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Vestas Aktie: Windkraft-Gigant vor Comeback? Analysten sehen große Chancen trotz Konkurrenzdruck - Upgarde!

Wien (www.aktiencheck.de) - Vestas-Aktienanalyse von der Raiffeisen Bank International AG:

Raphael Schicho, Analyst der Raiffeisen Bank International AG (RBI), stuft die Aktie von Vestas Wind Systems A/S (ISIN: DK0061539921, WKN: A3CMNS, Ticker-Symbol: VWSB, NASDAQ Kopenhagen-Symbol: VWS, NASDAQ OTC-Symbol: VWSYF) in einer aktuellen Aktienanalyse von "verkaufen" auf "kaufen" hoch.

Vestas habe strukturellen Rückenwind - der globale Windenergiemarkt gewinne im Zuge der Energiewende stetig an Bedeutung. Die Windenergie, die heute rund 9% zur weltweiten Stromerzeugung beitrage, solle bis 2050 mehr als ein Drittel des weltweiten Stromverbrauchs decken. Innerhalb der EU-27 werde der Wind mit einem Anteil von 15% im Jahr 2022 eine noch größere Bedeutung haben. Neue KI-Technologien, die sehr energieintensiv seien (eine ChatGPT-Anfrage benötige etwa zehnmal so viel Energie wie eine Google-Suchanfrage), würden die Nachfrage weiter antreiben. Gestützt durch strukturelles Wachstum der Branche werde der Umsatz von Vestas über die nächsten Jahre höchstwahrscheinlich stabil wachsen, im Schnitt um 7% bis 10% (CAGR, Konsensschätzungen).

Der Wettbewerb - insbesondere durch chinesische Hersteller, die aufgrund des weniger lukrativen Inlandsmarktes zunehmend Exportambitionen verfolgen würden - habe sich verschärft und führe zu einem erheblichen Preisdruck. Auch indische Wettbewerber würden auf den Markt drängen. Westliche Hersteller wie Vestas müssten daher ihre Preise senken, um konkurrenzfähig zu bleiben. Am Beispiel der Photovoltaikbranche zeige sich, dass chinesische Wettbewerber nicht nur deutlich niedrigere Produktionskosten hätten, sondern oft auch in der Qualität ihren westlichen Konkurrenten in nichts nachstünden.

Dennoch würden die Analysten der RBI glauben, dass sich das Photovoltaik-Desaster hier nicht wiederholen werde. Zum einen werde die EU hier wohl deutlich protektionistischer vorgehen. So sei beispielsweise angestrebt, bis 2030 85% des Bedarfs an Windturbinen aus eigener Produktion zu decken. Zum anderen sei eine lokale Produktion allein schon aus Größengründen sinnvoll (die Offshore-Rotorblätter von Vestas seien teilweise über 100 m lang), was den Wettbewerbsvorteil chinesischer Unternehmen schwäche.

Trotz dieser stärkeren Konkurrenz habe sich die operative Marge von 1,5% auf 4,3% im Jahr 2024 verbessert, sei aber immer noch niedrig. Um Kursgewinne zu ermöglichen, müsse Vestas operative Margen zwischen 7% und 10% erzielen. Die Konsensusschätzungen sähen hier in den nächsten Jahren eine Verbesserung, es liege nun an Vestas, die Schätzungen in die Realität umzusetzen.

Höhere Margen könne Vestas allerdings vor allem im Servicegeschäft aufweisen, das langfristige Wartungsverträge umfasse und somit einen kontinuierlichen Einnahmestrom generiere. Dieses Segment, mit operativen Margen von 12% im Jahr 2024, trage erheblich zur Profitabilität des Unternehmens bei. Langfristig sollten sich die Margen hier im Bereich 18% bis 20% einpendeln.

Die Renewables-Industrie sei durch hohe Volatilität und politische Risiken gekennzeichnet. Veränderungen wie der Abbau von Subventionen oder die Erhöhung von Handelsbarrieren könnten die Nachfrage nach Windenergieanlagen erheblich beeinflussen. Dies zeige sich besonders deutlich in den USA, wo politische Entscheidungen - wie die wiederholten Ankündigungen eines Baustopps für Windenergieanlagen durch die Trump-Administration - für Unsicherheit sorgen würden (Umsatzanteil von Vestas 12%).

Auch in der Europäischen Union, wo das politische Klima in dieser Frage deutlich stabiler sei und Vestas den Großteil seines Umsatzes erwirtschafte, sei das Unternehmen diesem Risiko ausgesetzt. Politisches Risiko könne allerdings in beide Richtungen ausschlagen.

Neben diesen Risiken würden schwankende Rohstoffpreise und anhaltende Herausforderungen in den globalen Lieferketten weitere Volatilitätsfaktoren darstellen, die sich direkt auf die Produktionskosten und Lieferzeiten von Windenergieanlagen auswirken könnten.

Die Bewertung von Vestas sei in den letzten Jahren deutlich gesunken. So notiere das Unternehmen mittlerweile bei einem 2025er KGV von 16,2. EV/EBIT und EV/Sales lägen bei 10,1 bzw. 0,55. Blicke man nur bis 2027, würden diese Kennzahlen aufgrund des Wachstums wieder deutlich interessanter. Das 2027er KGV liege bei 9,6, das EV/EBIT bei 6,6 und das EV/Sales bei 0,65. Sollte Vestas die Wachstumserwartungen erreichen, würden die Analysten der RBI die Aktie für deutlich unterbewertet halten.

Fazit: Die attraktive Bewertung, das strukturelle Wachstum und das profitable Servicegeschäft seien positive Faktoren, während der intensive Wettbewerb und die politischen Unsicherheiten Risiken darstellen würden. Für die Aktie werde es in den nächsten zwölf Monaten vor allem darauf ankommen, ob Vestas die Margen weiter ausbauen könne, während sich der Marktanteil stabilisiere.

Für die Analysten der RBI stelle die Aktie nach den starken Kursverlusten (-34% seit der letzten RBI-Aktieninfo im August 2024, -65% seit dem Hoch im Jahr 2021) wieder ein attraktives Investment dar.

Basierend auf einem Multiples-Bewertungsmodell ändert Raphael Schicho, Analyst der Raiffeisen Bank International AG, daher seine Empfehlung für Vestas von "Verkauf" auf "Kauf" mit einem Kursziel von DKK 115,00. (Analyse vom 05.03.2025)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus:

Offenlegung von Umständen und Interessen, die die Objektivität der RBI gefährden könnten: www.raiffeisenresearch.com/disclosuresobjectivity (05.03.2025/ac/a/a)

Archivbeitrag vom 05.03.2025. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

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