AT&S - Wachstumsweg zu 80 Euro

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eröffnet am: 28.03.20 07:27 von: cicero33 Anzahl Beiträge: 1812
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28.03.20 07:27 #1 AT&S - Wachstumsweg zu 80 Euro
Ich habe mich dazu entschlossen einen neuen AT&S - Thread zu eröffnen, weil das Unternehmen im Rahmen der dem Leitsatz "More than AT&S" untergeordneten Strategie eine bedeutende Veränderung erfährt, die dazu führen wird, dass AT&S auch an der Börse neu bewertet werden wird. 

Ich möchte damit auch das Kursziel 80 Euro für das Geschäftsjahr 2024/25 ausgeben und habe entsprechend auch den Thread-Titel angepasst.

Die Grundlage für dieses Kursziel bilden die unternehmenseigenen Prognosen, wonach mittelfristig, also in 5 Jahren (GJ 2024/25), ein Umsatz von 2 Mrd Euro und eine EBITDA-Marge von 25-30% erreicht werden soll. 

Was steht also hinter dem Leitsatz bzw. der Strategie "More than AT&S":?

* Die Hauptsäule ist definitiv der massive Ausbau der IC-Substrate - Produktion, welche die Kapazitäten bis zum GJ 2024/25 stufenweise verfünffachen lässt und AT&S unter die TOP 3 - Hersteller (weltweit) vorstoßen lassen soll. 

* Daneben steigt AT&S verstärkt in die Modulproduktion ein. Es wurden bereits Investitionen in Produktionsanlagen (Werk Chongqing II) vorgenommen. Die Umsätze sollen in den nächsten 2 Jahren
5-10% des Konzernumsatzes erreichen. 

* Zusätzlich zur "Produktion" von Modulen wird AT&S auch Dienstleistungen in diesem Bereich anbieten. Das geht von der Planung mit dem Kunden, über die Produktion und den Tests. Die Wertschöpfung wird also gesteigert und weitere Umsätze erzielt.

In den letzten Jahren ist es gelungen weltweit die Nr. 1 bei der Produktion von technologisch hochwertigen Leiterplatten zu werden. Die Margen stiegen stetig an. Die Pläne unter "More than AT&S" werden eine weitere Margenverbesserung nach sich ziehen.
Die Projekte sind nicht nur bereits geplant und großteils finanziert, sondern es wurde bereits mit der Umsetzung begonnen. Nach zuletzt getätigten Investitionen wird sich die Kapazität für die Produktion von IC-Substraten bereits im GJ 2020/21 nahezu verdoppeln. 

Anhand der angeführten Parameter (Umsatzverdoppelung und Margenverbesserung) lässt sich somit für das Geschäftsjahr 2024/25 ein EBITDA von 500-600 Mio bzw. ein Nettogewinn zwischen 205 und 280 Mio errechnen (Selbstverständlich wurden dabei auch erhöhte Abschreibungen und Zinskosten bzw. Steuern berücksichtigt).
Unterstellt man nun bei gleichbleibender Aktienanzahl einen Aktienkurs von 80 Euro käme man auf einen Marktwert von 3,1 Mrd Euro. Bei der erwarteten Gewinnspanne würde das ein KGV von 11-15 bedeuten. Die Kosten für den Ausbau sollen aus dem CashFlow, den bestehenden liquiden Mittel und neuen Krediten, bestritten werden. Es ist also keine Kapitalerhöhung geplant.

Ich freue mich auf Eure Meinungen zum Thema...  

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1786 Postings ausgeblendet.
05.08.22 09:19 #1788 # short positionen
Die Short Positionen können den Aktienkurs kurzfristig belasten aber den wirtschaftlichen Unternehmenserfolg nicht aufhalten. Wieso die 2 Organisationen AT&S bei diesem derzeitigen Erfolgslauf shorten kann ich mir nicht erklären. Ich nutzte diese Tage um weitere AT&S Aktien zukaufen da ich diese (nach meiner Einschätzung) als günstig bewertet erachte.
Mittel- und langfristig gehen die Short Positionen auch wieder aus der Aktie.
 

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05.08.22 13:06 #1789 JP Morgan
ist kein Leichtgewicht. Die werden auf den Kurs weiter eindreschen. Die wissen in der Regel genau wo die Stops liegen, die sie auslösen wollen. Vielleicht sehen wir ja in Kürze noch mal Kurse unter 40.

