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08.04.25 21:22
Fresenius Aktie: Solides Wachstum - Demografischer Rückenwind und strategische Fokussierung zahlen sich aus

Wien (www.aktiencheck.de) - Fresenius-Aktienanalyse von der Raiffeisen Bank International AG:

Raphael Schicho, Analyst der Raiffeisen Bank International AG (RBI), nimmt die Aktie der Fresenius SE & Co. KGaA (ISIN: DE0005785604, WKN: 578560, Ticker-Symbol: FRE, NASDAQ OTC-Symbol: FSNUF) in einer aktuellen Aktienanalyse unter die Lupe.

Der Umsatz von Fresenius sei 2024 um 9% auf 21,5 Mrd. EUR gestiegen, das EBIT habe 2,5 Mrd. EUR (+10%) erreicht. Beide Geschäftsbereiche hätten sich positiv entwickelt: Kabi sei um 5% auf 8,4 Mrd. EUR gewachsen, vor allem durch Preiseffekte. Helios habe ein stärkeres Wachstum von 7% auf 12,7 Mrd. EUR verzeichnet, getrieben durch höhere Aktivitäten und günstige Preisentwicklungen in Deutschland und Spanien, wo das Unternehmen Marktführer bei privaten Krankenhäusern sei. Für 2025 rechne Fresenius mit einem organischen Umsatzwachstum von 4% bis 6% und einem währungsbereinigten EBIT-Wachstum von 3% bis 7%. Zudem solle für 2024 eine Dividende von 1,00 EUR je Aktie vorgeschlagen werden.

Fresenius habe in den vergangenen Jahren Kostendisziplin geübt und mit der Abspaltung von Vamed bzw. dem Verkauf der FMC-Anteile den Konzern deutlich verschlankt. Das habe einerseits eine stärkere Fokussierung auf das Kerngeschäft ermöglicht und die Margen verbessert - ein klarer Pluspunkt.

Die Trump-Administration habe kürzlich Importzölle für alle Länder angekündigt, Pharmazeutika jedoch ausgenommen. Dennoch seien sektorale Zölle auf Pharmazeutika bereits seit einigen Wochen im Gespräch, und die Chancen stünden nicht schlecht, dass weitere Zölle angekündigt würden. Daher nehme man die Gelegenheit zum Anlass, das Exposure von Fresenius näher zu beleuchten.

Fresenius sei im Vergleich zu vielen anderen Gesundheitsunternehmen weniger global aufgestellt und fokussiere sich mit einem Umsatzanteil von 73% vor allem auf Europa. Auch der Großteil der Investitionen (88%) fließe dorthin. Auf Nordamerika würden 2024 nur rund 13% des Gesamtumsatzes entfallen, wobei hier vor allem die Pharmasparte Kabi und weniger Helios zu nennen sei. Allerdings produziere Kabi auch vor Ort, sodass anzunehmen sei, dass Zölle im schlimmsten Fall zumindest teilweise vermeidbar seien. Dennoch sei Kabi als Generikahersteller stärker exponiert, da in der stark kostensensitiven Generikaproduktion Produktionsverlagerungen unrentabel sein könnten. Insgesamt führe die Zollsituation aufgrund des geringen Umsatzanteils jedoch nicht dazu, dass man in Panik verfalle, auch wenn das Risiko klar auf der negativen Seite liege.

Fast genauso wichtig wie eine exzellente Umsetzung sei es für ein Unternehmen, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Das treffe auf Fresenius zu, denn das Unternehmen könne stark vom demografischen Rückenwind profitieren. Vor allem Europa altere stark: Seien es 2012 erst 13% der EU-Bevölkerung über 65 Jahre gewesen, so seien es 2022 bereits mehr als 21% gewesen (Quelle: Eurostat). Setze sich dieser Trend fort, könnten es bis Ende des Jahrzehnts über 25% werden. Menschen im hohen Alter bräuchten vor allem eines: Gesundheitsversorgung - konkret: Krankenhäuser und Medikamente. Hier sehe man insbesondere Helios im Vorteil, mit seiner starken Präsenz in Deutschland und Spanien (und einem US-Umsatzanteil von nur etwa 2%), zwei Ländern mit besonders stark alternder Bevölkerung. Dieser Makrofaktor werde auch in den kommenden Jahren - wenn nicht Jahrzehnten - für ein gesundes Wachstum sorgen, gelinge es dem Unternehmen, dieses Potenzial zu nutzen.

Die Bewertung von Fresenius sei zwar deutlich höher als noch vor einem Jahr, habe sich jedoch durch die jüngsten Entkonsolidierungen und die gestiegene Profitabilität wieder relativiert. Aus aktueller Sicht stelle sie weder einen positiven noch einen negativen Faktor dar - Fresenius sei derzeit fundamental fair bewertet.

Fazit: Zusammenfassend lasse sich festhalten, dass Fresenius in den vergangenen Jahren durch Kostendisziplin und strategische Entscheidungen - wie die Abspaltung von Vamed und den Verkauf der FMC-Anteile - eine deutliche Verschlankung des Konzerns erreicht habe. Der CEO kommentiere dies mit "schlanker, fitter und schneller" - und man gebe ihm Recht. Gleichzeitig profitiere das Unternehmen von einem erheblichen demografischen Rückenwind, der vor allem Helios mit seiner starken Präsenz in Deutschland und Spanien begünstige. Mit einem Umsatzanteil von 73% in Europa und nur 13% in Nordamerika sei Fresenius zudem relativ gut gegen mögliche US-Importzölle auf Pharmazeutika geschützt. Zwar könnte die Sparte Kabi als Generikahersteller potenziell stärker betroffen sein, durch die lokale Produktion könnten jedoch negative Effekte teilweise abgefedert werden.

Aufgrund dieser Faktoren und auf Basis eines Multiples-Bewertungsmodells, das Fresenius auf Basis von EV/ EBIT, EV/Umsatz und KGV mit der eigenen Historie und der Peer Group vergleicht, empfiehlt Raphael Schicho, Analyst der Raiffeisen Bank International AG, Fresenius weiterhin zum Kauf und erhöht sein Kursziel leicht auf EUR 41,00. (Analyse vom 08.04.2025)


Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus:

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Offenlegung von Umständen und Interessen, die die Objektivität der RBI gefährden könnten: www.raiffeisenresearch.com/disclosuresobjectivity (08.04.2025/ac/a/d)

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