Augsburg (www.aktiencheck.de) - UmweltBank-Aktienanalyse von der GBC AG:
Cosmin Filker und Marcel Goldmann, Analysten der GBC AG, stufen in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie der UmweltBank AG (ISIN: DE0005570808, WKN: 557080, Ticker-Symbol: UBK) weiterhin mit "kaufen" ein.
Die UmweltBank AG habe am 18.03.2024 die vorläufigen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2023 veröffentlicht. Das abgelaufene Geschäftsjahr sei erwartungsgemäß sowohl von einer rückläufigen Ertragsentwicklung als auch von einem Anstieg der Gesamtkosten geprägt gewesen. Auf der Ertragsseite habe sich insbesondere das Zinsergebnis rückläufig entwickelt auf 41,10 Mio. EUR (VJ: 58,79 Mio. EUR). Gleichzeitig habe sich das Finanzergebnis deutlich auf 7,17 Mio. EUR reduziert (VJ: 24,83 Mio. EUR).
Ausschlaggebend für den Rückgang des Zinsergebnisses, den die Analysten der GBC AG in ihren bisherigen Prognosen zwar in der Tendenz so erwartet, jedoch einen geringeren Rückgang unterstellt hätten, dürften erneut die gestiegenen Zinsaufwendungen gewesen sein. Dabei habe das allgemein gestiegene Zinsniveau zu stärkeren Konditionenanpassungen bei den Kundeneinlagen geführt. Diese würden aufgrund der geringeren Duration stärker auf Zinsanpassungen reagieren. Darüber hinaus sei der Anstieg der Zinsaufwendungen auf Konditionsänderungen bei den TLTRO-Mitteln, also den von der EZB zur Verfügung gestellten zinsgünstigen Refinanzierungsmitteln, zurückzuführen.
Bei den längerfristigen Umweltkrediten sei zudem ein Rückgang des Bruttokreditneugeschäfts auf 459 Mio. EUR (VJ: 623 Mio. EUR) zu verzeichnen gewesen. Der Kreditbestand sei mit 3.722 Mio. EUR (VJ: 3.703 Mio. EUR) gegenüber dem Vorjahr nahezu stabil geblieben. Während das Kreditneugeschäft im Bereich Erneuerbare Energien auf ein Volumen von rund 350 Mio. EUR (VJ: 254 Mio. EUR) ausgeweitet worden sei, sei das Kreditneugeschäft bei Immobilienprojekten aufgrund des schwierigen Marktumfelds auf rund 100 Mio. EUR (VJ: 349 Mio. EUR) zurückgegangen.
Erwähnenswert sei zudem der Rückgang bzw. die Normalisierung des Finanzergebnisses auf 7,17 Mio. EUR (VJ: 24,83 Mio. EUR). Im Geschäftsjahr 2022 sei eine Beteiligung an einer Windparkgesellschaft veräußert worden, wodurch ein Nettoerlös in Höhe von ca. 20 Mio. EUR erzielt worden sei. Bereinigt um diesen Effekt, sei das Finanzergebnis aufgrund erfolgreich veräußerter Beteiligungen sowie gestiegener Ausschüttungen gesteigert worden. Die dritte Erlöskomponente, das Provisions- und Handelsergebnis, habe mit 9,05 Mio. EUR (VJ: 9,35 Mio. EUR) in etwa auf dem Vorjahresniveau gelegen.
Der dargestellten rückläufigen Ertragsentwicklung stünden deutlich gestiegene Aufwendungen im Personal- und Verwaltungsbereich gegenüber. So sei der Personalaufwand sichtbar um knapp 30% auf 25,62 Mio. EUR gestiegen (VJ: 19,88 Mio. EUR). Wesentliche Treiber dieser Entwicklung seien Neueinstellungen in aufsichtsrechtlich relevanten Bereichen sowie das allgemein gestiegene Lohnniveau gewesen. Zum Bilanzstichtag 31.12.2023 habe die UmweltBank AG mit 354 Mitarbeiter (31.12.2022: 332) einen neuen Höchststand bei der Mitarbeiterzahl erreicht. Darüber hinaus habe der erfolgreich umgesetzte Wechsel des Kernbankensystems wie angekündigt zu einem Anstieg der Verwaltungsaufwendungen um rund 10 Mio. EUR auf 31,51 Mio. EUR geführt (VJ: 21,57 Mio. EUR).
