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29.09.00 00:00
Die Woche in Japan

Nach Ansichte der meisten Analysten in Asien stand die Woche in Japan unter den Vorzeichen der drei "E"s, "Earnings", "Energy" (Ölpreis) und " Euro", berichten die Experten vom „asia weekly“.

Die drei "E"s hätten in dieser Woche jedoch sehr unterschiedliche Impulse gegeben. Zusätzlich habe man noch die psychologisch wichtige Marke von 16.000 Zählern nennen können. Der Nikkei habe die Woche bei 15818,25 Zählern begonnen und habe am Montag auch deutlich zulegen können. Der Topix sei auf 1466,93 in die neue Woche gestartet. Am Wochenende hätten schließlich die G7 Staaten beschlossen, mit Interventionen den Euro zu stützen und Maßnahmen gegen den steigenden Ölpreis zu unternehmen.

Jedoch sei hier gerade der Faktor der Marktpsychologie ins Spiel gekommen. Zum einen würden die Anleger fürchten, dass die " Earnings" nicht stimmen könnten, dass die Unternehmen möglicherweise negative Gewinnschätzungen abgeben würden und zum anderen traue sich der Markt nicht so recht, über die 16.000 zu springen. Koji Hayakawa von Ichiyoshi Securities habe jedoch am Montag Gefahren in der Tatsache gesehen, dass die Erholung so schwach ausgefallen sei.

Die Investoren seien sehr vorsichtig geworden. Vor allem sei es viel zu früh, zu behaupten, dass die G7 jetzt das Blatt schon wenden würden. Auch würden viele Anleger mit Spannung auf die Veröffentlichung des Tankan Berichts der Bank von Japan nächste Woche Montag warten. Nach ersten Schätzungen würden die Analysten davon ausgehen, dass nach dem Tankan Bericht, dem ersten, seit dem Ende der Null-Zins-Politik der Bank von Japan seit 11. August diesen Jahres, die Unternehmensinvestitionen für das nächste Jahr um 5,7 % steigen würden. Nach den letzten Tankan hätten die Schätzungen für die Investitionssteigerungen der Großunternehmen noch bei 4,6 % gelegen.

Bei den " Earnings" habe es schon berechtigtere Sorgen gegeben. Die Gewinnwarnung bei Intel habe letzte Woche zu massiven Einbrüchen geführt und belaste auch in dieser Woche immer wieder die Halbleitertitel. Eine Gewinnwarnung von Apple am Donnerstag habe dazu geführt, dass in Japan Halbleitertitel wie Tokyo Electron oder Advantest Corp gegen den Trend verloren hätten. Sorgenkind in dieser Woche sei NTT gewesen, die unter den Aktienverkäufen gelitten hätten, die am Mittwoch angekündigt worden seien. Zum einen wolle das Unternehmen selbst zur Liquiditätsschöpfung 300.000 neue Aktien herausgeben, zum anderen wolle sich die Regierung noch von 1 Mio. Papieren trennen. Dazu sei noch gekommen, dass Morgan Stanley zum Jahresende den MSCI Index umschichten wolle. Dabei würden sehr flüssige Werte mit hohem Streubesitz aufgenommen werden sollen. Unter diesen Aspekten laufe NTT Gefahr, seinen Platz im Morgan Stanley Capital International (MSCI) zu verlieren. Dies habe das Papier auf den tiefsten Stand seit März 1999 von 1,06 Mio. Yen am Freitag gezogen, trotz leichter Erholung von 1,92 % am letzten Handelstag. Im Wochenvergleich habe NTT von 1,21 Mio. Yen also 12,4 % an Kurs verloren.

Besonders die Stabilisierung am Freitag sei aber wieder von weiteren Hoffnungen ausgegangen, dass es angesichts der weltweiten Demonstrationen über den erhöhten Ölpreis, hier zur Steigerung der Fördermengen durch die OPEC Staaten kommen könne und auch hoffe man, dass die G7- Staaten mit weiteren Interventionen den Euro stützen könnten. Im Wechselspiel dieser Faktoren zeige der Nikkei eine Berg- und Talfahrt und habe am Freitag auf 15.747,26 mit einem Wochenminus von 21 Punkten oder 0,45 % geschlossen, während der Topix um 6,29 Punkte oder 0,43 % auf 1.473,22 habe zulegen können.



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