Kolumnist: Stock-World Redaktion

Trotz Schwäche bieten die Emerging Markets viele attraktiv bewertete Chancen




22.07.21 09:43
Stock-World Redaktion

Kommentar des Portfoliomanagements zum 2. Quartal 2021
 

Von Fredrik Bjelland und Cathrine Gether, Portfoliomanager


Niedrige Impfrate und aggressive Geldpolitik bremsen Aktienmärkte der Schwellenländer
Im zweiten Quartal setzten die weltweiten Aktienmärkte ihre Erholung von dem durch Covid-19 ausgelösten Ausverkauf zu Beginn des letzten Jahres fort. Wirtschaftstätigkeit und Rohstoffpreise hatten sich aufgrund der steigenden Gesamtnachfrage, die wiederum auf die Impffortschritte zurückzuführen ist, sehr gut erholt. Trotz des allgemeinen Optimismus zeigten sich einige auf Covid-19 sensibel reagierende Vermögenswerte angesichts der zunehmend dominanteren Delta-Variante nervös, während der aggressive Perspektivenwechsel der US-Notenbank gegen Ende des Berichtszeitraums den Konjunkturaufschwung ebenfalls etwas bremste. 
Die Emerging Markets schnitten im Berichtszeitraum schlechter ab als ihre Pendants in den Industrieländern. Dies ist größtenteils auf ihre vergleichsweise geringere Wachstumsdynamik zurückzuführen, die sich wiederum in der geringeren Covid-19-Durchimpfungsrate begründet. Zudem entscheiden sich immer mehr Zentralbanken in aufstrebenden Märkten zu einer aggressiveren Geldpolitik. So erhöhen große Länder wie Brasilien, Russland und Mexiko ihre Zinssätze in dem Bemühen, den Inflationsdruck zu entschärfen und um dem Kapitalfluchtrisiko nach etwaigen Straffungsmaßnahmen der US-Zentralbank zuvorzukommen. 


Wesentliche Performancebeiträge im SKAGEN Kon-Tiki
Die Entwicklung des SKAGEN Kon-Tiki in diesem Quartal wurde größtenteils von ähnlichen Faktoren wie in ersten Quartal beeinflusst. UPL, der indische Hersteller von Pflanzenschutzmitteln setzte seinen Aufwärtstrend fort. Die operative Leistung war weiterhin sehr gut und nun, im aktuellen Umfeld steigender Kosten, logistischer Herausforderungen und einiger Engpässe bei den Einsatzstoffen, wurden die Vorteile ihres einzigartigen, voll integrierten Geschäftsmodells deutlich. Die Nachfrage war aufgrund der steigenden Agrarpreise stark, und es wird auch immer deutlicher, dass das Unternehmen sowohl mit Blick auf die Corporate Governance als auch hinsichtlich der Glaubwürdigkeit seines Nachhaltigkeitsprofils große Fortschritte gemacht hat. 
Ivanhoe Mines hatte auch schon im Vorjahr einen guten Beitrag zur Wertentwicklung des Fonds geliefert. Die stark steigenden Kupferpreise und der Fokus auf die Rolle von Kupfer bei der Elektrifizierung und dem Wandel zu einer grünen Wirtschaft waren hier sicherlich hilfreich. Diese jüngste Stärke ist aber auch darauf zurückzuführen, dass die Vorzeigemine des Unternehmens, die Kamoa-Kakula-Mine, die Kupferproduktion aufgenommen hat. Ivanhoes starkes Produktionswachstumsprofil mit niedrigen Stückkosten und starken ESG-Eigenschaften in Kombination mit einer soliden Bilanz bedeuten ein anhaltendes Wertsteigerungspotenzial. 
Seit der im ersten Quartal erfolgten Ausgliederung des Cash-and-Carry-Bereichs Assai (jetzt Sendas) aus dem lateinamerikanischen Lebensmitteleinzelhändler GPA haben sich beide Unternehmen sehr gut entwickelt. In weniger stark umkämpften Märkten besteht nach wie vor ein gutes Wachstumspotenzial, und da die Impfbemühungen voranschreiten und sich die Wirtschaft in Brasilien weiter erholt, erwarten wir für die zweite Jahreshälfte eine Verbesserung des Umfeldes. 


Als der größte Störfaktor im zweiten Quartal erwies sich das chinesische Finanzkonglomerat Ping An Insurance. Dieses Papier ist in unseren Augen nach wie vor stark unterbewertet. Wir nutzen diese Schwäche und stockten die Position auf. Die von Ping An in den letzten 5+ Jahren erzielte Eigenkapitalrendite ist beachtlich. Dank seiner technologischen Fähigkeiten besitzt das Unternehmen einen beachtlichen Wettbewerbsvorteil in den Bereichen Managementeffizienz, Kundenakquise, Risikosteuerung und Kostenkontrolle. 
In den letzten Jahren leistete Atlantic Sapphire laufend gute Beiträge zur Portfoliorendite. In diesem Quartal hatte das Unternehmen jedoch bei der Ausweitung der Produktion in seinen landbasierten Lachszuchtanlagen zu kämpfen, was zu kurzfristig höheren Kosten und geringeren Ernten führte. Nun geht alles wieder seinen geordneten Weg, und wir haben uns an einer neuen Privatplatzierung zur Schließung der Finanzierungslücke für den Bau von Phase 2 beteiligt. Damit konnte eine große Unsicherheit in dem Investment Case beseitigt werden und wir warten gespannt auf Nachrichten über die Fortschritte in Bezug auf das Erreichen neuer Meilensteine.
Naspers erwies sich in diesem Quartal als Störfaktor, nachdem der Konzern noch im ersten Quartal einen sehr guten Beitrag geleistet hatte. Das Unternehmen hat Probleme bei der Reduzierung des enormen Holding-Abschlags, mit dem es gegenüber seinen börsennotierten Beteiligungen wie Tencent gehandelt wird. Ein kürzlich vorgeschlagener Austausch-Deal scheint die Komplexität zu erhöhen und wurde daher vom Markt nicht gut aufgenommen. Wir gehen davon aus, dass das Unternehmen weiterhin nach wertschöpfungsträchtigen Geschäftsgelegenheiten Ausschau halten wird. 


