Kulmbach (www.aktiencheck.de) - Volkswagen-Aktienanalyse von "Der Aktionär":
Julian Weber vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt die Vorzugsaktie der Volkswagen AG (VW) (ISIN: DE0007664039, WKN: 766403, Ticker-Symbol: VOW3, NASDAQ OTC-Symbol: VLKPF) in einer aktuellen Aktienanalyse unter die Lupe.
14 Jahre und nichts passiert. Die Volkswagen-Vorzüge seien am Freitag auf den tiefsten Stand seit September 2010 gefallen. Doch damit nicht genug: Der Indien-Einheit des Konzerns würden Steuerhinterziehungen in Milliarden-Höhe vorgeworfen. VW würden empfindliche Strafzahlungen drohen. Und das in Zeiten, in denen die Gewinne bereits dahinschmelzen würden.
Wie ein Reuters-Bericht am Freitag aufgedeckt habe, habe die Konzerntochter Skoda Auto Volkswagen India laut der indischen Zollbehörde zwischen 2012 und 2022 Importsteuern in Höhe von 1,36 Milliarden Dollar umgangen. Der Vorwurf: Die Fahrzeuge seien als Bausatz geliefert worden, aber fälschlicherweise als Einzelteile deklariert und importiert, um statt der üblichen 30 bis 35 Prozent lediglich 5 bis 15 Prozent Zoll zu zahlen.
Statt der geschuldeten 2,35 Milliarden Dollar habe das Unternehmen lediglich 981 Millionen Dollar entrichtet. Sollte sich der Verdacht bestätigen, könnten die Behörden zusätzlich Zinsen und Strafen bis zu einer Maximalhöhe von 100 Prozent verhängen. Somit könnte laut Bericht eine Zahlung von bis zu 2,8 Milliarden Dollar drohen. Die Zollbehörde spreche von einer "vorsätzlichen Umgehung", die durch interne Software und aufgesplitterte Lieferungen verschleiert worden sei.
Bereits 2022 hätten Ermittler drei VW-Standorte in Indien durchsucht und dabei E-Mail-Backups sowie Importdokumente beschlagnahmt. Auch der Geschäftsführer der Indien-Tochter, Piyush Arora, sei vernommen worden, habe jedoch keine zufriedenstellenden Antworten geliefert.
Volkswagen habe die Vorwürfe zurückgewiesen und erklärt, man halte sich an alle lokalen und internationalen Gesetze. Eine detaillierte Prüfung der Anschuldigungen sei im Gange, und das Unternehmen arbeite eng mit den Behörden zusammen. Ob die Frist von 30 Tagen für eine Stellungnahme eingehalten worden sei, habe der Autobauer nicht kommentiert.
Für Volkswagen kämen die Vorwürfe zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Der Konzern kämpfe derzeit auf sämtlichen Märkten mit Absatzproblemen und wegbrechenden Gewinnen. Im laufenden Jahr werde sich der Nettogewinn laut Bloomberg-Schätzungen auf rund 11,5 Milliarden Euro circa halbieren. Wirkliche Besserung sei auch in den kommenden Jahren nicht in Sicht. Die Kernmarke VW wolle daher alleine in Deutschland drei Werke schließen. Eine Strafe von bis zu 2,8 Milliarden Dollar würde den Konzern empfindlich treffen.
Die VW-Aktie sei am Freitag in der Spitze um bis zu 2,2 Prozent auf 78,86 Euro in die Tiefe gerauscht und habe damit auf dem niedrigsten Stand seit September 2010 notiert. Inzwischen habe sich das Papier wieder etwas erholt, charttechnisch könnte es aber durchaus noch weiter fallen. Die nächste schwache Unterstützung liege im Bereich von 77 Euro. Darunter stütze erst die 70-Euro-Marke.
Bei Volkswagen sei derzeit der Wurm drin. Sicherlich sei auf dem aktuellen Niveau schon viel eingepreist, allerdings gebe es kaum Anzeichen, die auf eine Trendwende würden hoffen lassen.