Das aus der dargestellten Entwicklung resultierende vorläufige Vorsteuerergebnis in Höhe von 1,12 Mio. EUR (VJ: 39,21 Mio. EUR) liege im Rahmen der im August 2023 publizierten Unternehmens-Guidance, die ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von ca. 1 Mio. EUR in Aussicht gestellt habe. Darauf aufbauend, hätten die Analysten der GBC AG im Rahmen ihrer zuletzt veröffentlichten Researchstudie ein EBT in Höhe von 0,97 Mio. EUR prognostiziert.
Anfang März 2024 habe das UmweltBank-Management den Kapitalmarkt über die strategische Neuausrichtung informiert. Gleichzeitig habe die Gesellschaft im Rahmen der erstmaligen Guidance für das laufende Geschäftsjahr 2024 ein Vorsteuerergebnis in Höhe von -15 Mio. EUR bis -20 Mio. EUR in Aussicht gestellt. Im Rahmen des am 18.03.2024 stattgefundenen Investoren- und Pressegespräches habe der neue Vorstandssprecher Dietmar von Blücher die Hintergründe dieser Guidance sowie die strategische Neuausrichtung präsentiert.
Grundsätzlich solle das laufende Geschäftsjahr 2024 erneut als ein Transformationsjahr betrachtet werden, in dem weitere Investitionen in Technik, Aufbauorganisation sowie in die Privatkundengewinnung erfolgen sollten. Daraus lasse sich ein weiterer Anstieg beim Personalaufwand sowie im Bereich der Verwaltungsaufwendungen ableiten. Obwohl sich die mit der bereits erfolgten Migration des Bankensystems in Verbindung stehenden Sonderaufwendungen rückläufig entwickeln sollten, sei noch mit nachlaufenden Effekten sowie mit insgesamt höheren laufenden Systemkosten zu rechnen.
Zudem treibe die Gesellschaft auch im laufenden Geschäftsjahr die Digitalisierung voran und werde dabei verstärkt Investitionen tätigen. Am Ende dieser Maßnahmen solle eine Steigerung der Effizienz und die volle Ausnutzung des Potenzials des neuen Kernbankensystems erreicht werden. Noch im März 2024 solle die neue UmweltBank-App eingeführt werden und im zweiten Quartal 2024 ein Relaunch der Webseite stattfinden.
Grundsätzlich setze die UmweltBank AG zukünftig verstärkt auf den Ausbau des Einlagengeschäfts mit Privatkunden. Neben Tages- und Festgeldern könnten Privatkunden grüne Geldanlagen in Fonds (UmweltBank-Fonds), Anleihen oder Wertpapieren tätigen. Kurz nach der Migration des Kernbankensystems sei die Neukundengewinnung (verbesserte Konditionen, Marketing) intensiviert worden und die Gesellschaft könne bereits erste Erfolge vermelden. In den Monaten Januar und Februar 2024 hätten 6.000 Neukunden gewonnen werden können, sodass sich die Kundenzahl nach drei seitwärts gerichteten Geschäftsjahren auf rund 138 Tsd. (31.12.23: 132 Tsd.) erhöht habe. Bis zum Geschäftsjahr 2028 solle die Marke von 500 Tsd. Bestandskunden erreicht werden, was durchaus ambitioniert erscheine.
Das Kreditgeschäft solle künftig auf gewerbliche Kunden ausgerichtet werden. Der Fokus solle weiterhin auf den Bereichen Erneuerbare Energien und nachhaltige Immobilien liegen. Obwohl hier nach Unternehmensangaben eine hohe Nachfrage besteht, ist und war auch im abgelaufenen Geschäftsjahr die Eigenkapitalausstattung ein limitierender Faktor, so die Analysten der GBC AG. Mit der aktuellen Eigenkapitalausstattung könne nach Unternehmensangaben ein Neugeschäft von rund 250 Mio. EUR finanziert werden. In dieser Kalkulation sei ein erwarteter Kapitalzuschlag von 0,5% enthalten. Dieser dürfte im Zusammenhang mit der derzeit laufenden Prüfung durch die BaFin stehen, für die ein Sonderbeauftragter bestellt worden sei. Nach Abarbeitung der aufsichtsrechtlichen Defizite sollte der erwartete Kapitalzuschlag wieder entfallen.