Mich würde es freuen, noch mal so günstig nachladen zu können. ;)  
06.08.22 13:26 #1790 Erste Group
06.08.2022

Die Analysten der Erste Group haben in ihrer Wochenpublikation "Equity Weekly" die Unternehmens-News von heimischen Börsenotierten kommentiert bzw. neue Research-Reports veröffentlicht.

Zu den AT&S Q1-Zahlen: "Das Management bestätigte den Ausblick von Mitte Juni mit einem Umsatzziel 2022/23 von EUR 2,2 Mrd. (+38% j/j) und einer bereinigten EBITDA-Marge von 27-30% (dies entspricht rund EUR 594-660 Mio.). Das Investitionsbudget wird bis zu EUR 1,25 Mrd. betragen. 2025/26 wird weiter ein Umsatz von EUR 3,5 Mrd. bei einer EBITDA-Marge von 27-32% angepeilt. Wir sehen unsere positive Einschätzung der AT&S-Aktie durch die Q1-Zahlen bestätigt. Mit ihrem High-End-Fokus ist AT&S auch resilienter gegenüber einer schwächeren Konsumnachfrage als die meisten ihrer Mitbewerber, zu denen sie immer noch mit Abschlägen notiert."  
07.08.22 08:50 #1791 Resilienz wegen High-End

Mit ihrem High-End-Fokus ist AT&S auch resilienter gegenüber einer schwächeren Konsumnachfrage als die meisten ihrer Mitbewerber.

Genau dieser Punkt dürfte noch nicht ausreichend bekannt sein. Man kennt die Unterschiede zwischen den Unternehmen noch zu wenig. Die Branche meldet reihenweise Rekordzahlen, aber die Börsianer trauen offenbar den Aussichten nicht so ganz. 

Es ist ja auch nicht gerade einfach, hier den Überblick zu behalten. 

Nehmen wir nochmal die Aussagen aus dem CC - hier die Übersetzung von hzenger:

Unimicron ist zwischen High und Low-End angesiedelt. Sie hängen vermutlich mehr am Konsumentenmarkt dran. Außerdem: wir haben Lanfristabnahmeverträge, sie hängen vermutlich mehr vom Spot-Markt ab, daher spüren sie kurzfristige Nachfrageschwankungen eher als wir. Im übrigen ist die Interpretation des Marktes der Unimicron Guidance sehr seltsam. Sie haben die Preise erst um 30% erhöht und wollen jetzt nochmal um 10% zulegen -- wir sehen das als sehr margenstark und eine sehr gute Guidance bezüglich Pricing an. Unimicron hat nicht nur IC Substrate sondern auch PCBs und da sind sie eher bei Low End Smartphones.



AT&S wird diese Resilienz wohl erst in den kommenden Quartalen unter Beweis stellen müssen um eine höhere Bewertung zu erfahren.


 

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07.08.22 10:03 #1792 @cicero
An welchem Punkt ist denn dann die Grenze? Bzw. wieviel Abschlag ist gerechtfertigt? Ich verstehe das die Zuverlässigkeit der Managementaussagen eines gewissen Track Record bedarf. Da könnte man mittlerweile fast einen Haken dran machen. Auch war (für mich) lange offen, ob der Laden überhaupt in der Lage ist, Projekte wie in China und nun in Malaysia in Time und Budget zu wuppen. Das haben sie bis dato nicht nur gezeigt. Sie haben überzeugt. Jetzt lassen wir uns von den Analysten auf Nebenkriegsschauplätze führen. Die Resilienz bei Angebotsverschiebungen. Für mein Empfinden wird es langsam albern. Man wird immer ein nächstes Thema finden, was einen Abschlag rechtfertigen würde. Genau das wird auch von den einheimischen Banken gemacht. Die Analysten, die auch die internationale Garde durchleuchtet, scheint sich nicht daran zu stören. Woran liegt das? Bewerten die das Thema anders?

