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Trotz der anhaltenden Corona-Pandemie hat der BayWa-Konzern 2021
einen deutlichen Ergebnissprung erzielt. Nahezu alle Segmente
haben die Unternehmensziele erreicht oder übertroffen. ∎
Der Konzernumsatz stieg im Geschäftsjahr 2021 um 20,5 % auf
19.839,1 Mio. EUR. ∎
Das EBIT erreichte mit 266,6 Mio. Euro den höchsten Wert der
Unternehmensgeschichte. ∎
Eine besonders positive Entwicklung wurde in den Bereichen
Erneuerbare Energie, Cefetra-Gruppe und dem Bau Segment erzielt. ∎
Starkes Wachstum im Solarhandelsgeschäft in 2021. ∎
Starke Bautätigkeit und erfolgreiche Umsetzung der
Multi-Spezialisten-Strategie. ∎
Hohe Gewinnmargen bei Produkten und starke Leistung im
Spezialitätengeschäft. ∎
Erhöhung der Dividende um 5 %. ∎
Aufgrund starker Q4/2021-Zahlen haben wir unsere Fair Value von
45 EUR auf 53,05 EUR je Aktie erhöht. 1 Bewertung Unser internes Modell mit einem
WACC von 6,2 % ergibt für die BayWa AG einen fairen Wert von 53,05
€ je Aktie. Das Modell verwendet konservative Umsatzwachstumsraten
und geht von einer konstanten Kapitalstruktur für das Unternehmen
aus. Das Modell verwendet
konservative Wachstums- und Margenschätzungen. Wir gehen jedoch
weiterhin davon aus, dass der Konzern unsere Jahresziele erreichen
kann. Das von uns angewandte Bewertungsschema weist auf ein
mittel- bis langfristig (9-12 Monate) erreichbares Kursziel von 53
Euro hin. Wir glauben, dass die Umsatzerlöse der Gruppe in den
kommenden Jahren auf 20.831 Millionen Euro im Jahr 2022 (vorherige
Schätzungen 19.947 Millionen Euro) und 22.065 Millionen Euro im
Jahr 2023 (vorherige Schätzungen 21059 Millionen Euro) mit einem
operativen Ergebnis von 333,3 Millionen Euro im Jahr 2022
(vorherige Schätzungen 319,2 Mio. EUR) und 264,8 Mio. EUR im Jahr
2023e (zuvor 252,7 Mio. EUR) steigen werden. Wir glauben, dass das
Unternehmen seine Margen verbessern kann (z. B. durch Senkung der
Vertriebs- und Verwaltungskosten) und dass das laufende Jahr eine
Chance für das Unternehmen darstellt, von den günstigen Trends zu
profitieren. 2 Ausblick Aufgrund einer Reihe positiver
Marktfaktoren ist das Geschäftsjahr 2021 das bisher erfolgreichste
Jahr der BayWa-Unternehmensgeschichte. Allerdings dürften sich
diese Marktfaktoren in Zukunft weniger positiv auswirken.