Darüber hinaus plane die Gesellschaft, das Beteiligungsgeschäft innerhalb der nächsten drei Geschäftsjahre vollständig abzubauen. Mögliche Veräußerungsgewinne würden das Eigenkapital weiter stärken und könnten für Neugeschäft eingesetzt werden. Schließlich stehe auch die Möglichkeit einer Kapitalerhöhung im Raum, sofern sich Marktopportunitäten ergeben würden.
Im Rahmen des Investoren- und Pressegespräches habe die UmweltBank AG erstmalig ihre Zielsetzung für das Jahr 2028 ausgegeben. Insgesamt solle das Kreditneugeschäft im Bereich der Erneuerbaren Energien und der nachhaltigen Immobilien im Jahr 2028 auf jährlich über 1,1 Mrd. EUR (2023: 459 Mio. EUR) ansteigen. Der Kundenbestand, welcher Ende 2023 bei 132.000 gelegen habe, solle bis 2028 auf ca. 500.000 anstiegen.
Bei ihren Ertrags- und Ergebnisschätzungen hätten sich die Analysten der GBC AG an der im März 2024 angepassten Guidance des Unternehmens orientiert. Für die kommenden Geschäftsjahre habe die UmweltBank AG im Rahmen der Investorenpräsentation eine grafische Guidance für das Vorsteuerergebnis vorgestellt, an der sich die Analysten der GBC AG ebenfalls orientieren würden. Für das laufende Geschäftsjahr würden die Analysten der GBC AG ein leicht steigendes Zinsergebnis erwarten, das als Basis leichte Konditionsverbesserungen bei einem nahezu unveränderten Volumen an ausstehenden Umweltkrediten enthalte.
In den beiden folgenden Geschäftsjahren 2025 und 2026 sollte das Zinsergebnis wieder an Dynamik gewinnen. Basis hierfür seien Konditionsverbesserungen auf der Kreditseite und die Annahme einer Stabilisierung der Zinskosten auf der Ebene der Kundeneinlagen. Zudem würden die Analysten der GBC AG von einem starken Anstieg der Kundeneinlagen ausgehen, die im Rahmen des Treasury gewinnbringend angelegt werden könnten. Das Finanzergebnis, in dem in geringem Umfang gewinnbringende Beteiligungsverkäufe enthalten seien, sollte nach Einschätzung der Analysten der GBC AG leicht ansteigen. Auch das Provisions- und Handelsergebnis sollte von den gestiegenen Kundeneinlagen profitieren und ebenfalls leicht zulegen.
Demgegenüber dürften die Investitionen in die digitalen Prozesse sowie in den Ausbau der Kundeneinlagen zu deutlichen Kostensteigerungen führen, die nach Einschätzung der Analysten der GBC AG ein negatives EBT in Höhe von -15,90 Mio. EUR zur Folge haben würden. Für die beiden folgenden Schätzperioden würden die Analysten der GBC AG von einer Rückkehr in die Gewinnzone ausgehen. Hierzu sollten sowohl der von den Analysten der GBC AG erwartete Anstieg der Gesamterlöse als auch - nach Abschluss der digitalen Transformation - der erwartete Rückgang der Gesamtkosten beitragen.
Gemäß dem GBC-Bewertungsmodell sollte die UmweltBank AG in der Lage sein, bezogen auf das bilanzielle Eigenkapital, ein Return on Equity (nach Steuern) von nachhaltig 10,77% zu erzielen. Unter der Annahme von Eigenkapitalkosten von 5,35% sollte im Endwert damit eine nachhaltige Überrendite von 5,42% oder ein Buchwertfaktor von 2,01 erwirtschaftet werden. Zur Bestimmung des Endwertes hätten die Analysten der GBC AG daher ein Premium über den Buchwert in Höhe von 2,01 angesetzt.
Die Summe der abgezinsten Residualerträge ergebe einen Wert von 342,47 Mio. EUR (bisher: 488,93 Mio. EUR). Bei einer Anzahl ausstehender Aktien von 35,66 Mio. ergebe sich ein fairer Unternehmenswert je Aktie von 9,60 EUR (bisher: 13,80 EUR).