Ein Teil der Antwort kennen wir bereits. Der Nachfrageüberhang bei den ATS Produkten wird mindestens bis Mitte des Jahrzehnts bestehen, während es auf der Konsumentenseite kfr. abebben könnte und sicher auch wird. Man muss also ein Risiko bei der Umsetzung sehen oder in der Zeit nach 2026. Alles andere macht - zumindest mit den Begründungen - nur bedingt Sinn.  
07.08.22 18:44 #1793 Resilienz gegen China/Taiwan-Probleme aufba.
Die inzwischen schon sehr deutliche Unterbewertung von AT&S bzw. den taiw. Mitbewerbern liegt m.E. zu einem großen Teil an den Ängsten vor kriegerischen Auseinandersetzungen zw. China und Taiwan, den daraus folgenden Handelssanktionen, Luft-und Schiffsblockaden etc.
Deshalb sollte man besonders Resilienz gegen diese Probleme aufbauen, indem nicht mehr in China investiert wird bzw. man sogar  geeignete Produktion an andere Standorte verlagert, um die Bedeutung Chinas von ca. geschätzt 85%  für den Gewinn abzubauen. Dies geschieht ja schon durch Kulim, wodurch China bereits auf vielleicht ca. 50% fallen dürfte.
Ich erwarte, daß AT&S spätestens in 2023 eine neue Produktionsstätte in Kulim oder auch wegen der staatlichen Subventionen in Europa oder den USA ankündigen wird. Dies wäre dann der Game-Changer, weil die Bedeutung von China damit vielleicht nur noch bei ca. 30 % liegen dürfte. Ein weiterer, nicht zu unterschätzender, Vorteil gegenüber den taiw. Firmen ist die jetzt schon durch Kulim stattfindende Diversifikation weg von China, was bei diesen Mitbewerbern das große Manko ist, die meines Wissens praktisch ausschließlich in China und Taiwan produzieren.
 

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08.08.22 19:42 #1794 Neues Werk in EU
Einerseits hätte ich das auch überlegt, zumal die EU offenbar Geld in die Hand nehmen will. Ob's dann so viel wird, wie die USA bereit sind anzubieten, bezweifle ich.

Andererseits muss man bedenken, dass AT&S in China und Kulim nicht nur gewaltige Investitionen sondern auch Kapazitäten aufgebaut hat (bzw gerade aufbaut). Da noch eine zusätzliche Produktion in der EU zu bauen, könnte zuviel werden (die EU fördert, zahlt aber nicht alles).

Was weiters zu bedenken ist, das wäre ganz generell der / ein Grund vieler Unternehmen, ursprünglich mal aus Europa weggegangen zu sein. Der liegt in den erheblich höheren Produktionskosten sowie den höheren behördlichen Auflagen bei Errichtung und Betrieb von Anlagen und der Verfügbarkeit von Rohstoffen hierzulande. Das wird sich in der EU alles nicht so rasch (bis niemals) ändern. Das macht letztlich Stückpreise, die der Markt nicht zahlt, wenn die Konkurrenz schneller und billiger in Asien produziert. Wär wahrscheinlich keine gute Idee für AT&S - und nur für die Fördermittel wird sich das nicht ausgehen.....

Allerdings: interesssnt(er) könnte es bei der Produktion von Modulen werden, wenn die Stückpreise mehr Spielraum zulassen.

Und (leider) nochmal "interessant" wird es dann, wenn die USA den "Wirtschaftskrieg" verschärfen und Europa (relativ sicher) mitzieht. Also Produkte aus China und ev weiteren asiatischen Staaten "verbietet" oder erschwert. Ob man sich das wünschen soll, daran darf gezweifelt werden. Ich finde, es gibt jetzt schon eine Fülle von Maßnahmen, die weder der Welt- noch der westlichen Wirtschaft gut tun. Was es heißt, auf Lieferungen aus China zu warten, und sei es nur aus covidialen Shanghai Schließungen, weiß nicht nur alleine die Autoindustrie....

Summasummarum denke ich nicht, dass AT&S so groß dimensionierte Projekte wie Kulim nach Europa bringen wird oder soll. Und die EU ist dazu auch nicht bereit.... Finde ich halt ganz privat.  
09.08.22 08:30 #1795 Nvidia Zahlen
Hat jemand eine Ahnung wie hier die Zusammenhänge sind und in wie weit man die schwache Nachfrage insbesondere im Gaming Bereich auf AT&S übertragen kann? Die Zahlen von Nvidia waren im Grunde ein Desaster.  

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09.08.22 11:30 #1796 Zahlen von Apple ....
.... und Buffets Berkshire Hathaway (mit fast 44 Mrd (!) Verlust) waren auch nicht gut. Vermutlich Folgen des durch Ukraine- Krieg und westliche Sanktionen erzeugten Weltwirtschaftsklimas. Hingegen steigert China seine Exporte um 18 % was angesichts des Rückstaus kein Wunder aber für die Wirtschaft Chinas gut ist - und AT&S nicht schaden wird.