Gleichwohl zeichnet sich das diversifizierte Geschäftsmodell der
BayWa durch eine hohe Widerstandsfähigkeit aus und die Aussichten
für 2022 bleiben insgesamt positiv. Q4/2021 verlief aus unserer
Sicht insgesamt positiv für den BayWa Konzern. Trotz weltweiter Probleme mit
COVID-19, Lieferkettenproblemen und geopolitischer Unsicherheit
rechnen wir für 2022 mit einem steigenden Umsatzwachstum von 5 %
(bisherige Schätzungen 19.947 Mio. EUR) auf 20.831 Mio. EUR für
die gesamte Gruppe und einem steigenden Betriebsergebnis von 333,8
Mio. Euro (vorherige Schätzung 319,2 Mio. Euro). Deutliche EBIT-Steigerungen
erwarten wir insbesondere bei erneuerbaren Energien und im
internationalen Handel mit Agrarprodukten. Darüber hinaus scheint
sich der Restrukturierungsprozess im Segment Agri Trade &
Digitalisation positiv auf das Ergebnis auszuwirken. Darüber
hinaus glauben wir, dass die negativen Auswirkungen auf Innovation
& Digitalisierung in Zukunft abnehmen werden. Dieser Ausblick basiert auf der
Annahme, dass die Corona-Pandemie keine neuen negativen
wirtschaftlichen Auswirkungen auslösen wird. Die politische
Unsicherheit über eine Fortsetzung des Krieges in der Ukraine, die
zu Marktverzerrungen führen könnte, ist weiterhin hoch. Ausblick für das Segment
Erneuerbare Energien Dieses Segment wird seinen
globalen Wachstumskurs auch 2022 fortsetzen. Das EBIT soll im
Geschäftsjahr 2022 gegenüber dem Vorjahr deutlich steigen. Diese
positiven Ergebnisschätzungen basieren auf abgeschlossenen
Projekten, deren Verkauf bereits 2022 geplant ist. Darüber hinaus
sollte der Solarhandel von der geplanten Beschleunigung des
Ausbaus erneuerbarer Energien profitieren. Der Ausbau des
Geschäftsbereichs IPP wird die Umsatzströme der Gruppe weiter
diversifizieren und damit stabilisieren. Die weiter steigenden
Energiepreise werden voraussichtlich die Nachfrage in allen
Geschäftseinheiten der BayWa ankurbeln. Ausblick für das Segment
Energie Das Segment Energie treibt den
Ausbau der Lade- und Betankungsinfrastruktur für Fahrzeuge weiter
voran. Das EBIT des Segments wird voraussichtlich unter dem
Vorjahresniveau liegen, da sich das anhaltend hohe Preisniveau für
Kraftstoffe und Heizöl dämpfend auf die Nachfrage auswirken
dürfte. Diese negativen Effekte auf das EBIT werden nicht durch
das erwartete Ergebniswachstum bei Mobility Solutions und durch
erwartete höhere Verkäufe von Holzpellets kompensiert. Ausblick für das Cefetra
Group Segment In diesem Segment soll der
Handling Volume von Getreide und Ölsaaten im Jahr 2022 leicht
steigen. Das Handelsvolumen von Standardprodukten soll auf
Vorjahresniveau liegen. Bei Spezialitäten und nachhaltigen
Produkten wird ein langsameres Wachstum als 2021 erwartet. Die
weitere Diversifizierung und Erweiterung der Spezialitäten im Jahr
2021 wird neues Potenzial schaffen, da Cefetra seine
Produktpalette weiter ausbaut. Die durch die Corona-Pandemie
verursachten logistischen Engpässe und die daraus resultierenden
höheren Frachtkosten werden zunächst auch 2022 bestehen bleiben.
Zusätzliche Geschäftspotenziale ergeben sich für die
Cefetra-Gruppe durch die Koordination und Optimierung von
Lieferketten und damit die Sicherstellung der Produktbeschaffung
bei möglichen Lieferengpässen. Aufgrund des Krieges in der Ukraine
wird mit weiterhin sehr hoher Preisvolatilität gerechnet. Daraus
ergeben sich entsprechende Marktchancen, könnten aber auch zu
einem erhöhten Ausfallrisiko von Kontrahenten führen. Insgesamt
wird für 2022 ein deutlich über dem Vorjahr liegendes EBIT
erwartet. Ausblick für das Agri Trade
& Service Segment Durch den deutlich gestiegenen
Wert der Handelsbestände im Getreide- und Ölsaatengeschäft ist
dieses Segment positiv in das Jahr 2022 gestartet. In Deutschland
werden im Jahr 2022 durchschnittliche Ernte- und
Produkthandelsbedingungen erwartet. Global sollte die Balance der
Lieferkette im kommenden Jahr begrenzt bleiben. Vor diesem
Hintergrund ist zu erwarten, dass Lagerbestände aus der Ernte 2021
im ersten Halbjahr 2022 zu höheren Preisen vermarktet werden
können. Da sowohl die Ukraine als auch Russland bedeutende
Getreideproduzenten sind, kann der Krieg in der Ukraine zu
Lieferengpässen führen, was zu einem weiteren Preisanstieg führt.
