Wien (www.aktiencheck.de) - wienerberger-Aktienanalyse von der Raiffeisen Bank International AG:
Markus Remis, Analyst der Raiffeisen Bank International AG (RBI), rät in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie der Wienerberger AG (ISIN: AT0000831706, WKN: 852894, Ticker-Symbol: WIB, Wiener Börse-Symbol: WIE) unverändert zu kaufen.
Im zweiten Quartal habe ein Umsatz von EUR 1,26 Mrd. erzielt werden können, was einem Anstieg von 10% entspreche. Rund EUR 185 Mio. davon seien auf die Erstkonsolidierung von Terreal sowie weitere kleinere M&A-Transaktionen zurückzuführen. Dies bedeute einen organischen Rückgang von etwa 6%.
Das operative EBITDA habe EUR 285 Mio. erreicht, wobei EUR 28 Mio. aus Akquisitionen resultieren würden. Das operative Ergebnis habe damit dem vom Konzern im Vorfeld in Aussicht gestellten Wert entsprochen. Das berichtete EBITDA von EUR 236 Mio. sei jedoch durch Einmalaufwendungen erheblich belastet worden.
Die Kosten für Kapazitätsanpassungen hätten sich auf EUR 70 Mio. belaufen und seien nur geringfügig durch Veräußerungsgewinne in Höhe von EUR 10 Mio. kompensiert worden. Zusätzlich seien außerordentliche Wertberichtigungen in Höhe von EUR 49 Mio. vorgenommen worden, die im Zusammenhang mit den stillgelegten Produktionsanlagen stünden. Infolgedessen habe der Nettogewinn bei EUR 35 Mio. (H1-Jahresfehlbetrag: EUR 1 Mio.) und damit deutlich unter dem Vorjahreswert von EUR 123 Mio. gelegen.
Das Management habe erneut darauf hingewiesen, dass der europäische Wohnungsmarkt eine uneinheitliche Erholung erfahre, wobei die CEE-Märkte (Ziegelvolumen +13% in Q2 und -1% in H1) die Talsohle früher durchschritten hätten als Westeuropa (-8% bzw. -13%). Die Nachfrageentwicklung in wichtigen Ländern wie DE, FR, AT und den Benelux-Ländern (Einfamilienhausbauaktivität 15% bis 20% unter dem Vorjahr) im H2 falle jedoch gedämpfter aus als bisher antizipiert. Daher habe das Management eine Senkung der Gewinnprognose vornehmen müssen. Entsprechend habe sich der Druck zur Anpassung der Produktionskapazitäten und der Kostenbasis verstärkt. Der Konzern habe bisher zehn Werke stillgelegt bzw. geschlossen und weitere sechs Produktionslinien stillgelegt.
Die neue Prognose für das laufende Jahr sehe ein operatives EBITDA in Höhe von EUR 800 bis EUR 820 Mio. (zuvor: EUR 860 bis EUR 890 Mio.) vor, was eine Stagnation gegenüber dem Vorjahreswert bedeute. Adjustiert um den Terreal-Beitrag (nun EUR 80 Mio. statt zuvor EUR 90 Mio. erwartet), impliziere die Prognose einen organischen Rückgang von etwa 10%. Im zweiten Halbjahr sei ein operatives EBITDA von EUR 400 bis EUR 420 Mio. erforderlich (2. Quartal 2013: EUR 357 Mio.). Davon würden voraussichtlich rund EUR 45 bis EUR 50 Mio. auf die Erstkonsolidierung von Akquisitionen entfallen.
Das Management gehe davon aus, dass sich die Absatzmengen auf dem Niveau von H2 2023 stabilisieren sollten. Gleichzeitig würden positive Effekte aus weiteren Kostensenkungsmaßnahmen sowie eine sequenzielle Verbesserung der Preis-Kosten-Spanne als realistisch erachtet. Letztere werde durch die rückläufige Kosteninflation (insbesondere bei Energie und Granulaten) angetrieben und dürfte für Rückenwind sorgen. Die Analysten der RBI hätten ihre Schätzung für das operative EBITDA auf EUR 806 Mio. gesenkt. Ihre Prognose für das berichtete EBITDA-Schätzung von EUR 746 Mio. basiere auf der Annahme, dass im H2 geringfügige Einmalbelastungen durch Gewinne aus Veräußerungen neutralisiert würden.
