Logo
EXKLUSIV - DAX 100
www.aktiencheck.de
28.02.24 16:01
Fresenius: Eine Zerlegung in Einzelteile - Aktienanalyse

Wien (www.aktiencheck.de) - Fresenius-Aktienanalyse von der Raiffeisen Bank International AG:

Raphael Schicho, Analyst der Raiffeisen Bank International AG (RBI), rät in einer aktuellen Aktienanalyse zum Kauf der Aktie der Fresenius SE & Co. KGaA (ISIN: DE0005785604, WKN: 578560, Ticker-Symbol: FRE, NASDAQ OTC-Symbol: FSNUF).

Bevor der Analyst anfange, das Unternehmen zu zerlegen, kurz zum Jahresergebnis: Fresenius habe im Geschäftsjahr 2023 ein Umsatzwachstum von 4% auf EUR 22,3 Mrd. erzielt. Der operative Gewinn (EBIT) sei um 3% auf EUR 2,3 Mrd. gewachsen. Die Nettoverschuldung des Konzerns, die dem Analysten in der Vergangenheit Sorgen bereitet habe, sei mit EUR 13,3 Mrd. weitgehend unverändert geblieben. Für dieses Jahr werde ein Umsatzwachstum zwischen 3% und 6% erwartet, die Erwartungen dafür seien zuvor höher gesteckt gewesen. 2023 sei für Fresenius allerdings vor allem ein Jahr der Entkonsolidierung gewesen. Der Rechtsformwechsel der nun eigenständigen Fresenius Medical Care (FMC) sei zum 30. November 2023 wirksam geworden.

Was überbleibe, möge man meinen, sei eine homogene Firma mit einem Kerngeschäft. Falsch gedacht. Es handele sich nach wie vor in Wahrheit um drei Firmen. Der Medikamentenhersteller Fresenius Kabi, der Krankenhausbetreiber Fresenius Helios und Fresenius Vamed, eine Firma, die sich vor allem um das Projekt- und Managementgeschäft von Gesundheitseinrichtungen kümmere. Letztere sei übrigens aus Österreich und sei 1982 aus der voestalpine hervorgegangen.

Kabi stelle vor allem Medikamente und Produkte zur Infusion, Transfusion und klinischen Ernährung her und sei vergleichbar mit Firmen wie Baxter International oder Abbott Laboratories. 2023 habe sie einen Umsatz von rund EUR 8 Mrd. und einen operativen Gewinn (EBIT) von EUR 1,14 Mrd. erzielt, die EBIT-Marge von 14% liege somit sogar leicht über dem Brancheschnitt.

In seiner Bewertung nehme der Analyst an, dass sich EV/EBIT und EV/Sales Multiples an den Branchenschnitt annähern würden, wobei er bei EV/Sales aufgrund des Margenvorteils eine stärkere Annäherung annehme. Er komme auf einen Unternehmenswert (EV) von EUR 20,2 Mrd. Dann ziehe er noch jeweils einen Teil der Fresenius Nettoschulden und Minderheitsanteile ab, dividiere durch die Anzahl der Aktien und erhalte somit für Fresenius Kabi einen Aktienwert von EUR 19,73 pro Aktie.

Weiter zur Krankenhaussparte Helios, die mit privaten Krankenhausketten wie Universal Health Services oder Spire Healthcare Group vergleichbar sei. Helios habe 2023 einen Umsatz von EUR 12,3 Mrd. und einen operativen Gewinn von EUR 1,23 Mrd. erzielt. Die EBIT-Marge von 10% liege im Mittelfeld der Branche und der Analyst nehme auch hier eine Annäherung der Multiples zum Branchenschnitt an. Nach Berücksichtigung von Nettoschulden und Minderheitsanteilen komme er somit auf einen Aktienwert von EUR 10,96.

