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09.10.24 17:35
Nynomic Aktie: Prognoseanpassung aufgrund von konjunkturell bedingten Auftragsverzögerungen

Hamburg (www.aktiencheck.de) - Nynomic-Aktienanalyse von der Montega AG:

Bastian Brach, Aktienanalyst der Montega AG, stuft in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie der Nynomic AG (ISIN: DE000A0MSN11, WKN: A0MSN1, Ticker-Symbol: M7U) weiterhin mit "kaufen" ein.

Nynomic habe gestern bekannt gegeben, dass das Unternehmen die Guidance für das Jahr 2024 anpasse und sowohl umsatz- als auch ergebnisseitig nun einen Rückgang im Vergleich zum Jahr 2023 erwarte. Grund hierfür seien kundenseitige Auftragsverschiebungen infolge der schwachen Konjunktur gewesen.

Guidance verringert: Während Nynomic vorher ein Umsatzwachstum im einstelligen Prozentbereich und eine Steigerung der EBIT-Marge gegenüber dem Vorjahr (2023: 13,1%) in Aussicht gestellt habe, erwarte der Vorstand nun einen Umsatzrückgang auf 100,0 - 110,0 Mio. EUR (-6,8% bis -15,3% yoy). Die geringeren Erlöse und das Wegfallen besonders margenstarker Aufträge würden sich zudem auf die EBIT-Marge auswirken, die nun für FY24 bei nur noch 7-9% liegen dürfte. Ursächlich für die deutlichen Anpassungen seien die Verzögerungen der Abrufe bereits bestellter Produkte auf Kundenseite, insbesondere im Halbleiter- und Agrar-Sektor, die unter den schwachen Rahmenbedingungen leiden würden und mit der Verschiebung über das Jahresende hinaus ihre Cashflows für FY24 aufbessern möchten. Laut Vorstand handle es sich bei den Auslieferungsanpassungen ausdrücklich nicht um Stornierungen, und man erwarte, dass ein Großteil dieser zu Jahresbeginn 2025 verbucht werde. Das Beibehalten der Mittelfristprognose (200 Mio. EUR Umsatz & 16-19% EBIT-Marge) unterstreiche die Zuversicht des Managements in eine deutliche Erholung bereits im kommenden Jahr. Auch auf der Personalseite seien keine Einschnitte geplant.

Wachstumsstory bleibe attraktiv, Prognosen angepasst: Nach drei hervorragenden Geschäftsjahren während der Coronakrise (Umsatz-CAGR 2020-2022: 21,6%) mit zweistelligen operativen Margen sei Nynomic in 2023 und wohl auch im laufenden Jahr hinter den eigenen und den Markterwartungen zurückgeblieben. Der Rückenwind durch die hohe Nachfrage und den starken Lageraufbau auf Kundenseite im Zuge der weltweiten Lieferkettenprobleme habe sich seit Ende 2022 umgekehrt. Die Normalisierung der Lagerbestände und die schwächelnde Konjunktur in Europa würden in einer momentanen Erlösentwicklung resultieren, die signifikant unter dem mittelfristigen Potenzialwachstum zurückbleibe. Das Unternehmen bleibe aus Sicht des Analysten eine attraktive Wachstumsstory, die innovative Produkte in strukturell wachsenden Endmärkten vertreibe. Nichtsdestotrotz erwarte der Analyst keine Rückkehr zu dem Wachstum der Jahre 2020-2022, sondern mittelfristig eine Steigerungsrate im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich bei einer EBIT-Marge, die sich schrittweise 16,0% annähere. Man positioniere sich damit jeweils unterhalb bzw. am unteren Ende der im Zuge der Gewinnwarnung bestätigten Mittelfristguidance.

Erholung in 2025 erwartet: Kurzfristig rechne der Analyst einerseits aufgrund der verschobenen Abrufe, andererseits aufgrund von positiven Vorstandsaussagen zu dem Fortschritt von anlaufenden Entwicklungsprojekten mit einer deutlichen Erholung im kommenden Jahr, insbesondere im 1. Quartal. Diese Effekte sollten die anhaltend schwache Wirtschaftsentwicklung überkompensieren. Dies würde ein Übertreffen des 2023er Erlösniveaus sowie eine Rückkehr zu zweistelligen EBIT-Margen bedeuten, die aufgrund der höheren Personalkosten (v.a. in der F&E-Abteilung) jedoch noch nicht die Werte der Jahre 2022/23 erreichten. Der Free Cashflow solle nach zwei negativen Jahren ebenfalls wieder in den positiven Bereich zurückkehren.

Fazit: Die Gewinnwarnung von Nynomic spiegele die zurzeit schwache Entwicklung in den relevanten Endmärkten wider. Zwar scheine es wahrscheinlich, dass diese Lücke in Q1/25 aufgeholt werden könne, dennoch reduziere der Analyst die Prognosen für die mittelfristigen Wachstumsraten, da er nicht davon ausgehe, dass die Sonderkonjunktur der Jahre 2020-2022 als Basisszenario gesehen werden könne.

Trotz dieser Reduktion bleibt die Aktie aufgrund der attraktiven Bewertung (EV/EBIT 2025e: 8,7) in Kombination mit dem langfristigen Wachstums- und Margenprofil kaufenswert mit einem angepassten Kursziel von 34,00 EUR (zuvor: 46,00 EUR), so Bastian Brach, Aktienanalyst der Montega AG. (Analyse vom 09.10.2024)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link. (09.10.2024/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



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