Anleger machen einen großen Bogen um die Aktie, so Julian Weber von "Der Aktionär". (Analyse vom 29.11.2024)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne er Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Volkswagen Vz. (29.11.2024/ac/a/d)
Julian Weber vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt die Vorzugsaktie der Volkswagen AG (VW) (ISIN: DE0007664039, WKN: 766403, Ticker-Symbol: VOW3, NASDAQ OTC-Symbol: VLKPF) in einer aktuellen Aktienanalyse unter die Lupe.
14 Jahre und nichts passiert. Die Volkswagen-Vorzüge seien am Freitag auf den tiefsten Stand seit September 2010 gefallen. Doch damit nicht genug: Der Indien-Einheit des Konzerns würden Steuerhinterziehungen in Milliarden-Höhe vorgeworfen. VW würden empfindliche Strafzahlungen drohen. Und das in Zeiten, in denen die Gewinne bereits dahinschmelzen würden.
Wie ein Reuters-Bericht am Freitag aufgedeckt habe, habe die Konzerntochter Skoda Auto Volkswagen India laut der indischen Zollbehörde zwischen 2012 und 2022 Importsteuern in Höhe von 1,36 Milliarden Dollar umgangen. Der Vorwurf: Die Fahrzeuge seien als Bausatz geliefert worden, aber fälschlicherweise als Einzelteile deklariert und importiert, um statt der üblichen 30 bis 35 Prozent lediglich 5 bis 15 Prozent Zoll zu zahlen.
Statt der geschuldeten 2,35 Milliarden Dollar habe das Unternehmen lediglich 981 Millionen Dollar entrichtet. Sollte sich der Verdacht bestätigen, könnten die Behörden zusätzlich Zinsen und Strafen bis zu einer Maximalhöhe von 100 Prozent verhängen. Somit könnte laut Bericht eine Zahlung von bis zu 2,8 Milliarden Dollar drohen. Die Zollbehörde spreche von einer "vorsätzlichen Umgehung", die durch interne Software und aufgesplitterte Lieferungen verschleiert worden sei.
Bereits 2022 hätten Ermittler drei VW-Standorte in Indien durchsucht und dabei E-Mail-Backups sowie Importdokumente beschlagnahmt. Auch der Geschäftsführer der Indien-Tochter, Piyush Arora, sei vernommen worden, habe jedoch keine zufriedenstellenden Antworten geliefert.
Volkswagen habe die Vorwürfe zurückgewiesen und erklärt, man halte sich an alle lokalen und internationalen Gesetze. Eine detaillierte Prüfung der Anschuldigungen sei im Gange, und das Unternehmen arbeite eng mit den Behörden zusammen. Ob die Frist von 30 Tagen für eine Stellungnahme eingehalten worden sei, habe der Autobauer nicht kommentiert.
Für Volkswagen kämen die Vorwürfe zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Der Konzern kämpfe derzeit auf sämtlichen Märkten mit Absatzproblemen und wegbrechenden Gewinnen. Im laufenden Jahr werde sich der Nettogewinn laut Bloomberg-Schätzungen auf rund 11,5 Milliarden Euro circa halbieren. Wirkliche Besserung sei auch in den kommenden Jahren nicht in Sicht. Die Kernmarke VW wolle daher alleine in Deutschland drei Werke schließen. Eine Strafe von bis zu 2,8 Milliarden Dollar würde den Konzern empfindlich treffen.
Die VW-Aktie sei am Freitag in der Spitze um bis zu 2,2 Prozent auf 78,86 Euro in die Tiefe gerauscht und habe damit auf dem niedrigsten Stand seit September 2010 notiert. Inzwischen habe sich das Papier wieder etwas erholt, charttechnisch könnte es aber durchaus noch weiter fallen. Die nächste schwache Unterstützung liege im Bereich von 77 Euro. Darunter stütze erst die 70-Euro-Marke.
Bei Volkswagen sei derzeit der Wurm drin. Sicherlich sei auf dem aktuellen Niveau schon viel eingepreist, allerdings gebe es kaum Anzeichen, die auf eine Trendwende würden hoffen lassen.
Anleger machen einen großen Bogen um die Aktie, so Julian Weber von "Der Aktionär". (Analyse vom 29.11.2024)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne er Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Volkswagen Vz. (29.11.2024/ac/a/d)
Archivbeitrag vom 29.11.2024. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.