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pferdewetten.de Aktie: Details zur geplanten Wandelanleihe

Hamburg (www.aktiencheck.de) - pferdewetten.de-Aktienanalyse von der Montega AG:

Tim Kruse, CFA, Aktienanalyst der Montega AG, rät in einer aktuellen Aktienanalyse weiterhin zum Kauf der Aktie der pferdewetten.de AG (ISIN: DE000A2YN777, WKN: A2YN77, Ticker-Symbol: EMH).

Die pferdewetten.de AG habe in einem Call am 26.09. Details zu der geplanten Wandelanleihe bekannt gegeben und sei in diesem Zusammenhang auf die Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr sowie die aktuelle Lage eingegangen.

Insgesamt habe der Umsatz im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr aufgrund der weiteren Expansion im Bereich Sportwette Retail deutlich zugelegt. Der Umsatz in diesem Bereich habe mit 8,3 Mio. EUR hinter der Analysten-Erwartung gelegen (MONe: 10,0 Mio. EUR), was ursächlich auf ein geringer als erwartetes Spielvolumen zurückzuführen sei. Dieses habe mit 26,0 Mio. EUR zwar deutlich über dem Vorjahr (7,7 Mio. EUR), aber unter dem Wert des ersten Quartals (26,8 Mio. EUR) gelegen.

Die Abweichung resultiere aus einer geringeren Anzahl an Neueröffnungen in Q2 (IST: 19 vs. MONe: 30), einem marktbedingtniedrigeren Spielvolumen sowie einem geringer als erwarteten Umsatzbeitrag der 2024 eröffneten Shops. Zu letzterem Effekt habe das Unternehmen im Conference Call eine Grafik gezeigt, welche zum einen die Anlaufkurve der neuen Shops zeigt und zum anderen illustriere, dass die durchschnittlichen Wetteinsätze der Shops in der Gesamtheit (das Jahr 2022 enthalte nur zehn Shops) im Schnitt noch unter der ursprünglichen Erwartung von 100.000 Euro pro Shop und Monat hinterherhinken würden.

Hinzu komme, dass das Unternehmen den Shop-Betreibern als Anreiz Freimonate gewähre, in denen die Partner eine reduzierte Franchise-Gebühr an Sportwetten.de abführen würden (marktübliche Gebühr betrage ca. 20% vom Spielvolumen).

Für das erste Halbjahr 2024 habe das Unternehmen diesen Effekt im Conference Call auf ca. 0,8 Mio. EUR beziffert, was nach den Berechnungen der Analysten zu einer durchschnittlichen Franchise-Gebühr von ca. 15% für H1/24 führe. Dieser Effekt sollte sich aber mit der Zeit und der zunehmenden Anzahl der Shops reduzieren und sukzessive den geplanten 20% annähern. Zudem könne das Unternehmen nach eigenen Angaben aufgrund der immer größeren Marktpräsenz mittlerweile auch Vereinbarungen leicht über dem 20%-Niveau abschließen.

Zusammen mit den "Investitionen" von ca. 30.000 EUR pro Shop, die bis auf die Terminals (ca. 6.000/Terminal) unmittelbar ergebniswirksam seien, hätten die obengenannten Effekte zu einem weiterhin negativen EBITDA von -1,3 Mio. EUR in Q2 (MONe:-1,0 Mio. EUR) geführt, wenngleich eine sequenzielle Verbesserung zum Q1 ersichtlich sei (Q1/24:-1,9 Mio. EUR). Derweil schreite das Unternehmen in der Expansion ungebremst voran und sei auf gutem Wege, das erklärte Ziel von 220 Shops zum Jahresende 2024 zu erreichen. Damit nehme auch die Visibilität der avisierten 550 Shops bis Ende 2027stetig zu.

Der Analyst habe seine Prognosen umfangreich überarbeitet. Diese würden nun zum einen die geringere Ergebniserwartung für das Jahr 2024 sowie die aktuellen Informationen zur durchschnittlichen Entwicklung der Wetteinsätze der Shops in der Anlaufphase berücksichtigen. Außerdem habe er die Ergebniserwartung für den Bereich der Pferdewette für 2024ff. aufgrund der aktuellen Rahmenbedingungen reduziert. Zudem habe er die vollständige Übernahme der aktuell zu 30% gehaltenen 17 Retailshops nicht in der Planung berücksichtigt, da hierfür die Finanzierung (Nordic Bond) noch ausstehe.

Gleichzeitig steige durch anhaltende Dynamik in der Shop-Expansion sowie die Unsicherheit bezüglich der Wettlizenz von bet3000 (ca. 250 Shops in DE) die Visibilität bezüglich des erklärten Ziels, mit ca. 550 Shops bis Ende 2027 die klare Nr. 2 im deutschen stationären Glücksspielmarkt zu sein. Entsprechend habe der Analyst seine Planung der Shops bis Ende 2027 von bislang 390 auf nun 450 erhöht.

Die aktuelle Ergebnislage des Unternehmens im Bereich Sportwette Retail sei noch nicht zufriedenstellend, dürfte sich aber durch die starke Kostendegression (ca. 10 Mio. EUR Fixkosten) sowie die aktuell belastenden Effekte aus dem Hochlaufen vieler Shops sukzessive verbessern. Entsprechend setze das Management die Expansion ungebremst fort und werde dabei von Investoren mit tiefer Branchenkenntnis unterstützt. Auch sein DCF-Modell führe nach der Prognoseanpassung weiterhin zu einem signifikanten Upside und zu einem neuen Kursziel von 14,00 EUR (zuvor: 16,00 EUR).

Entsprechend bekräftigt Tim Kruse, Aktienanalyst der Montega AG, die Kaufempfehlung, weist aber darauf hin, dass die Ergebnisvisibilität im Hinblick auf die wiederholten Verfehlungen in den letzten Quartalen sowie der vielen externen Abhängigkeiten stark eingeschränkt ist. (Analyse vom 01.10.2024)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link. (01.10.2024/ac/a/nw)

Archivbeitrag vom 01.10.2024. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

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