Jahresanfang nicht hoch bewertet. „Sollte sich die Konjunktur spürbar erholen, besteht weiteres Aufholpotenzial.“ Insgesamt erwartet die Bank, dass die Aktienhausse 2026 zwar anhält, aber geringer
ausfallen wird als in den Jahren zuvor.
© 1998 - 2026, aktiencheck.de