Zu guter Letzt Vamed, die mit Abstand kleinste Sparte der Firma. Sie habe 2023 einen Umsatz von EUR 2,3 Mrd. und dabei einen operativen Verlust von EUR 16 Mio. erzielt. Dieser sollte allerdings eine Ausnahme darstellen und Vamed wieder in die schwarzen Zahlen zurückkehren können (Gewinn: EUR ca. 100 Mio.). Somit komme der Analyst für Vamed im Vergleich mit der Peer-Group auf einen EV von EUR 2,4 Mrd., abzüglich der Nettoschulden und Minderheitsanteile bleibe ein Aktienwert von EUR -0,24. Dieser sei vor allem deswegen negativ, weil er den Schuldenabzug nach Umsatzbasis aufgeteilt habe.

Zusammengerechnet seien die drei Teile von Fresenius EUR 30,26 je Aktie Wert. Die FMC-Anteile seien auch mit einem Barwert von EUR 3,5 Mrd. schon in der Bilanz vermerkt und somit in die Berechnung eingeflossen. Einen Konglomerat-Discount ziehe der Analyst bei Fresenius nicht ab, vor allem aufgrund der sich ergebenden Synergieeffekte.

Gerundet kommt Raphael Schicho, Analyst der Raiffeisen Bank International AG, auf ein Kursziel von EUR 30 und stuft die Empfehlung auf "Kauf" hoch. Als Auslöser, der die Aktie in den nächsten Monaten nach oben treiben könnte, sehe der Analyst noch Zinssenkungen. Mit einem durchschnittlichen Schuldenrückzahlungszeitraum von rund vier Jahren werde hier in den nächsten Jahren viel refinanziert werden müssen. Außerdem seien immerhin EUR 4,8 Mrd. der Schulden variabel verzinst, was die Firma sehr Zinssensitiv mache. (Analyse vom 28.02.2024)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus:

Offenlegungen

7. Der zuständige Analyst oder eine sonstige an der Erstellung der Finanzanalyse mitwirkende natürliche Person oder eine sonstige natürliche Person von Raiffeisen Research besitzt Finanzinstrumente des von ihm analysierten Emittenten.

Offenlegung von Umständen und Interessen, die die Objektivität der RBI gefährden könnten: www.raiffeisenresearch.com/disclosuresobjectivity.

Börsenplätze Fresenius-Aktie:

Tradegate-Aktienkurs Fresenius-Aktie:
26,11 EUR +0,04% (28.02.2024, 15:58)

XETRA-Aktienkurs Fresenius-Aktie:
26,13 EUR +0,19% (28.02.2024, 15:45)

ISIN Fresenius-Aktie:
DE0005785604

WKN Fresenius-Aktie:
578560

Ticker-Symbol Fresenius-Aktie:
FRE

NASDAQ OTC-Symbol Fresenius-Aktie:
FSNUF

Kurzprofil Fresenius SE & Co. KGaA:

Die Fresenius SE & Co. KGaA (ISIN: DE0005785604, WKN: 578560, Ticker-Symbol: FRE, NASDAQ OTC-Symbol: FSNUF) ist ein weltweit tätiger Gesundheitskonzern mit Produkten und Dienstleistungen für die Dialyse, das Krankenhaus und die ambulante Versorgung. Zur Fresenius-Gruppe gehören vier eigenständig agierende Unternehmensbereiche, die Marktführer in Wachstumsbereichen des Gesundheitssektors sind: Fresenius Medical Care (weltweit führend bei der Behandlung von chronischem Nierenversagen), Fresenius Helios (Europas größte private Kliniken-Gruppe), Fresenius Kabi (bietet lebensnotwendige Medikamente, Medizinprodukte und Dienstleistungen für kritisch und chronisch Kranke) und Fresenius Vamed (spezialisiert auf das Projekt- und Managementgeschäft von Gesundheitseinrichtungen). (28.02.2024/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



© 1998 - 2026, aktiencheck.de