Die starke Reduktion des fairen Wertes sei in erster Linie auf die niedrigeren Prognosen der Geschäftsjahre 2024 und 2025 zurückzuführen, die zudem eine niedrigere Basis für die erstmaligen Prognosen der Analysten der GBC AG für das Geschäftsjahr 2026 bilden würden. Darüber hinaus habe die aus der Steigerung des risikolosen Zinssatzes resultierende Anhebung des WACC auf 5,35% (bisher: 4,97%) ebenfalls einen kurszielmindernden Effekt.
Nach dem starken Kursrückgang der UmweltBank-Aktie ist das Kurspotenzial trotz der Reduzierung des Kursziels von 13,80 auf 9,60 EUR unverändert hoch und Cosmin Filker und Marcel Goldmann, Analysten der GBC AG, vergeben weiterhin das Rating "kaufen". (Analyse vom 26.03.2024)
Bezüglich der in der Analyse besprochenen Wertpapiere oder Finanzinstrumente besteht folgender möglicher Interessenskonflikt:
(1) GBC AG oder eine mit ihr verbundene juristische Person hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Anteile oder sonstige Finanzinstrumente an diesem analysierten Unternehmen oder analysierten Finanzinstrument oder Finanzprodukt.
(4) GBC AG oder eine mit ihr verbundene juristische Person war in den vorangegangenen 12 Monaten bei der öffentlichen Emission von Finanzinstrumenten dieses Unternehmens betreffend, federführend oder mitführend beteiligt.
(5a) GBC AG oder eine mit ihr verbundene juristische Person hat in den vorangegangenen 12 Monaten eine Vereinbarung über die Erstellung von Researchberichten gegen Entgelt mit diesem Unternehmen oder Emittenten des analysierten Finanzinstruments getroffen. Im Rahmen dieser Vereinbarung wurde dem Emittent der Entwurf der Finanzanalyse (ohne Bewertungsteil) vor Veröffentlichung zugänglich gemacht.
(6a) GBC AG oder eine mit ihr verbundene juristische Person hat in den vorangegangenen 12 Monaten eine Vereinbarung über die Erstellung von Researchberichten gegen Entgelt mit einem Dritten über dieses Unternehmen oder Finanzinstrument getroffen. Im Rahmen dieser Vereinbarung wurde dem Dritten und/oder Unternehmen und/oder Emittenten des Finanzinstruments der Entwurf der Analyse (ohne Bewertungsteil) vor Veröffentlichung zugänglich gemacht.
(7) Der zuständige Analyst, der Chefanalyst, der stellvertretende Chefanalyst und oder eine sonstige an der Studienerstellung beteiligte Person hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Anteile oder sonstige Finanzinstrumente an diesem Unternehmen.
(11) GBC AG oder eine mit ihr verbundene juristische Person hat bedeutende finanzielle Interessen an dem analysierten Unternehmen, wie z.B. die Gewinnung und/oder Ausübung von Mandaten beim analysierten Unternehmen bzw. die Gewinnung und/oder Erbringung von Dienstleistungen für das analysierte Unternehmen (z.B. Präsentation auf Konferenzen, Roundtables, Roadshows etc.).
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link.
Börsenplätze UmweltBank-Aktie:
Tradegate-Aktienkurs UmweltBank-Aktie:
7,78 EUR +4,29% (26.03.2024, 15:33)
XETRA-Aktienkurs UmweltBank-Aktie:
7,66 EUR +1,32% (26.03.2024, 14:55)
ISIN UmweltBank-Aktie:
DE0005570808
WKN UmweltBank-Aktie:
557080
Ticker-Symbol UmweltBank-Aktie:
UBK
Kurzprofil UmweltBank AG:
Die UmweltBank (ISIN: DE0005570808, WKN: 557080, Ticker-Symbol: UBK) ist eine unabhängige Privatbank. Seit mehr als 25 Jahren verbindet sie Finanzen mit ökologischer und sozialer Verantwortung. Dem Umweltschutz hat sie sich nicht nur mit ihrem Namen, sondern auch in ihrer Satzung verpflichtet. Bei keiner anderen Bank können Anleger ihr Geld so konsequent umweltfreundlich arbeiten lassen. Deutschlands grünste Bank hat bereits rund 25.000 Umweltprojekte finanziert. (26.03.2024/ac/a/nw)
Cosmin Filker und Marcel Goldmann, Analysten der GBC AG, stufen in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie der UmweltBank AG (ISIN: DE0005570808, WKN: 557080, Ticker-Symbol: UBK) weiterhin mit "kaufen" ein.
