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Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Wochenausblick: Korrektur in China als Mahnung?




29.03.21 11:21
Redaktion boerse-frankfurt.de

In der Vorosterwoche stehen die Zeichen weiter auf Grün. Das Rekordhoch bleibt in Sicht. Negative Nachrichten und die Entwicklung an Chinas Börsen werden ausgeblendet.



29. März 2021. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die sich verschärfende Corona-Krise in Deutschland, der Renditeanstieg an den Anleihemärkten, Rücksetzern anderenorts – alles kein Thema. Anleger bleiben vielmehr in Kauflaune. Rückenwind kommt vor allem aus den USA: Das billionenschwere Konjunkturpaket von Präsident Joe Biden lässt auf einen kräftigen Aufschwung hoffen. Optimistisch stimmt am Montagmorgen auch, dass das im Suezkanal auf Grund gelaufene Containerschiff endlich freigesetzt werden konnte. Zu Beginn der Vorosterwoche notiert der DAX bei 14.783 Punkten und damit nicht weit von Allzeithoch von 14.804 Zählern entfernt.


Zum Wochenschluss waren die Kurse deutscher Staatsanleihen wieder deutlicher zurückgegangen, die Renditen stiegen. Nach Einschätzung von Robert Halver von der Baader Bank droht den Aktienmärkten aber grundsätzlich kein zinspolitisches Störfeuer. „Zins- gegenüber Aktienmärkten gewinnen nicht an Attraktivität, wenn leicht steigende Nominalrenditen von anziehenden Inflationsraten kompensiert, wenn nicht sogar überkompensiert werden.“


Gute Entwicklung nicht einfach fortschreiben


„Das Vertrauen in die Unterstützung durch eine ultralockere Geldpolitik dies- und jenseits des Atlantiks ist ungebrochen“, bemerkt Markus Reinwand von der Helaba. Zudem laufe es in anderen Regionen der Welt bereits deutlich besser, davon dürften gerade auch die traditionell stark auf den internationalen Märkten tätigen deutschen Unternehmen profitieren.


Er warnt allerdings davor, die Entwicklung einfach fortzuschreiben und verweist auf das chinesische Aktienbarometer CSI 300, das im Februar noch sein Allzeithoch vom Oktober 2007 getestet hatte. „Seitdem ist der Index um rund 15 Prozent gefallen und hat inzwischen die wichtige 200-Tage-Linie erreicht.“ China sei der erste Aktienmarkt, der von Corona getroffen wurde und einer der ersten, der die Krise überwunden habe. „Insofern könnte die Korrektur durchaus eine gewisse Indikatorfunktion für andere Märkte besitzen.“


Markus Reinwand

Reinwand


Kurzfristig Korrektur, langfristig nach oben


Die Commerzbank erwartet für die kommenden Monate eine DAX-Entwicklung größtenteils zwischen 14.000 und 15.400 Punkten. „Dabei spricht die aktuell sehr gute Stimmung bei den Anlegern kurzfristig erst einmal für eine Korrektur“, bemerkt Analyst Andreas Hürkamp. Auf etwas längere Sicht dürften aber das stetige Lockern der Lockdowns in den USA, sich endlich beschleunigende Impfungen im Euroraum, sehr starke US-Konjunkturzahlen, gute Unternehmenszahlen und anhaltend gemäßigte Kommentare der Notenbanken den DAX unterstützten.


DAX wieder „zurück in der Spur“


Von technischer Seite sieht es gut aus: „Der erwartete Test des kurzfristigen Aufwärtstrends war erfolgreich“, stellt Martin Utschneider von Donner & Reuschel fest. Somit sei der DAX auch kurzfristig wieder „zurück in der Spur“. Das langfristige charttechnische Bild sei nach wie vor insgesamt freundlich. Die Markttechnik biete mittelfristig Raum nach oben, der Leitindex strebe perspektivisch weiter in Richtung 15.000 Punkte. „Ein neues Rekordhoch könnte in der Karwoche durchaus erreicht werden.“


Martin Utschneider

Utschneider


Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten


Mittwoch, 31. März


3.00 Uhr. China: Einkaufsmanagerindex März. Die chinesische Industrie zeigt sich laut DekaBank weiterhin in guter Verfassung. Haupttreiber sei der Exportsektor. Die Bank erwartet, dass der offizielle Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe von 50,6 auf 51,2 Punkte gestiegen ist.


11.00 Uhr. EU: Verbraucherpreise März. Die Inflation im Euroraum dürfte weiter zugelegt haben, meint die DekaBank und verweist auf den Ölpreisanstieg. Dementsprechend erwarten die Analysten ein deutliches Plus bei der Gesamtinflationsrate auf 1,4 Prozent. Die Kerninflation dürfte hingegen nur leicht auf 1,2 Prozent gestiegen sein.


Freitag, 2. April und Montag, 5. April


Handelsfreie Tage an der Frankfurter Wertpapierbörse


14.30 Uhr. USA. Arbeitsmarktzahlen März. In den USA sind in den letzten Wochen etliche Corona-bedingte Restriktionen gelockert worden, wie die Commerzbank feststellt. Entsprechend dürften viele Unternehmen wieder mehr Personal eingestellt haben, vor allem im Gastgewerbe. Die Analysten erwarten daher, dass der Arbeitsmarktbericht einen kräftigen Beschäftigungsanstieg von 850.000 zeigen wird. Die Arbeitslosenquote sei wohl weiter gesunken, und zwar von 6,2 auf 5,9 Prozent.


von: Anna-Maria Borse 29. März 2021, © Deutsche Börse AG




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