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04.10.24 09:10
Redcare Pharmacy Aktie: Neue Ergebnisprognose liegt deutlich unter bisherigen Prognosen

Kulmbach (www.aktiencheck.de) - Redcare Pharmacy-Aktienanalyse von "Der Aktionär":

Michael Schröder vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie der Redcare Pharmacy N.V. (ISIN: NL0012044747, WKN: A2AR94, Ticker-Symbol: RDC) unter die Lupe.

Die Zahlen von Redcare Pharmacy seien durchweg stark ausgefallen und der Umsatz mit dem E-Rezept in Deutschland sei das Highlight, so Jefferies-Analyst Martin Comtesse. Die Online-Apotheke rechne nach dem dritten Quartal im Gesamtjahr wegen der höheren Werbeausgaben für das E-Rezept aber mit einem geringeren Gewinn als bisher. Etwas optimistischer werde der DocMorris-Konkurrent aber bei seinem Umsatzziel.

Mit Blick auf das Wachstum im dritten Quartal habe Redcare die Erwartungen mehr als erfüllen können. Der Umsatz habe in den drei Monaten bis Ende September im Vergleich zum Vorjahr um etwas mehr als ein Fünftel auf 574 Millionen Euro angezogen. Das sei etwas mehr gewesen, als Analysten im Schnitt erwartet hätten. Der Erlös mit nicht verschreibungspflichtigen Produkten sei um 20 Prozent auf 383 Millionen Euro gewachsen. Die Zahl der aktiven Kunden habe Ende September bei 11,9 Millionen und damit 400.000 mehr als noch Ende Juni gelegen - im Vergleich zum Vorjahr seien es 1,4 Millionen mehr.

Besonders wichtig: Viele Kunden würden bereits zum zweiten, dritten oder sogar vierten Mal etwas bestellen, so Unternehmenschef Olaf Heinrich. Es sei also jetzt der richtige Zeitpunkt, das Potenzial, das sich durch das E-Rezept (E-Rx) biete, voll auszuschöpfen. Aus diesem Grund wolle der Konzern die Marketingaktivitäten verstärken. "Diese Investition wird sich in der Zukunft überproportional auszahlen", so Finanzvorstand Jasper Eenhorst. Die Redcare-Marke Shop Apotheke werbe unter anderem seit einiger Zeit mit dem TV-Moderator Günther Jauch.

Die erhöhten Aufwendungen würden aber ins Geld gehen: Die Marge basierend auf dem bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erwarte der Vorstand im laufenden Jahr daher jetzt zwischen 1,2 und 2,2 Prozent. Bisher habe das Unternehmen eine Marge von zwei bis vier Prozent in Aussicht gestellt.

Etwas optimistischer werde der DocMorris-Konkurrent aber bei seinem Umsatzziel. Beim Erlös peile Redcare jetzt 2,35 bis 2,5 Milliarden Euro an. Damit sei das untere Ende der Spanne um 50 Millionen erhöht worden.

Umgerechnet in absolute Werte würden die neuen Prognosen im laufenden Jahr einen bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen zwischen rund 28 und 55 Millionen Euro bedeuten. Bisher habe das Unternehmen mit einem operativen Ergebnis zwischen 46 und 100 Millionen Euro gerechnet.

Die neue Ergebnisprognose liege deutlich unter der bisherigen Durchschnittsschätzung. Analysten hätten bisher im Schnitt mit einem Umsatz von 2,36 Milliarden Euro und einem bereinigten operativen Gewinn von 66 Millionen Euro gerechnet. Dies entspräche einer Marge von rund 2,8 Prozent. 2023 habe Redcare 1,8 Milliarden Euro umgesetzt und dabei operativ 53 Millionen Euro verdient. Die operative Marge habe im vergangenen Jahr damit bei drei Prozent gelegen.

Grundsätzlich bleibe "Der Aktionär" für den Online-Apotheken-Markt optimistisch gestimmt. Das Wachstumspotenzial sei nach wie vor enorm, allen voran bei den verschreibungspflichtigen Medikamenten. Redacare agiere hier am Puls der Zeit und fahre die Marketing-Ausgaben entsprechend hoch. Das dürfte sich sicher positiv auf die Kundenzahlen auswirken. Die Prognose für die Erlöse steige entsprechend, allerdings nur moderat. Im Gegenzug falle die Kürzung der Marge deutlicher aus. Es bleibe abzuwarten, welche Karte die Investoren nach der zuletzt recht starken Kursentwicklung kurzfristig spielen würden.

Mittelfristig bleibt "Der Aktionär" weiterhin von der Wachstumsstory des Unternehmens überzeugt, so Michael Schröder. (Analyse vom 04.10.2024)

Mit Material von dpa-AFX

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