Die Analysten von Stock-World kommen in ihrer jüngsten Analyse des Neuen Markt-Titels Prodacta (WKN 786730) zu einem positiven Ergebnis.
Obwohl die Dividendentitel des führenden deutschen Systemintegrators auf
Basis der Serverplattform Windows NT mittlerweile unter ihrem
Emissionspreis von 15 Euro notierten, habe sich an der Analysteneinschätzung
nichts geändert. Sie sei nun sogar positiver.
Man zitiert im Rahmen der Bewertung den Chef des Unternehmens Herbert Uhl: "Unsere Aktie wird unseren Aktionären noch viel Vergnügen bereiten. Nicht ohne Grund fällt unser Name häufig bei den unterbewerteten und aussichtsreichsten Aktien, so z. B. bei den Experten von Value Research, die Prodacta als erste Wahl unter den Systemhäusern ansehen und uns auf ihre Neuer Markt-TOP 10-Liste gesetzt haben. Wir werden im Jahr 2000 unseren Umsatz in Relation zu 1998 mehr als verdoppelt haben. Wir können nichts erkennen, was die Aktie davon abhalten sollte, vom heutigen Niveau aus das gleiche zu tun".
Die Analysten bestätigen die Aussage des Vorstandschefs. Die Aktei sei derzeit ein Schnäppchen. Vor dem Hintergrund der sehr günstigen Bewertung (siehe Peer Group) in Verbindung mit den dynamischen Wachstumsraten (in der Vergangenheit durchschnittlich mehr als 60 Prozent) sowie den langjährigen Partnerschaften zu führenden Herstellern (Microsoft, FileNet, Micrologica, Siebel, Plenum) sei die Prognose des Prodacta-Chefs als ziemlich konservativ zu werten. Deshalb bemt man die Erwartungen entsprechend an.
Insbesondere durch den neuen Gateland-Router der Tochter valuesoft GmbH, für den schon vor der offiziellen Ankündigung auf der Systems 99 zahlreiche Bestellungen eingegangen seien, werde ein
deutlicher Umsatzschub noch im vierten Quartal erwartet.
Auch die strategische Beteiligung der Plenum-Gruppe dürfte sich sehr positiv auf die weitere Geschäftsentwicklung auswirken. Zum Einen sei die finanzielle Lage von Prodacta wesentlich verbessert worden. Zum Anderen sollte sich die Expansion ins Ausland erheblich vereinfachen, da Plenum über die notwendigen logistischen Voraussetzungen verfüge.
Zudem habe der Firmenchef den Analysten von Stock-World weitere Akquisitionen für das erste Quartal 2000 - vor allem in den Bereichen Entwicklung und Produktdesign - in Aussicht gestellt. Dies führe zu zusätzlicher Phantasie und zu einer möglicherweisen Anhebung der Planzahlen.
Darüber hinaus wollten die Prodacta-Strategen den Malus einer vernachlässigten PR- und IR-Politik ausräumen, um nicht in der Masse der IT-Gesellschaften am Neuen Markt unterzugehen. Vor allem die negativen Pressereaktionen auf die vorgelegten Halbjahreszahlen hätten den
Vorstandsvorsitzenden veranlaßt, die Strategie zu ändern und die Investor Relations zur Chefsache hochzustufen, betonen die Analysten.
Zitat: "Unsere Halbjahreszahlen sind von der Presse ziemlich schlecht interpretiert worden, obwohl
leicht zu erkennen ist, dass wir mit einem Umsatzanstieg von 75 Prozent und einer Ergebnissteigerung von 35 Prozent vor Abschreibungen auf Firmenkäufe voll im Plan liegen. Die einzige Erklärung, die wir dafür haben ist, dass wir die Zahlen nicht als Ad hoc-Mitteilung veröffentlicht haben. Leider haben die Nachrichtendienste die Pressemitteilung mit dem Fokus auf den Jahresfehlbetrag verteilt. In Zukunft werden wir auf Ad hoc-Meldungen jedoch nicht mehr verzichten",
E-Customer-Care - der sichere Weg zur Service-Oase
innovative Gesamtkonzept von Prodacta, das seinen Nutzern den sicheren Weg zur Service-Oase ebnen solle. Das elektronische Kundenbeziehungsmanagement hebe den Kundenumgang auf ein neues Niveau, liefere schnell, unkompliziert und jederzeit alle benötigten Informationen an jeden Ort der Welt und läßt den Firmen damit mehr Zeit für guten Service, bemerkt Stock-World. Auf der Oberfläche des Microsoft-Betriebssystems Windows NT verknüpfe Prodacta in seinem Geschäftsfeld Produkt Zentrum die vorhandene Kundensoftware mit eigenentwickelten Applikationen, um die Außenbeziehung der jeweiligen Firma zum Kunden zu erleichtern.
