Auf den ersten Blick würden die 9-Monats-Zahlen von Prodacta (WKN 786730) enttäuschend wirken, berichten die Analysten von Performaxx.
Die Jahr-2000-Problematik habe auch hier ihre Spuren hinterlassen. Die eigenen Umsatzprognosen von 53 Mio. DM in 1999 würden voraussichtlich um ca. 10 Mio. DM verfehlt, so dass unterm Strich ein Umsatz von 44 Mio. DM übrig bleiben solle. Auch das operative Ergebnis werde nicht mit 3 Mio. DM im Plus, sondern mit 8 Mio. DM im Minus abschließen. Der Markt habe diese Wachstumsdelle bereits antizipiert. Zu 15 Euro eingeführt, notiere Prodacta derzeit nur noch bei 8,50 Euro.
Neuen Schwung verspreche allerdings die Zeit nach dem Milleniumwechsel. So sollten bereits im nächsten Jahr mehr als die ursprünglich prognostizierten 78 Mio. DM umgesetzt werden. Die EBIT-Marge solle dann mindestens 5% betragen. Diese Prognose können die Analysten durchaus nachvollziehen, denn Prodacta sei in einem schnell wachsenden Markt tätig.
Das Geschäft von Prodacta bestehe nun darin, die verschiedenen Komponenten der Front-Office-Software zu einem "virtuellen Büro" zusammenzuschmieden. Daneben solle jedoch auch das margenträchtige Lizenzgeschäft durch den Verkauf eigener CRM-Software ausgebaut werden; ein wichtiger Aspekt, denn der CRM-Markt solle in Deutschland von 3,8 Mrd. DM in 1998 auf 20 Mrd. DM in 2002 - also 75% p.a. - emporschnellen.
Auf Basis der Planzahlen der Gesellschaft und unter Berücksichtigung der Y2K-Delle in diesem Jahr haben die Analysten folgenden Ertragswert gebildet: Den Diskontierungszins haben die Analysten mit vorsichtigen 11% gebildet, die Abzinsungsbasis auf den 1. Dezember 1999 festgelegt. Die Umsatzrendite haben die Analysten entsprechend den Planungen der Gesellschaft auf mittelfristig 7,5% ansteigen lassen. So ergebe sich ein Ertragwert von 9,67 Euro. Das PEG-Ratio werfe bei einem 2000er Gewinn/Aktie von 0,21 und einem durchschnittlichen Gewinnwachstum von 41% zwischen 2001 und 2003 einen fairen Wert von 9 Euro aus. Insofern scheine das Kurspotential zunächst begrenzt.
Verglichen mit dem prognostizierten Marktwachstum mute die das erwartete Umsatzwachstum jedoch recht konservativ an. Auch die Umsatzrendite sei zu übertreffen, sofern die Gesellschaft ihr Lizenzgeschäft mit eigener Software deutlich ausbauen könne.
Mit Prodacta könne sich der spekulativ orientierte Anleger an einem interessanten IT-Dienstleister beteiligen, der sich nach der (kurzfristigen) Y2K-Abstrafung auf einem attraktiven Einstiegsniveau befinde. Sollte die Gesellschaft halbwegs mit den Marktwachstumsraten von über 50% p.a. mithalten können, bestünden gute Chancen, dass die obigen Umsatz- und Ertragsschätzungen deutlich übertroffen werden. Bedenke man, dass Prodacta derzeit gerade mal mit dem einfachen (erwarteten) Umsatz des Jahres 2000 bezahlt werde, so scheine der Wert aus fundamentaler Sicht nach unten abgesichert zu sein.
© 1998 - 2026, aktiencheck.de