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03.12.07 00:30
Gesco: Ungebrochener Wachstumskurs

Die Unternehmen der Gesco-Gruppe verzeichnen derzeit auf breiter Front ein außergewöhnlich starkes Wachstum. Getrieben von einer hohen Nachfrage nach Investitionsgütern konnte der Verbund den Umsatz im 1. Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2007/08 (bis 31.03.) um 34,4 % auf 165,5 Mio. Euro steigern.

 

Vorwiegend organisches Wachstum

 

Der Zuwachs ist dabei lediglich zu einem Drittel auf die Konsolidierung der letzten Neuerwerbungen Frank Walz- und Schmiedetechnik sowie VWH Vorrichtungs- und Werkzeugbau zurückzuführen und wurde somit überwiegend organisch erwirtschaftet. Die Mittelstandsholding profitiert derzeit nicht nur von der im Jahr 2005 durchgeführten Kapazitätserweiterung beim Portfolioschwergewicht Dörrenberg Edelstahl, die nun in steigende Erlöse umgemünzt werden kann, sondern auch von der hohen Geschäftsdynamik bei zahlreichen kleineren Beteiligungen. Neben Ackermann Fahrzeugbau und Paul Beier ragt hier vor allem die erst im Juli 2006 übernommene Gesellschaft Frank Walz- und Schmiedetechnik hervor, die mit ihren hochqualitativen Markenprodukten erfolgreich auf dem osteuropäischen Markt expandiert.

 

Plananhebung nach drastischem Gewinnanstieg

 

Obwohl viele Unternehmen nun an der Kapazitätsgrenze arbeiten und weitere Aufträge mit relativ kostspieligen Erweiterungen verbunden sind, konnte Gesco den Gewinn einmal mehr deutlich stärker steigern als den Umsatz. Während das operative Ergebnis nach neun Monaten mit 17,9 Mio. Euro um 77,3 % über dem Vorjahr lag, erhöhte sich der Konzernüberschuss nach Anteilen Dritter sogar um 92,8 % auf 9,5 Mio. Euro. Nach diesem starken Ergebnis war auch die erst im August angehobene Prognose des immer ausgesprochen konservativ planenden Managements für das Gesamtjahr Makulatur. Während bislang eine Abschwächung der Dynamik im 2. Halbjahr erwartet wurde, aus der in Summe ein Umsatz für 2007/08 von 320 Mio. Euro und ein Gewinn von 15,4 Mio. Euro resultieren sollte, dürfte sich nun das Wachstum in den verbliebenen Monaten des Geschäftsjahres mit fast unvermindertem Tempo fortsetzen. Auf dieser Basis wurde ein neuer Zielwert für die Erlöse von 327 Mio. Euro ausgegeben; die Planzahl für den Gewinn wurde dabei sogar deutlich überproportional auf 17,5 Mio. Euro angehoben.

 

Keine Abschwächung erkennbar

 

Die positiven Perspektiven werden auch vom außerordentlich starken Auftragseingang untermauert, der im 1. Halbjahr um 39,9 % auf 180,3 Mio. Euro zugelegt hat und damit sogar noch stärker gestiegen ist als die Erlöse. Von der aktuell zu beobachtenden leichten Konjunkturabkühlung in zahlreichen Industrieländern – neben den USA wird für das 4. Quartal auch für Japan und Westeuropa mit einem Absinken der BIP-Zuwachsraten gerechnet – spürt Gesco nach Aussagen des Managements bislang noch keine Effekte. Vielmehr durchläuft der deutsche Markt für Investitionsgüter aufgrund einer jahrelang zurückhaltenden Politik beim Kapazitätsaufbau nun eine Sonderkonjunktur, die ohne einen drastischen Einbruch der Weltwirtschaft noch jahrelang anhalten könnte. 

 

Äußerst moderate Bewertung

 

Vor diesem Hintergrund müssen auch wir unsere Prognosen deutlich anheben. Nachdem schon das 2. Quartal über unseren Erwartungen lag und auch die weiteren Perspektiven besser sind als bislang vermutet, heben wir unseren Zielwert für den Umsatz auf 332 Mio. Euro und für den Überschuss auf 18,3 Mio. Euro an. Daraus errechnet sich ein KGV 07 von unter 8, was für einen Wachstumswert wie Gesco doch sehr moderat erscheint.

 

Anhand eines einfachen Ertragswertmodells, das für die nächsten acht Jahre nur Umsatzwachstumsraten zwischen 10 und 5 % bei konstanter Nettomarge von 5,5 % annimmt, erhalten wir bei einer Renditeforderung von 10 % p.a. einen fairen Wert von 95 Euro – also rd. das Doppelte des aktuellen Kurses.  Zudem gilt für Gesco, was wir in letzter Zeit auch schon für andere Werte (wie Sixt, Computerlinks oder Sto) festgestellt haben: Beim aktuellen Börsenwert ist nicht mal eine Gewinnstagnation, sondern ein dauerhafter Gewinnrückgang (!) eingepreist, wovon fundamental aber nichts zu sehen ist.

 

Fazit

 

Nach wie vor stellt die Gesco-Aktie eine sehr attraktive, weil risikoarme Wette auf eine bessere als im Börsenkurs eskomptierte Entwicklung dar. Zudem ist sie durch eine Dividendenrendite von fast 4 % solide nach unten abgesichert. Mittelfristig ausgerichtete Investoren können die Gesco-Aktie daher trotz der aktuellen Marktturbulenzen (nach-)kaufen.

 

Für die Inhalte ist die Redaktion des Performaxx-Anlegerbriefs verantwortlich. Der Performaxx-Anlegerbrief zählt mit einer Musterdepotperformance von über 686 % seit 1.1.2001 zu Deutschlands erfolgreichsten Börsenbriefen.

 

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