Die UmweltBank AG habe am 18.03.2024 die vorläufigen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2023 veröffentlicht. Das abgelaufene Geschäftsjahr sei erwartungsgemäß sowohl von einer rückläufigen Ertragsentwicklung als auch von einem Anstieg der Gesamtkosten geprägt gewesen. Auf der Ertragsseite habe sich insbesondere das Zinsergebnis rückläufig entwickelt auf 41,10 Mio. EUR (VJ: 58,79 Mio. EUR). Gleichzeitig habe sich das Finanzergebnis deutlich auf 7,17 Mio. EUR reduziert (VJ: 24,83 Mio. EUR).
Ausschlaggebend für den Rückgang des Zinsergebnisses, den die Analysten der GBC AG in ihren bisherigen Prognosen zwar in der Tendenz so erwartet, jedoch einen geringeren Rückgang unterstellt hätten, dürften erneut die gestiegenen Zinsaufwendungen gewesen sein. Dabei habe das allgemein gestiegene Zinsniveau zu stärkeren Konditionenanpassungen bei den Kundeneinlagen geführt. Diese würden aufgrund der geringeren Duration stärker auf Zinsanpassungen reagieren. Darüber hinaus sei der Anstieg der Zinsaufwendungen auf Konditionsänderungen bei den TLTRO-Mitteln, also den von der EZB zur Verfügung gestellten zinsgünstigen Refinanzierungsmitteln, zurückzuführen.
Bei den längerfristigen Umweltkrediten sei zudem ein Rückgang des Bruttokreditneugeschäfts auf 459 Mio. EUR (VJ: 623 Mio. EUR) zu verzeichnen gewesen. Der Kreditbestand sei mit 3.722 Mio. EUR (VJ: 3.703 Mio. EUR) gegenüber dem Vorjahr nahezu stabil geblieben. Während das Kreditneugeschäft im Bereich Erneuerbare Energien auf ein Volumen von rund 350 Mio. EUR (VJ: 254 Mio. EUR) ausgeweitet worden sei, sei das Kreditneugeschäft bei Immobilienprojekten aufgrund des schwierigen Marktumfelds auf rund 100 Mio. EUR (VJ: 349 Mio. EUR) zurückgegangen.
Erwähnenswert sei zudem der Rückgang bzw. die Normalisierung des Finanzergebnisses auf 7,17 Mio. EUR (VJ: 24,83 Mio. EUR). Im Geschäftsjahr 2022 sei eine Beteiligung an einer Windparkgesellschaft veräußert worden, wodurch ein Nettoerlös in Höhe von ca. 20 Mio. EUR erzielt worden sei. Bereinigt um diesen Effekt, sei das Finanzergebnis aufgrund erfolgreich veräußerter Beteiligungen sowie gestiegener Ausschüttungen gesteigert worden. Die dritte Erlöskomponente, das Provisions- und Handelsergebnis, habe mit 9,05 Mio. EUR (VJ: 9,35 Mio. EUR) in etwa auf dem Vorjahresniveau gelegen.
Der dargestellten rückläufigen Ertragsentwicklung stünden deutlich gestiegene Aufwendungen im Personal- und Verwaltungsbereich gegenüber. So sei der Personalaufwand sichtbar um knapp 30% auf 25,62 Mio. EUR gestiegen (VJ: 19,88 Mio. EUR). Wesentliche Treiber dieser Entwicklung seien Neueinstellungen in aufsichtsrechtlich relevanten Bereichen sowie das allgemein gestiegene Lohnniveau gewesen. Zum Bilanzstichtag 31.12.2023 habe die UmweltBank AG mit 354 Mitarbeiter (31.12.2022: 332) einen neuen Höchststand bei der Mitarbeiterzahl erreicht. Darüber hinaus habe der erfolgreich umgesetzte Wechsel des Kernbankensystems wie angekündigt zu einem Anstieg der Verwaltungsaufwendungen um rund 10 Mio. EUR auf 31,51 Mio. EUR geführt (VJ: 21,57 Mio. EUR).