Die Vision sei die "Gläserne Firma" - alles, was rein- und rausgehe, lande in einem großen virtuellen Kundenordner, auf den alle Abteilungen Zugriff haben. Der Weg dahin führe zunächst über die Digitalisierung der Postverteilung: Jeder Papierschnipsel, der per Post hereinkommt, werde
eingescannt und lande per eMail, Fax oder via Internet beim Empfänger und dem Intranet der Firma. Von da an seien sämtliche Dokumente auf jedem PC abrufbar - die Finanzbuchhaltung wisse z. B. ohne lange Nachforschung, ob und wann ein Betrieb geliefert habe; werde ein Kundenbetreuer
angerufen, öffne sich noch vor dem Abheben des Hörers auf seinem Bildschirm die entsprechende Kundenkartei mit allen Vorgängen, Dokumenten und Briefen. Das Produkt Prodacta Office lasse den Traum vom papierlosen Büro Wirklichkeit werden.
Daneben überzeuge auch die Eigenentwicklung ProNet: Mit diesem Produkt könne die nötige Betriebssoftware von der Firmen-Zentrale auf den Anwender-PC installiert oder wiederhergestellt werden. Versage nämlich in einer abgelegenen Filiale die Software, köne der Systemadministrator
in der weit entfernten Zentrale "per Knopfdruck" den Schaden beheben, ohne dabei selbst vor Ort sein zu müssen. Als ersten Großkunden habe Prodacta mit der Commerzbank bereits einen "dicken Fisch an Land gezogen" - Fortsetzung folgt, sei sich die Firmenspitze sicher.
Die Produktabteilung sei jedoch nur eines der vier Standbeine von Prodacta, mit der im vergangenen Jahr rund 35 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet wurden. Etwa 34 Prozent des Gruppenumsatzes habe im letzten Geschäftsjahr das "digitale Nervensystem" IT-Service mit der
Anpassung und Inbetriebnahme von Unternehmenssoftware erzielt. Der Bereich Office-Automation mit zusätzlichen Einrichtungen und Digitalisierung von Schnittstellen zwischen Kundenbetreuung, Marketing, Vertrieb und Kunde steuerte weitere 13 Prozent zum Umsatz bei. Um die Systeme transparent und für die Kunden effektiv nutzbar zu gestalten, runde der Bereich Akademie mit Mitarbeiterlehrgängen, Schulungen, Seminaren und dauerhaften Anwender-Support die Angebotspalette ab.
Zukunftsmärkte und Lösungen die begeistern
Zielsetzung von Prodacta sei die Steigerung der Effizienz und Transparenz der EDV-Organisation von Unternehmen. Dabei böten die Ettlinger in den wachstumsträchtigen Softwarebereichen Enterprise
Relationship Management und Elektronisches Dokumentenmanagement im Gegensatz zur Konkurrenz ganzheitliche Lösungskonzepte aus einer Hand an. Das große technologische Know How der Gesellschaft spiegele sich vielen Zertifizierungen führender Software-Hersteller wider. Bislang seien bei Großunternehmen durch die Y2K- und Euro-Umstellung noch erhebliche Mittel gebunden. Diese würden jedoch für strategische Investitionen in den wichtigen E-Customer-Care-Bereich bald freistehen. Zudem rücken neben den Großkunden immer mehr mittelständische Unternehmen in die
Zielkundschaft der Prodacta-Strategen. "Hier besteht ein enormer Nachholbedarf und bietet uns erhebliche unausgeschöpfte Marktpotentiale", sehe Uhl einen neuen, lukrativen Vertriebsschwerpunkt.
Falls die ehrgeizigen Ziele von Vorstand Uhl aufgingen, dürften selbst die revidierten Umsatz/Ertragsschätzungen zu konservativ sein. Auf dem aktuellen Niveau sei das Risiko bei Prodacta auf 10 bis maximal 20 Prozent beschränkt.
Auf Sicht von 12 Monaten ist durchaus eine Verdopplung bis Verdreifachung des Kurses möglich, bemerken die Analysten von Stock-World abschließend.
Umsätze (in Mio. Euro):
1998: 17,63
1999e: 27,47
2000e: 59,25
2001e: 99,13
Gewinn pro Aktie (in Euro):
1998: 0,08
1999e: 0,26
2000e: 0,50
2001e: 0,85
KGV bei 13,60 Euro:
1999e: 52
2000e: 27
2001e: 15
Gewinnwachstum in%:
1999e: 225
2000e: 92
2001e: 70
© 1998 - 2026, aktiencheck.de