Das Segment arbeitet kontinuierlich daran, seinen Marktanteil
durch Optimierung, Effizienzsteigerung und Diversifikation zu
festigen. Eines der strategischen Ziele ist es, die Warenströme im
ökologischen Landbau auszubauen und in den Kernregionen des
Segments eine führende Marktposition aufzubauen. Insgesamt wird
aufgrund der operativen Verbesserungen für 2022 mit einer weiteren
deutlichen Steigerung des EBIT gegenüber dem Vorjahr gerechnet. Ausblick für das Global
Produce Segment Das Gesamtvermarktungsvolumen
von Früchten des Segments wird voraussichtlich im Jahr 2022 leicht
steigen, dank erwarteter höherer Apfelerntemengen in Neuseeland,
aber es bestehen bestimmte Risiken, die bessere Ernte- und
Verkaufszahlen verhindern könnten: unerwartete negative
Wetterbedingungen und mögliche negative Auswirkungen der
andauernde Coronavirus-Pandemie. In Deutschland wird aufgrund
eines höheren Anteils kleinerer Fruchtgrößen das
Vermarktungsvolumen dort etwas geringer ausfallen als bisher und
es wird mit einer rückläufigen Preisentwicklung gerechnet.
Insgesamt erwartet das Unternehmen ein deutlich unter dem
Vorjahreswert liegendes EBIT. Ausblick für das Segment
Agricultural Equipment Die Bedingungen für dieses
Segment scheinen für 2022 insgesamt positiv zu sein. Preise für
landwirtschaftliche Produkte, Investitionsbereitschaft und
staatliche finanzielle Unterstützung für Landwirte bleiben hoch.
Das Neumaschinengeschäft wird in Deutschland weiterhin auf
überdurchschnittlichem Niveau erwartet. In diesem Zusammenhang
wird auch die Nachfrage im Servicegeschäft 2022 mindestens stabil
bleiben. Gleichzeitig dürften sich ein zunehmender
Fachkräftemangel und die anhaltenden Engpässe in der
Ersatzteilversorgung negativ auswirken. In Österreich dürfte der
Markt aufgrund einer geringeren Nachfrage in Verbindung mit einem
zunehmend härteren Wettbewerb deutlich rückläufig sein. Das EBIT
des Segments wird aufgrund der erwarteten Normalisierung der
Nachfrage nach Neumaschinen gegenüber dem hohen Vorjahresniveau
voraussichtlich deutlich unter Vorjahr liegen. Chancen, das hohe
Ertragsniveau des Vorjahres zu erreichen, könnten möglich sein,
wenn Engpässe in der Lieferkette im Laufe des Jahres überwunden
werden können. Ausblick für das Building
Materials Segment Aufgrund von Fachkräftemangel
und Lieferengpässen in einigen Sortimenten wird dieses Segment
2022 langsamer wachsen als bisher. Dennoch rechnet das Segment
aufgrund erwarteter Produktpreissteigerungen mit einem
Umsatzvolumen auf Vorjahresniveau. Der Fokus für die
Weiterentwicklung dieses Segments liegt laut BayWa auf dem Ausbau
des Angebots an Spezialisierungen und digitalen Lösungen sowie auf
dem Ausbau nachhaltiger, klimaneutraler Lösungen. Ein weiterer
Schwerpunkt liegt auf der Digitalisierung der professionellen
Kundenschnittstelle, um Kalkulations- und Angebotsprozesse
effizienter zu gestalten. Der Umsatz wird voraussichtlich auf
Vorjahresniveau liegen, das EBIT des Segments wird voraussichtlich
deutlich unter dem hohen Vorjahresniveau liegen, da
Kostensteigerungen im Vergleich zum Vorjahr zu geringeren Margen
führen werden. Ausblick für das Innovation
& Digitalisation Segment Die Aktivitäten des Segments
basieren hauptsächlich auf Investitionen und Entwicklungskosten
für zukünftige digitale Produkt- und Dienstleistungsangebote. Sie
entwickelt und testet Lösungen für die Präzisionslandwirtschaft
und integriert sie in die Vertriebskanäle der Gruppe. Im Jahr 2022
wird sich das Segment auf die Verfeinerung des Produktportfolios
und die Konzentration auf die Entwicklung neuer Softwareprodukte
konzentrieren. Mittelfristig werden cloudbasierte Lösungen
implementiert, um die Nutzung verschiedener Segmentprodukte
zusammenzuführen. Auch 2022 wird der Umsatz weiter wachsen. Das
negative EBIT des Segments soll sich durch den Wegfall von
Sonderabschreibungen deutlich verbessern.
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