Das aus der dargestellten Entwicklung resultierende vorläufige Vorsteuerergebnis in Höhe von 1,12 Mio. EUR (VJ: 39,21 Mio. EUR) liege im Rahmen der im August 2023 publizierten Unternehmens-Guidance, die ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von ca. 1 Mio. EUR in Aussicht gestellt habe. Darauf aufbauend, hätten die Analysten der GBC AG im Rahmen ihrer zuletzt veröffentlichten Researchstudie ein EBT in Höhe von 0,97 Mio. EUR prognostiziert.
Anfang März 2024 habe das UmweltBank-Management den Kapitalmarkt über die strategische Neuausrichtung informiert. Gleichzeitig habe die Gesellschaft im Rahmen der erstmaligen Guidance für das laufende Geschäftsjahr 2024 ein Vorsteuerergebnis in Höhe von -15 Mio. EUR bis -20 Mio. EUR in Aussicht gestellt. Im Rahmen des am 18.03.2024 stattgefundenen Investoren- und Pressegespräches habe der neue Vorstandssprecher Dietmar von Blücher die Hintergründe dieser Guidance sowie die strategische Neuausrichtung präsentiert.
Grundsätzlich solle das laufende Geschäftsjahr 2024 erneut als ein Transformationsjahr betrachtet werden, in dem weitere Investitionen in Technik, Aufbauorganisation sowie in die Privatkundengewinnung erfolgen sollten. Daraus lasse sich ein weiterer Anstieg beim Personalaufwand sowie im Bereich der Verwaltungsaufwendungen ableiten. Obwohl sich die mit der bereits erfolgten Migration des Bankensystems in Verbindung stehenden Sonderaufwendungen rückläufig entwickeln sollten, sei noch mit nachlaufenden Effekten sowie mit insgesamt höheren laufenden Systemkosten zu rechnen.
Zudem treibe die Gesellschaft auch im laufenden Geschäftsjahr die Digitalisierung voran und werde dabei verstärkt Investitionen tätigen. Am Ende dieser Maßnahmen solle eine Steigerung der Effizienz und die volle Ausnutzung des Potenzials des neuen Kernbankensystems erreicht werden. Noch im März 2024 solle die neue UmweltBank-App eingeführt werden und im zweiten Quartal 2024 ein Relaunch der Webseite stattfinden.
Grundsätzlich setze die UmweltBank AG zukünftig verstärkt auf den Ausbau des Einlagengeschäfts mit Privatkunden. Neben Tages- und Festgeldern könnten Privatkunden grüne Geldanlagen in Fonds (UmweltBank-Fonds), Anleihen oder Wertpapieren tätigen. Kurz nach der Migration des Kernbankensystems sei die Neukundengewinnung (verbesserte Konditionen, Marketing) intensiviert worden und die Gesellschaft könne bereits erste Erfolge vermelden. In den Monaten Januar und Februar 2024 hätten 6.000 Neukunden gewonnen werden können, sodass sich die Kundenzahl nach drei seitwärts gerichteten Geschäftsjahren auf rund 138 Tsd. (31.12.23: 132 Tsd.) erhöht habe. Bis zum Geschäftsjahr 2028 solle die Marke von 500 Tsd. Bestandskunden erreicht werden, was durchaus ambitioniert erscheine.
Das Kreditgeschäft solle künftig auf gewerbliche Kunden ausgerichtet werden. Der Fokus solle weiterhin auf den Bereichen Erneuerbare Energien und nachhaltige Immobilien liegen. Obwohl hier nach Unternehmensangaben eine hohe Nachfrage besteht, ist und war auch im abgelaufenen Geschäftsjahr die Eigenkapitalausstattung ein limitierender Faktor, so die Analysten der GBC AG. Mit der aktuellen Eigenkapitalausstattung könne nach Unternehmensangaben ein Neugeschäft von rund 250 Mio. EUR finanziert werden. In dieser Kalkulation sei ein erwarteter Kapitalzuschlag von 0,5% enthalten. Dieser dürfte im Zusammenhang mit der derzeit laufenden Prüfung durch die BaFin stehen, für die ein Sonderbeauftragter bestellt worden sei. Nach Abarbeitung der aufsichtsrechtlichen Defizite sollte der erwartete Kapitalzuschlag wieder entfallen.
