Mit einem atemberaubendem Kurssprung seit dem Börsengang Ende November habe die Aktie von Comroad (WKN 544940) das Interesse der Anleger auf sich gezogen, berichten die Analysten von at-stoxx. Zudem sei das Unternehmen mit zwei interessanten Meldungen an die Öffentlichkeit gegangen.
ComRoad fertige weltweit einsetzbare Telematik-Technologie, d.h. Systeme aus Hard- und Softwarekomponenten die Telematikdienste erlauben. Dabei liege der Vertrieb nicht in der Hand von ComRoad selbst sondern bei internationalen Partnerunternehmen, die auf der Basis der modular aufgebauten Telematik-Infrastruktur von ComRoad länder- und zielgruppenspezifische Dienstleistungspakete anbieten könnten. Heute werde die Technologie von ComRoad bereits in 15 Ländern eingesetzt und biete den Partnerunternehmen die Möglichkeit Dienste in den Bereichen Verkehrstelematik und Mobile Online Services (Navigations-, Sicherheits- und Informationssysteme) anzubieten. Digitale bzw. mobile Telefonie (GSM) könnten somit mit Satellitennavigation (GPS) und Internet (TCP IP) verknüpft werden. Bereits mit der nächsten PC-Generation für KfZs könnten dann die Nutzer nicht nur Flottenmanagement und Sicherheitsdienste in Anspruch nehmen, sondern auch individuelle Informationen abrufen.
Dieser Markt werde nach Aussage von Experten in den kommenden Jahren explosionsartig wachsen. Bereits im Jahr 2000 solle sich das Marktvolumen weltweit auf 6,6 Mrd. US$ belaufen und bis 2015 auf 400 Mrd. US$ anwachsen. Allerdings würden wohl Business-Dienste für Geschäftskunden zunächst den Großteil der Kunden darstellen, bevor Informations-, Kommunikations- und Entertainmentangebote von privaten Abnehmern in größeren Mengen nachgefragt würden und somit den Weg zum Massenmarkt öffneten.
Bereits in diesem Jahr hätten die Kooperationsgesellschaften von ComRoad erste Erfolge gemeldet. So habe die Global Telematic Service Ltd. von Hutchison Telecom den Zuschlag beim ersten Transport Network Service in Hong Kong bekommen. Das Telematik-System von ComRoad werde hierfür die Basistechnologie stellen. Auch ComRoad selbst sei ambitioniert und auch erfolgreich bei der Etablierung seiner Technologie als Marktstandard. Das Unternehmen sei erst vor kurzem eine strategische Allianz mit dem kanadischen Software-Anbieter Virtual Prototypes eingegangen. Die beiden Unternehmen wollten zusammen eine Plattform zur Implementierung der ComRoad-Technologie in Fahrzeugen entwickeln. Bereits zur CeBIT 2000 solle ein Prototyp des "elektronischen Armaturenbretts" der Öffentlichkeit vorgestellt werden! Dies wäre ohne Zweifel ein entscheidender Schritt zur Etablierung der Telematik-Technologie von ComRoad als Marktstandard.
Nach eigenen Angaben wolle ComRoad 1999 einen Umsatz von 9,33 Mio. Euro erzielen und diesen bis 2002 auf 127,96 Mio. Euro steigern. Für die Berechnung des Ertragswerts übernehmen die Analysten bis 2002 die Angaben des Unternehmens. Danach lassen die Experten die Umsatzzuwächse über 50% im Jahr 2003 auf 20% für die Folgejahre abfallen. Dabei bleiben die Anlagestrategen deutlich unter den Wachstumsraten des Marktes. Die Berechnung sei noch in einem weiteren Punkt sehr konservativ angesetzt: Da das Unternehmen erwarte, dass jedes Partnerunternehmen im zweiten Jahr der Zusammenarbeit zwischen 5 und 10 Mio. DM an Umsatz für ComRoad generiere, sei für das Geschäftsjahr ein Umsatz von theoretisch 150 Mio. DM oder 76,69 Mio. Euro möglich! Dies wäre mehr als doppelt so hoch als die Annahmen der Analysten.
Auch beim derzeitigen Preis der ComRoad-Aktie sei das Unternehmen noch unterbewertet - und das bei konservativen Wachstumsannahmen. Trotzdem seien die Ziele des Unternehmens sehr ehrgeizig und müssten erst einmal realisiert werden. Entwickle sich der Markt für Verkehrstelematik wie von den Experten erwartet, stehe ComRoad jedoch aufgrund seines Technologie-Vorsprungs eine glänzende Zukunft bevor. Die Aktie des Weltmarktführers sei ein spekulativer Kauf.
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