Aktien des Tages

Volkswagen Aktie: Schwaches Marktumfeld und interne Probleme drücken Q3-Gewinne tief ins Minus

Kulmbach (www.aktiencheck.de) - Volkswagen-Aktienanalyse von "Der Aktionär":

Marion Schlegel vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt die Vorzugsaktie der Volkswagen AG (VW) (ISIN: DE0007664039, WKN: 766403, Ticker-Symbol: VOW3, NASDAQ OTC-Symbol: VLKPF) in einer aktuellen Aktienanalyse unter die Lupe.

Der Volkswagen-Konzern stecke tief in der Krise. Das würden auch einmal mehr die am heutigen Mittwoch veröffentlichten Quartalszahlen zeigen. Volkswagen habe im dritten Quartal einen herben Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Die ohnehin bereits schwachen Analystenprognosen seien verfehlt worden. Die Aktie von Volkswagen stehe am Morgen erneut deutlich unter Druck.

Ein schwaches Branchenumfeld mit weniger Fahrzeugverkäufen sowie der angestoßene Kapazitäts- und Stellenabbau im Konzern hätten für eine Milliardenbelastung gesorgt. Das operative Ergebnis sei um 42 Prozent auf 2,86 Milliarden Euro abgerutscht, wie der DAX-Konzern am Mittwoch mitgeteilt habe. Höhere Fixkosten und erhebliche Umbaukosten unter anderem für das vor dem Aus stehende Brüsseler Werk der Tochter Audi hätten für Belastung gesorgt. Die Werte seien schwächer ausgefallen als von Analysten ohnehin befürchtet. Diese hätten im Vorfeld mit einem operativen Ergebnis von 3,44 Milliarden Euro gerechnet. Unter anderem, weil es für VW auch im einstigen Wachstumsmotor China schlecht laufe, sei der Konzerngewinn nach Steuern gar um 64 Prozent auf 1,58 Milliarden Euro abgesackt. Der Umsatz sei dagegen nur um ein halbes Prozent auf 78,5 Milliarden Euro gefallen.

"Unsere Neunmonatsergebnisse spiegeln ein herausforderndes Marktumfeld wider und unterstreichen, wie wichtig die Umsetzung unserer konzernweit eingeleiteten Performanceprogramme ist. Die Marke Volkswagen hat nach neun Monaten eine operative Marge von nur noch 2 Prozent erzielt. Dies zeigt den dringenden Bedarf von erheblichen Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen. Zuversichtlich stimmt uns der Blick auf unsere Produkte. Der im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbesserte Auftragseingang in Westeuropa im dritten Quartal belegt unser ausgezeichnetes Produktportfolio von Verbrennern über Hybride bis hin zu vollelektrischen Fahrzeugen und gibt uns Rückenwind für das letzte Quartal", habe der Vorstandsvorsitzende Arno Antlitz die Zahlen kommentiert.

Die im September erneut gesenkte Jahresprognose habe das Management um Vorstandschef Oliver Blume aufrechtgehalten. Blume habe im Konzern den Rotstift angesetzt und wolle Milliarden einsparen, um insbesondere die renditeschwache Kernmarke VW Pkw wieder auf Trab zu bringen. Laut dem Betriebsrat wolle der Vorstand mindestens drei deutsche VW-Werke schließen und den Rest schrumpfen, Zehntausenden Beschäftigten sollten gekündigt werden. Auch empfindliche Gehaltseinbußen stünden im Raum. Die Arbeitnehmer hätten erbitterten Widerstand angekündigt und würden umfassendere Rezepte fordern als nur die Arbeits- und Fabrikkosten in den Blick zu nehmen. An diesem Mittwoch finde die nächste Gesprächsrunde zwischen Unternehmen und der Gewerkschaft IG Metall zum VW-Haustarif statt.

Die Aktie von Volkswagen verliere am Morgen auf Tradegate erneut mehr als 3 Prozent auf 86,28 Euro. Das Papier sei weiter massiv angeschlagen.

Anleger sollten bei der VW-Aktie weiter außen vor bleiben, so Marion Schlegel von "Der Aktionär" zur Volkswagen-Vorzugsaktie. (Analyse vom 30.10.2024)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link. (30.10.2024/ac/a/d)

Archivbeitrag vom 30.10.2024. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

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