Politische Risiken abgebaut 
Aufgrund der nunmehr höheren politischen Risiken, nachdem der türkische Präsident Erdogan den Gouverneur der Zentralbank entlassen hatte, stiegen wir aus dem türkischen Mischkonzern KOC aus. In Brasilien trennten wir uns von dem staatlich kontrollierten Unternehmen Banrisul, nachdem es vermehrt Anzeichen für politische Einmischung und potenzielle Interessenskonflikte mit dem Mehrheitseigentümer gab. Außerdem verabschiedeten wir uns aus der Bank of China und aus Euronav. Das so frei gewordene Kapital wird in neue Beteiligungen investiert. Eine neue Position ist das chinesische Erdölunternehmen Unternehmen CNOOC, ein Weltklasse-Asset mit hoher Cash-Generierung zu einem stark reduzierten Preis, das von dem starken Ölpreisumfeld profitieren sollte. Eine weitere neue Position ist Magnit, der zweitgrößte Lebensmitteleinzelhändler in Russland. Dieses Papier profitiert, wie die langfristige Kon-Tiki-Beteiligung X5, von einer günstigen Wettbewerbsdynamik und Marktkonsolidierung. Außerdem haben wir eine kleine Position in dem russischen Mischkonzern Sistema aufgebaut. Die Beteiligungen von Sistema an den großen öffentlichen Unternehmen MTS, Ozon, Etalon und Segezha repräsentieren mehr als 200 % der Marktkapitalisierung dieses Unternehmens. In den letzten 12 Monaten machte das Unternehmen bei der Wertsteigerung seiner nicht börsennotierten Portfoliounternehmen gute Fortschritte, und wir denken, dass noch mehr kommen wird, da das Unternehmen über ein Portfolio interessanter nicht börsennotierter Unternehmen verfügt. 


Ausblick
In den Emerging Markets sehen wir weiterhin eine robuste Pipeline von attraktiv bewerteten Chancen. Im Laufe des Quartals behielt das Portfolio seine wertorientierte Ausrichtung bei und erzielte gleichzeitig sehr gute Renditen. Der SKAGEN Kon-Tiki wird zu einem Kurs von knapp über dem 9-fachen des aktuellen Jahresgewinns gehandelt, was einem Abschlag von mehr als 35 % gegenüber dem MSCI EM Index entspricht. Ähnlich wie in früheren Berichtszeiträumen mit einer signifikanten Bewertungsdiskrepanz zwischen Wachstums- und Substanzwerten sind wir der Ansicht, dass der SKAGEN Kon-Tiki ein attraktives Aufwärtspotenzial für langfristige Anleger bietet.

Skagen Kon Tiki.PNG


 
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Über SKAGEN Kon-Tiki (NO0010140502):
SKAGEN Kon-Tiki ist ein globaler Emerging Markets-Fonds, der nach einem aktiven Value-Ansatz gemanagt wird. Die Fondsmanager Cathrine Gether und Fredrik Bjelland investieren typischerweise in kleine und mittelgroße Unternehmen, ergänzt um ausgewählte Large Caps, die einen Großteil ihrer Umsätze in den globalen Schwellenländern generieren. Die Strategie wird seit 2002 in einem norwegischen UCITS umgesetzt, der Luxemburger Fonds wurde 2019 aufgelegt. 


Über SKAGEN Funds:
SKAGEN Funds ist eine norwegische Asset Management Boutique mit einer langen und erfolgreichen Tradition im aktiven Management von Aktienfonds. Das Unternehmen wurde 1993 gegründet und hat seinen Sitz in Stavanger. Bis heute ist SKAGEN Funds zu einer der größten Fondsgesellschaften in Norwegen herangewachsen – mit rund 140.000 Kunden in Skandinavien und strategischer Ausweitung der Geschäftsaktivitäten in Europa. Vertreten in Deutschland durch SKAGEN AS – Zweigniederlassung Frankfurt, Barckhausstr. 1, 60325 Frankfurt (Gewerbe-Registernummer: 06412000). SKAGEN AS ist Teil der Storebrand Group und gehört zu 100 Prozent Storebrand Asset Management AS. 



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Der Autor stellt hier lediglich Informationen zur Verfügung, es erfolgt keine Anlageberatung, Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Vermögensanlagen. Anlagegeschäfte beinhalten Risiken, so dass die Konsultierung professioneller Anlagenberater empfohlen wird. Wir möchten in diesem Zusammenhang darauf hinweisen, dass ein Engagement in Aktien (auch Hot Stocks oder Penny Stocks), Zertifikate, Fonds oder Optionsscheine zum Teil mit erheblichen Risiko verbunden. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden.





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