Fazit: Trotz der gegenwärtigen Herausforderungen würden die Analysten der RBI an ihrer positiven Einschätzung des Investment Cases festhalten. Ihrer Meinung nach sei eine Verbesserung der Marktnachfrage der Schlüssel zu einer Neubewertung der Aktie. Die Analysten der RBI würden diesbezüglich die Ansicht des Managements teilen, dass sich eine solche Verbesserung zwar verzögern werde, aber nicht vom Tisch sei. Dafür würden der Nachholbedarf, die Erwartung niedrigerer Zinssätze sowie die Umsetzung von nationalen Subventionsprogrammen im Hausbaubereich sprechen.
Die Analysten der RBI würden davon ausgehen, dass die Aktie kurzfristig vermutlich in einer gewissen Bandbreite schwanken werde. Sie seien jedoch auch der Ansicht, dass das erhebliche Ertragspotenzial selbst bei Prognosen unterhalb der mittelfristigen Guidance (die EBITDA-Prognose des Managements für das Geschäftsjahr 2026 von über EUR 1,2 Mrd. impliziere ein Aufwärtspotenzial von mindestens 20% gegenüber der RBI-Schätzung und dem Konsens), die klare strategische Ausrichtung und die umsichtige Kapitalallokation (kleine bis mittelgroße Übernahmen, Aktienrückkäufe, Verkäufe von nicht betriebsnotwendigen Immobilien) derzeit nicht adäquat im Aktienkurs diskontiert würden.
Bernd Maurer, Analyst der Raiffeisen Bank International AG, bestätigt daher die Kaufempfehlung bei einem moderat niedrigen Kursziel von EUR 35 (bisher: EUR 37) für die wienerberger-Aktie. (Analyse vom 21.08.2024)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus:
3. RBI oder eine mit ihr verbundene juristische Person ist Market Maker oder Specialist oder Designated Sponsor oder Stabilisierungsmanager oder sonstiger Liquiditätsspender in den Finanzinstrumenten des Emittenten.
Offenlegung von Umständen und Interessen, die die Objektivität der RBI gefährden könnten: www.raiffeisenresearch.com/disclosuresobjectivity
Börsenplätze wienerberger-Aktie:
Tradegate-Aktienkurs wienerberger-Aktie:
29,36 EUR +0,34% (21.08.2024, 13:11)
Wiener Börse-Aktienkurs wienerberger-Aktie:
29,32 EUR +0,07% (21.08.2024, 12:51)
ISIN wienerberger-Aktie:
AT0000831706
WKN wienerberger-Aktie:
852894
Ticker-Symbol wienerberger-Aktie:
WIB
Wiener Börse-Symbol wienerberger-Aktie:
WIE
Kurzprofil Wienerberger AG:
wienerberger (ISIN: AT0000831706, WKN: 852894, Ticker-Symbol: WIB, Wiener Börse-Symbol: WIE) ist führender Anbieter von innovativen, ökologischen Lösungen für die gesamte Gebäudehülle in den Bereichen Neubau und Renovierung sowie für Infrastruktur im Wasser- und Energiemanagement. wienerberger ermöglicht mit seinen Lösungen energieeffizientes, gesundes, klimafreundliches und leistbares Wohnen. wienerberger ist der größte Ziegelproduzent weltweit und Marktführer bei Tondachziegeln in Europa sowie bei Betonflächenbefestigungen in Osteuropa. Bei Rohrsystemen (Steinzeug- und Kunststoffrohre) zählt das Unternehmen zu den führenden Anbietern in Europa. Mit der Akquisition von Meridian Brick hat wienerberger seine Position als ein führender Anbieter von Fassadenprodukten in Nordamerika weiter ausgebaut. (21.08.2024/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
© 1998 - 2026, aktiencheck.de