Paris (www.aktiencheck.de) - Infineon Aktie: Investoren feiern Erhöhung der Margenprognose
Mit deutlichen Kursgewinnen reagiert die Infineon-Aktie (ISIN: DE0006231004, WKN: 623100, Ticker-Symbol: IFX, NASDAQ OTC-Symbol: IFNNF) auf die Vorlage der 9-Monats-Zahlen, so Egmond Haidt von BNP Paribas in einer aktuellen Veröffentlichung.
Sie würden bestätigen, dass es in der Branche - abgesehen vom KI-Boom - Anzeichen einer zyklischen Erholung gebe und dass sich Infineon als breit aufgestelltes Unternehmen in diesem Umfeld besser schlage als etliche Konkurrenten. Zudem überzeuge die Prognose von Vorstandschef Jochen Hanebeck Investoren.
Im per Juni beendeten dritten Quartal des Fiskaljahrs 2024/25 sei der Umsatz um 3% gegenüber dem Vorquartal auf 3,7 Milliarden Euro gestiegen. Das sei nach etlichen schwierigen Quartalen das zweite Quartal in Folge mit einem Zuwachs gegenüber dem Vorquartal gewesen. Währungsbereinigt habe das Plus bei 9% gelegen.
Wachstumsmotoren seien die Bereiche Green Industrial Power (GIP) und Power & Sensor Systems (PSS) gewesen, die ihre Erlöse gegenüber dem Vorquartal um 9% beziehungsweise 8% gesteigert hätten.
GIP habe dabei von der guten Nachfrage "in den Bereichen Infrastruktur, erneuerbare Energie sowie Automatisierung und Industriebetriebe" profitiert, während PSS jene nach Chips für "Server und Rechenzentren, insbesondere für künstliche Intelligenz" zugutegekommen sei. Hingegen habe das Geschäft mit Chips für Autos um lediglich 1% zugelegt.
Dabei sei das Segment-Ergebnis, also der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit), auf Konzernebene um 11% gegenüber dem Vorquartal auf 668 Millionen Euro geklettert. Das sei deutlich besser als erwartet gewesen, hätten Analysten doch einen leichten Rückgang vorhergesagt. Damit habe sich die Marge zudem deutlich verbessert, von 16,7 auf 18%.
Infineon profitiere zudem von einem Sparprogramm, dessen Maßnahmen schneller umgesetzt würden als geplant. Es solle bis zum Fiskaljahr 2026/27 einen hohen dreistelligen Millionenbetrag einsparen, davon solle im laufenden Geschäftsjahr bereits die Hälfte eingetütet werden.
"Die Bestandskorrektur in unseren Zielmärkten ist weit fortgeschritten. Unsere Kunden und wir navigieren jedoch weiterhin in einem gesamtwirtschaftlich und geopolitisch unsicheren Umfeld", habe Hanebeck gesagt.
Wegen der Unsicherheit aufgrund der Strafzölle würden viele Kunden kurzfristig ordern und zögern, ihre Lager aufzufüllen. Dabei würden gerade die Kunden aus der Autoindustrie "auf Sicht fahren".
"Gleichzeitig nutzen wir Chancen in strategischen Wachstumsfeldern: software-definierte Fahrzeuge - gestärkt durch unseren bevorstehenden Kauf des Automotive-Ethernet-Geschäfts von Marvell -, Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren, stark steigende Investitionen in die Energie-Infrastruktur sowie perspektivisch humanoide Roboter", so der Firmenlenker. Der Zukauf solle "in naher Zukunft" abgeschlossen werden.
Auf der Analystenkonferenz habe sich Hanebeck zufrieden mit den Ergebnissen gezeigt und habe eine erfreuliche Prognose abgegeben.
Demnach solle der Umsatz im per September endenden Fiskaljahr 2024/25 14,6 Milliarden Euro erreichen und damit wie zuletzt geplant gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgehen.
Dabei solle der Erlös im vierten Quartal 2024/25 3,9 Milliarden Euro erreichen. Das wäre das dritte Quartal in Folge mit einem Wachstum gegenüber dem Vorquartal. Zudem würde der Erlös zum ersten Mal seit zwei Jahren gegenüber dem Vorjahr steigen. Wachstumsmotoren sollen weiterhin GIP und PSS sein.
Dabei sollten die Auswirkungen der Strafzölle geringer sein als zunächst befürchtet. Einen Teil dieses Effekts werde allerdings durch den schwachen Dollar aufgezehrt.
Außerdem habe der Vorstandschef die Margenprognose für das Gesamtjahr angehoben, nachdem er sie erst im Mai wegen der befürchteten Auswirkungen der Strafzölle von US-Präsident Donald Trump gesenkt habe. Die bereinigte Ebit-Marge solle im "hohen Zehner-Prozentbereich" liegen, statt des zuvor avisierten "mittleren Zehner-Prozentbereichs".
Bei all den guten Nachrichten hätten Investoren darüber hinweggesehen, dass der Auftragsbestand auf 18 Milliarden Euro gesunken sei, gegenüber 20 Milliarden Euro per Ende März. Auf der Analystenkonferenz habe das Management allerdings gesagt, dass das vor allem auf Währungseffekte zurückzuführen sei und daher der Bestand um "nur" rund 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro gegenüber dem Wert des Vorquartals von 19,5 bis 19,6 Milliarden Euro zurückgegangen sei.
Nach dem deutlichen Kursanstieg nach der Zahlenvorlage liege der Börsenwert bei 45,8 Milliarden Euro. Inklusive der Nettoschulden von 3,4 Milliarden Euro liege der Enterprise Value (EV) bei 49,2 Milliarden Euro.
Das entspreche dem 15,8-Fachen des von Analysten für das Fiskaljahr 2025/26 vorhergesagten bereinigten Ebit. Haidt finde, das sei eigentlich eine ziemlich hohe Bewertung für ein Unternehmen wie Infineon mit einem üblicherweise sehr zyklischen Geschäft.
Allerdings solle - laut den Schätzungen der Analysten - der Umsatz im Fiskaljahr 2025/26 um 11% steigen, während sich die bereinigte Ebit-Marge kräftig verbessern solle.
Nach der Zahlenvorlage habe sich die Stimmung der Investoren deutlich verbessert, weshalb die Infineon-Aktie kurzfristig noch etwas weiter nach oben tendieren könnte. Anschließend dürfte sie nach Meinung von Egmond Haidt weiterhin unter großen Schwankungen seitwärts tendieren, könnten doch die Strafzölle und gerade auch die andauernden Änderungen bei ihnen die Weltwirtschaft stärker belasten als befürchtet. Zudem dürfte der Wettbewerbsdruck durch chinesische Chiphersteller weiter zunehmen. Einem derartigen Umfeld dürfte sich der DAX-Konzern kaum entziehen können. (Analyse vom 05.08.2025)
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Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
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