In Bezug auf AT&S ein Wechselbad der Gefühle. Ich weiß nicht mehr, wer es gesagt hat, aber in der momentanen Lage ev eine Option, WENN man schon investiert ist:

Die Aktien eines Unternehmens, von dem man überzeugt ist kaufen, und dann ein oder zwei Jahre nicht mehr hinschauen.....  
09.08.22 14:29 #1797 NVIDIA
@wiknam: Die Zahlen von NVIDIA erlauben in meinen Augen keinen direkten Crossread auf AT&S.

NVIDIA stellt im Gaming-Bereich insbesondere GPUs her, also Chips für Grafikkarten. Das ist ein sehr Konsumenten-lastiger Markt (Spiele PCs). Wie im AT&S Call beschrieben und zuvor diskutiert, ist dieser Client-Markt konjunkturell ziemlich schwach gerade. Konsumenten sind nicht konsumfreudig angesichts der Inflation und Rezessionssorgen.

NVIDIA leider hier auch darunter dass GPUs für Bitcoin-Mining benutzt werden. Das ist bei aktuellen Bitcoin-Preisen viel weniger attraktiv. Auch das ist recht spezifisch für NVIDIA und betrifft AT&S nicht direkt.

Allerdings sind NVIDIA GPUs als „Booster“ auch in Servern eingebaut, um den Intel bzw. AMD CPU bei anspruchsvollen Workloads zu unterstützen. Dies ist der für Chongqing relevante Datacenter Markt.

Ich denke, hier macht es aber mehr Sinn, direkt auf Intels (bzw. AMDs) Datacenter Units zu schauen. Wie diskutiert war das bei Intel dieses Quartal schwach, bei AMD hingegen stark.  
09.08.22 15:16 #1798 @hzenger
Danke für Deine Einordnung!  

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10.08.22 18:46 #1800 Neuer großer Insider-Kauf
10.08.22 21:23 #1801 Insiderkauf
Wenn Herr Dörflinger die komplette jüngste Dividendenauszahlung (das sind bei seiner Stückzahl netto etwa 4,5 Mio) für den Ankauf von Aktien nützt, könnte er bei Kursen von 45 Euro etwa 100.000 Stk Aktien kaufen.  
 

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11.08.22 14:45 #1802 Dörflinger
... stimmt. Noch mehr muss man bewundern und auch den guten Zugang zum Börsenleben erkennen, was bei Hr. Dörflingers (oder auch Androsch) ein Kursrücksetzer um z.B. € 10 rechnerisch am Papier auslöst......

Kaufen, halten und möglichst gute Dividende kassieren - eine gute Devise (zumal konsequent gedacht) eine gute Dividende in den Folgejahren, auch bedingt, dass die jeweilige aktuelle Dividende so ist, dass sich die Aktionäre freuen - es dem Unternehmen danach aber auch noch vertretbar gut geht :o) Ich glaub, das wird bei AT&S gut kalkuliert.  
11.08.22 16:39 #1803 Nebenwerte Magazin
... Eine rationale Erklärung der Kursschwäche findet sich unseres Erachtens bestenfalls noch in den aktuellen geopolitischen Entwicklungen rund um die China/Taiwan-Situation sowie Anzeichen, dass einige Teilbereiche der Halbleiterindustrie an Fahrt verlieren. Insbesondere die geopoltischen Risiken lassen einige Investoren vorsichtig werden, so dass große Kapitalsammelstellen auch einmal ShortPositionen aufbauen. So meldete die vor allem makroökonomisch orientierte Point72 Asset Management bereits per 22. Juli eine Nettoleerverkaufsposition von 0,70% in AT&S und JP Morgan Asset Manegement per 3. August eine Nettoleerverkaufsposition von 0,59%.

Da auch in der Analystenkonferenz nach Bekanntgabe der sehr starken Quartalszahlen nochmals darauf hingewiesen wurde, dass AT&S vor allem in spezifischen Halbleitersegmenten stark wächst, die sich auch in einer allgemeinen Halbleitermarktschwäche gut entwickeln sollen, macht uns die in den letzten zwei Wochen gesehene relative Schwäche der Aktie keine übergroßen Sorgen, zumal die aktuell weiter hochfahrenden Kapazitäten in Chongqing gemäß Angaben des Managements über Jahre ausverkauft sind.

aus:
https://www.nebenwerte-magazin.com/...ptbeteiligung-flatexdegiro-und/
 
12.08.22 05:19 #1804 Infineon Vergleich
Infineon hat nun auch die Zahlen präsentiert:

https://www.handelsblatt.com/technik/it-internet/...us-/28588184.html

Obwohl der Kurs von Infineon von der Spitze (40 Euro) auf 27 Euro gefallen ist, wird das Unternehmen mit dem 2,5 fachen Umsatz bewertet - AT&S mit dem 0,8 fachen. Basis sind die erwarteten Zahlen für das laufende GJ.
Bislang ließ sich die krasse Unterbewertung von AT&S im Infineon - Vergleich mit den wesentlich schwächeren Margen begründen. Das hat sich nun geändert. Die Profitabilität dürfte heuer erstmalig ähnlich hoch sein.
Zudem wird das Wachstum von AT&S in den nächsten Jahren deutlich stärker ausfallen.

