Hannover (www.aktiencheck.de) - Der deutsche Aktienhandel war am Freitag von enttäuschenden Geschäftszahlen einiger Konzerne belastet, so die Analysten der NORD/LB in ihrer aktuellen Ausgabe von "NORD/LB am Morgen".
Beispielsweise seien PUMA nach einer Prognosesenkung stark eingebrochen. Gebremst worden sei das Minus aber von der Hoffnung auf eine Einigung im Zollstreit zwischen der EU und den USA, die gestern dann tatsächlich auch erfolgt sei. Hiernach unterlägen Warenimporte aus der EU in die USA zukünftig einem Zollsatz von 15%.
• DAX -0,32%; MDAX -0,47%; TecDAX -0,19%
• Dow +0,46%; S&P 500 +0,40%; NASDAQ Comp. +0,20%
Die Deutsche Börse AG habe auch im 2. Quartal von hohen Volatilitäten an den Weltmärkten profitiert, die insbesondere von der rra-tischen Zollpolitik Donald Trumps verursacht worden seien, sowie von zunehmenden Vermögensströmen in Richtung Europa. Die Nettoerlöse seien um 4% auf EUR 1,505 Mrd. bzw. ohne Treasury-Ergebnis um 10% auf EUR 1,298 Mrd. gestiegen. Das auf die Aktionäre entfallende Konzernergebnis habe sich um 2% auf EUR 509 Mio. erhöht. Die bisherige Jahresprognose sei bestätigt worden.
Die seit April geltenden US-Zusatzzölle von 25% hätten in Q2 für einen deutlichen Gewinneinbruch beim Volkswagen-Konzern gesorgt. Das operative Ergebnis sei um knapp 30% auf EUR 3,834 Mrd. gefallen, wohingegen der Umsatz um 3% auf EUR 80,806 Mrd. nachgegeben habe. Im ersten Halbjahr hätten sich die Zölle auf EUR 1,3 Mrd. summiert. Das Management habe seine Jahresprognose für die operative Umsatzrendite um 1,5 PP auf 4-5% gekappt. Gleichzeitig hoffe das Unternehmen auf einen eigenen Deal mit den USA. CEO Blume habe von sehr konstruktiven Gesprächen mit dem US-Handelsministerium berichtet und biete in diesem Zusammenhang ein "sehr attraktives Investmentpaket".
Der französische Spirituosenhersteller Remy Cointreau habe in Q1 2025/26 zum ersten Mal seit Anfang 2023 wieder ein Umsatzplus erzielt. Mit 5,7% sei dieses höher ausgefallen, als erwartet worden sei. Begründet worden sei dies neben einer niedrigen US-Vergleichsbasis im Vorjahr mit nachlassenden Sorgen über Strafzölle. Für das Gesamtjahr werde nun noch mit einer Zollbelastung von EUR 45 Mio. (nach zuvor EUR 65 Mio.) gerechnet. Aus diesem Grund werde nun ein Rückgang des Betriebsgewinns im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt. Zuvor sei ein Minus im mittleren bis hohen Zehnerprozentbereich avisiert gewesen. (28.07.2025/ac/a/m)
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