Darüber hinaus plane die Gesellschaft, das Beteiligungsgeschäft innerhalb der nächsten drei Geschäftsjahre vollständig abzubauen. Mögliche Veräußerungsgewinne würden das Eigenkapital weiter stärken und könnten für Neugeschäft eingesetzt werden. Schließlich stehe auch die Möglichkeit einer Kapitalerhöhung im Raum, sofern sich Marktopportunitäten ergeben würden.
Im Rahmen des Investoren- und Pressegespräches habe die UmweltBank AG erstmalig ihre Zielsetzung für das Jahr 2028 ausgegeben. Insgesamt solle das Kreditneugeschäft im Bereich der Erneuerbaren Energien und der nachhaltigen Immobilien im Jahr 2028 auf jährlich über 1,1 Mrd. EUR (2023: 459 Mio. EUR) ansteigen. Der Kundenbestand, welcher Ende 2023 bei 132.000 gelegen habe, solle bis 2028 auf ca. 500.000 anstiegen.
Bei ihren Ertrags- und Ergebnisschätzungen hätten sich die Analysten der GBC AG an der im März 2024 angepassten Guidance des Unternehmens orientiert. Für die kommenden Geschäftsjahre habe die UmweltBank AG im Rahmen der Investorenpräsentation eine grafische Guidance für das Vorsteuerergebnis vorgestellt, an der sich die Analysten der GBC AG ebenfalls orientieren würden. Für das laufende Geschäftsjahr würden die Analysten der GBC AG ein leicht steigendes Zinsergebnis erwarten, das als Basis leichte Konditionsverbesserungen bei einem nahezu unveränderten Volumen an ausstehenden Umweltkrediten enthalte.
In den beiden folgenden Geschäftsjahren 2025 und 2026 sollte das Zinsergebnis wieder an Dynamik gewinnen. Basis hierfür seien Konditionsverbesserungen auf der Kreditseite und die Annahme einer Stabilisierung der Zinskosten auf der Ebene der Kundeneinlagen. Zudem würden die Analysten der GBC AG von einem starken Anstieg der Kundeneinlagen ausgehen, die im Rahmen des Treasury gewinnbringend angelegt werden könnten. Das Finanzergebnis, in dem in geringem Umfang gewinnbringende Beteiligungsverkäufe enthalten seien, sollte nach Einschätzung der Analysten der GBC AG leicht ansteigen. Auch das Provisions- und Handelsergebnis sollte von den gestiegenen Kundeneinlagen profitieren und ebenfalls leicht zulegen.
Demgegenüber dürften die Investitionen in die digitalen Prozesse sowie in den Ausbau der Kundeneinlagen zu deutlichen Kostensteigerungen führen, die nach Einschätzung der Analysten der GBC AG ein negatives EBT in Höhe von -15,90 Mio. EUR zur Folge haben würden. Für die beiden folgenden Schätzperioden würden die Analysten der GBC AG von einer Rückkehr in die Gewinnzone ausgehen. Hierzu sollten sowohl der von den Analysten der GBC AG erwartete Anstieg der Gesamterlöse als auch - nach Abschluss der digitalen Transformation - der erwartete Rückgang der Gesamtkosten beitragen.
Gemäß dem GBC-Bewertungsmodell sollte die UmweltBank AG in der Lage sein, bezogen auf das bilanzielle Eigenkapital, ein Return on Equity (nach Steuern) von nachhaltig 10,77% zu erzielen. Unter der Annahme von Eigenkapitalkosten von 5,35% sollte im Endwert damit eine nachhaltige Überrendite von 5,42% oder ein Buchwertfaktor von 2,01 erwirtschaftet werden. Zur Bestimmung des Endwertes hätten die Analysten der GBC AG daher ein Premium über den Buchwert in Höhe von 2,01 angesetzt.
Die Summe der abgezinsten Residualerträge ergebe einen Wert von 342,47 Mio. EUR (bisher: 488,93 Mio. EUR). Bei einer Anzahl ausstehender Aktien von 35,66 Mio. ergebe sich ein fairer Unternehmenswert je Aktie von 9,60 EUR (bisher: 13,80 EUR).