AT&S hatte in der Vergangenheit schon immer ein gewisses Eigenleben und hinkte dem Markttgeschehen hinterher. Ich nehme an, dass es auch dieses mal so ist und erwarte mir zu gegebener Zeit einen steilen Kursanstieg.
 

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13.08.22 06:19 #1805 Onvista.de
Weiß jemand, wo die Finanzseite "onvista" ihr Zahlenmaterial hernimmt?

Bei der Seite wird für das laufende GJ ein erwarteter Gewinn/Aktie von 6,46 Euro (KGV 7,17) und für das nächste GJ von 8,81 Euro (KGV 5,26) ausgewiesen.

https://www.onvista.de/aktien/kennzahlen/AT-S-Aktie-AT0000969985

 

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13.08.22 13:18 #1806 Onvista
Onvista Zahlen stammen von Factset. Marketscreener Zahlen stammen von S&P.

Die ganzen Portale bekommen ihre Fundamentaldaten von Dataprovidern wie Bloomberg, ThomsonReuters, Factset etc. Diese wiederum nehmen einen Durchschnitt der Analysten Reports, die ihnen vorliegen.

Die billigeren Anbieter wie Factset sind dabei ungenauer. Sie schmeißen manchmal alte Research nicht raus oder können sich bei den Geschäftsjahren irren (AT&S hat ja ein gebrochenes GJ).

Bei Market Screener kannst du auch die einzelnen Revisions der Analysten im Zeitablauf sehen (unter „Consensus“). Das ist etwas genauer.  
16.08.22 06:27 #1807 Signale von Hedgefonds-Managern
Die Signale, die von den bekanntesten Hedgefonds-Managern sind derzeit widersprüchlich.

Während Ray Dalio bei Bridgewater alle Short-Positionen bei Dax Konzernen geschlossen oder unter die Meldeschwelle geführt hat und damit offenbar keinen weiteren Kursrückgang mehr sieht, hat Michael Burry fast seine gesamten Aktienbestände verkauft und sieht weitere Kursrückgänge.

https://www.handelsblatt.com/finanzen/...-meldeschwelle/28600970.html

https://www.handelsblatt.com/finanzen/...st-alle-aktien/28601846.html

Ich persönlich denke auch nicht, dass wir schon durch sind.  

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17.08.22 09:39 #1808 AT&S
Der Crash im Chipmarkt wird immer ausgeprägter. Nach Intel hat jetzt auch Micron bekannt gegeben, dass man kurzfristig massiv die Kapitalausgaben für neue Werke reduzieren wird.

Getrieben ist dies, wie zuvor diskutiert, anscheinend überwiegend von einem kollabierenden Konsumentenmarkt. Aber auch Data Center zeigt Schwächen.

Wir hatten hier die Intel und NVIDIA Resultate bereits diskutiert. Ich bin bei NVIDIA jetzt nochmal in die Segmentsberichterstattung gegangen. Da ergibt sich für Data Center Verkäufe von GPUs das gleiche Bild wie bei Intels Data Center CPUs: schwach (wenn auch lange nicht so schwach wie der Kobsumentenmarkt).

Konkret wuchs dieses Segment in Q2 um 1% (Markterwartung waren 10%). NVIDIA führt dies auf Angebotsdisruptionen zurück, nicht auf Nachfrageschwäche. Allerdings muss man wohl akzeptieren, dass der Cloud-Boom kurzfristig etwas zum  Stottern kommen könnte.  
17.08.22 13:49 #1809 @hzenger - Chipmarkt-Kollaps
... diese Entwicklung ist in der Tat besorgniserregend. Für mich ergeben sich in Bezzg auf AT&S zwei markante Fragen

1. Krieg, Sanktionen und China-Covid-Lockdowns werden vorübergehen. Dann müsste auch die Nachfrage steigen. Sicher wärs besser bei hohen Umsätzen / Gewinnen Werke zu bauen, als bei Nachfragerückgängen. Ich denke aber, dass es dennoch eine gute Strategie ist, jetzt weiterzubauen, weil dann die Werke / Auslastung bei Rückkehr der Nachfrage zur Verfügung stehen und nicht nochmal Zeit = Umsatz verloren geht. Die Finanzierung bis dahin vorausgesetzt - das dürfte bei AT&S der Fall sein.

2. Ein Argument, dass ich hier schon öfter eingebracht habe: Dr. Androsch hatte vor längerer Zeit gesagt, AT&S könnte 5x mehr verkaufen als damals produziert wurde. War noch vor Kulim Beschluss. Ich meine, auch bei größeren Auftragsrückgängen wie fiktiv 50 %, wären wir bei einem Auftragsvolumen von 2,5 fachen der Kapazität. Das müsste doch die Umsätze, wie geplant - und damit die mittelfristige Prognose bestätigen.

Wenn beides zutrifft, mag das zumindest kurzfristig nicht dem Kurs helfen, weil der Markt ja immer schwer zu antizipieren ist und Entscheidungen oft auch eine "Gefühlssache" sind. Stimmen die obigen Annahmen, wird der Kurs wieder steigen "müssen" - und mehr noch: auch die Dividendenentsicklung kann positiv bewertet bleiben.

Meiner Ansicht nach. Wie siehst Du bzw das Forum das ?  
17.08.22 21:29 #1810 @Dividendius
Ich bin nicht sehr besorgt. Der Datacenter Markt wird mittelfristig stark wachsen, da die Cloud immer wichtiger wird und es immer mehr vernetzte Dienste mit hohen Datenvolumen geben wird. Insofern ist mittelfristig nicht die Frage ob weitere Kapazitäten gebraucht werden, sondern bestenfalls wann. Da ich hier langfristig orientiert bin, habe ich keine Sorgen.

Und kurzfristig wird auch weiterhin das Unterangebot bei IC Substraten den Absatz und die Preise stützen. Allerdings ist natürlich theoretisch denkbar, dass in einem Jahr, wenn neue Kapazitäten der Mitbewerber auf den Markt kommen, mal ein zyklisches Tief entsteht für 12 Monate und die Marge nicht berauschend ist. Aber auch das ist momentan nur Spekulation. AT&S ist fokussiert auf den Teil des Marktes der am besten wächst, der die höchsten Margen hat und wo das Angebot momentan strukturell unterentwickelt ist.

Wer weiß: vielleicht hat die aktuelle Schwäche des Marktes in 2-3 Jahren vielleicht sogar sein Gutes. Denn sie wird weitere Investitionen von Mitbewerbern in Kapazität vermutlich stark bremsen. Daher: mit etwas Glück wird mit der aktuellen Chipkrise gerade der Grundstein für einen weiteren Nachfrageüberhang in drei Jahren gelegt. AT&S selbst hat ja noch einen relativ einfachen Ausbau in petto (die freien Flächen für Kulim II).

Insgesamt sind die kurzfristig zyklischen Entwicklungen sehr schwer abzuschätzen, finde ich. Das sieht man ja an den letzten Wochen: von himmelhochjauchzend zu todesbetrübt in weniger als zwei Monaten. Immerhin haben wir in vielen Sektoren wie Automotive aktuell noch Chipmangel… Daran sieht man, wie schwer die konjunkturellen Zyklen kurzfristig absehbar sind.

Meine Sicht geht hier eher auf die strukturelle Nachfrage im Data Center Bereich. Ich habe keinen Zweifel, dass AT&S hier mittelfristig gutes Geld verdienen wird.

 
17.08.22 21:53 #1811 Tiefenentspannung
Am Ende wir die technologische Entwicklung voran getrieben werden und dann wird sich die Investition in Chongking und Kulim auszahlen, weil AT&S in der Lage sein wird cutting Edge Technologie in Stückzahl zu produzieren.
Bis dahin gehe ich davon aus, dass AT&S die gleiche Loyalität in schwierigen Zeiten (wenn die denn kommen) erwarten kann, auf die sich die Partner in den vergangenen Jahren verlassen konnten.  

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18.08.22 05:47 #1812 Markus Koch - Video
In dieselbe Kerbe schlägt ja auch Markus Koch in seinem neuesten Blogbeitrag:

https://www.handelsblatt.com/video/live/...r-optimismus/28606730.html

Ab etwa min 11 schlüsselt er die Chipwerte in zwei Gruppen auf.  

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