Die starke Reduktion des fairen Wertes sei in erster Linie auf die niedrigeren Prognosen der Geschäftsjahre 2024 und 2025 zurückzuführen, die zudem eine niedrigere Basis für die erstmaligen Prognosen der Analysten der GBC AG für das Geschäftsjahr 2026 bilden würden. Darüber hinaus habe die aus der Steigerung des risikolosen Zinssatzes resultierende Anhebung des WACC auf 5,35% (bisher: 4,97%) ebenfalls einen kurszielmindernden Effekt.
Nach dem starken Kursrückgang der UmweltBank-Aktie ist das Kurspotenzial trotz der Reduzierung des Kursziels von 13,80 auf 9,60 EUR unverändert hoch und Cosmin Filker und Marcel Goldmann, Analysten der GBC AG, vergeben weiterhin das Rating "kaufen". (Analyse vom 26.03.2024)
Bezüglich der in der Analyse besprochenen Wertpapiere oder Finanzinstrumente besteht folgender möglicher Interessenskonflikt:
(1) GBC AG oder eine mit ihr verbundene juristische Person hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Anteile oder sonstige Finanzinstrumente an diesem analysierten Unternehmen oder analysierten Finanzinstrument oder Finanzprodukt.
(4) GBC AG oder eine mit ihr verbundene juristische Person war in den vorangegangenen 12 Monaten bei der öffentlichen Emission von Finanzinstrumenten dieses Unternehmens betreffend, federführend oder mitführend beteiligt.
(5a) GBC AG oder eine mit ihr verbundene juristische Person hat in den vorangegangenen 12 Monaten eine Vereinbarung über die Erstellung von Researchberichten gegen Entgelt mit diesem Unternehmen oder Emittenten des analysierten Finanzinstruments getroffen. Im Rahmen dieser Vereinbarung wurde dem Emittent der Entwurf der Finanzanalyse (ohne Bewertungsteil) vor Veröffentlichung zugänglich gemacht.
(6a) GBC AG oder eine mit ihr verbundene juristische Person hat in den vorangegangenen 12 Monaten eine Vereinbarung über die Erstellung von Researchberichten gegen Entgelt mit einem Dritten über dieses Unternehmen oder Finanzinstrument getroffen. Im Rahmen dieser Vereinbarung wurde dem Dritten und/oder Unternehmen und/oder Emittenten des Finanzinstruments der Entwurf der Analyse (ohne Bewertungsteil) vor Veröffentlichung zugänglich gemacht.
(7) Der zuständige Analyst, der Chefanalyst, der stellvertretende Chefanalyst und oder eine sonstige an der Studienerstellung beteiligte Person hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Anteile oder sonstige Finanzinstrumente an diesem Unternehmen.
(11) GBC AG oder eine mit ihr verbundene juristische Person hat bedeutende finanzielle Interessen an dem analysierten Unternehmen, wie z.B. die Gewinnung und/oder Ausübung von Mandaten beim analysierten Unternehmen bzw. die Gewinnung und/oder Erbringung von Dienstleistungen für das analysierte Unternehmen (z.B. Präsentation auf Konferenzen, Roundtables, Roadshows etc.).
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link.
Börsenplätze UmweltBank-Aktie:
Tradegate-Aktienkurs UmweltBank-Aktie:
7,78 EUR +4,29% (26.03.2024, 15:33)
XETRA-Aktienkurs UmweltBank-Aktie:
7,66 EUR +1,32% (26.03.2024, 14:55)
ISIN UmweltBank-Aktie:
DE0005570808
WKN UmweltBank-Aktie:
557080
Ticker-Symbol UmweltBank-Aktie:
UBK
Kurzprofil UmweltBank AG:
Die UmweltBank (ISIN: DE0005570808, WKN: 557080, Ticker-Symbol: UBK) ist eine unabhängige Privatbank. Seit mehr als 25 Jahren verbindet sie Finanzen mit ökologischer und sozialer Verantwortung. Dem Umweltschutz hat sie sich nicht nur mit ihrem Namen, sondern auch in ihrer Satzung verpflichtet. Bei keiner anderen Bank können Anleger ihr Geld so konsequent umweltfreundlich arbeiten lassen. Deutschlands grünste Bank hat bereits rund 25.000 Umweltprojekte finanziert. (26.03.2024/ac/a/nw)
Archivbeitrag vom 26.03.2024. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.