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UmweltBank Aktie: Q3-Zahlen zeigen gebremste operative Entwicklung

Hamburg (www.aktiencheck.de) - UmweltBank-Aktienanalyse von der Montega AG:

Christoph Hoffmann und Christian Bruns, Aktienanalysten der Montega AG, raten in seiner aktuellen Aktienanalyse die Aktie der UmweltBank AG (ISIN: DE0005570808, WKN: 557080, Ticker-Symbol: UBK) weiterhin zu kaufen.

Die UmweltBank habe jüngst Q3-Zahlen vorgelegt, welche die zuletzt gebremste Entwicklung im wichtigen Einlagengeschäft mit Privatkunden erneut bestätigt hätten. Zwar habe die Bank mit der im Sommer planmäßig erfolgten Einführung des Girokontos hohe Fortschritte in Bezug auf die Diversifikation des Retail-Geschäfts erzielt, das Hauptprodukt werde jedoch mittelfristig weiter das Tagesgeldangebot der Bank bleiben. Aufgrund der Zinsentwicklung im Euroraum werde Tagesgeld unattraktiver für die (Bestands)Kunden, da diese aktuell z.B. bei der UmweltBank nur noch Zinsen i.H.v. 0,6% p.a. erzielen könnten. Dies bremse das Einlagenwachstum signifikant ab, das die Bank für die weitere Skalierung der Profitabilität benötige. Angesichts hoher einmaliger Veräußerungsgewinne würden die Analysten weiter vom Erreichen der diesjährigen Guidance ausgehen, die ein EBT der AG von 5 bis 10 Mio. EUR vorsehe (EBT 9M: 9,1 Mio. EUR). Die Mittelfrist-Guidance rücke dabei angesichts der abgeflachten operativen Dynamik stärker in die Ferne.

Einlagengeschäft bleibe deutlich hinter Erwartungen zurück: Die Retail-Einlagen blieben zum zweiten Mal infolge konstant auf dem Niveau des Vorquartals (3,6 Mrd. EUR), sodass sich das Plus seit Jahresbeginn lediglich auf 0,1 Mrd. EUR bzw. rund 3% ytd belaufe. Gleichzeitig sei auch die Anzahl der Kunden in Q3 stabil bei 161.000 geblieben, nachdem in Q2 noch 2.000 Kunden und in Q1 4.000 Kunden gewonnen worden seien. Das Kundenwachstum belaufe sich somit auf +3,9% ytd. Auf die Einlagen werde aktuell eine erhöhte Zinsmarge von 140BP erzielt, was auf die Anpassung der Verzinsung (zuvor: 100 BP Zinsmarge) zurückzuführen sei. Kunden würden dementsprechend 0,6% Zinsen (p.a.) erhalten. Angesichts der niedrigeren Verzinsung des Tagesgelds würden die Analysten in Q4 trotz einer neuen Tagesgeld-Neukundenaktion (3% Zinsen für 3 Monate) dennoch von einer Verfehlung der zu Q3 vom Unternehmen bestätigten Jahresziele in Bezug auf Einlagen und Kunden ausgehen. Der Unternehmens-Forecast für 2025 sehe ein Kundenwachstum von 49.000 Kunden in Q4 (ytd: +6.000) sowie ein Einlagenwachstum in Q4 von 0,7 Mrd. EUR auf 4,3 Mrd. EUR vor (ytd: +0,1 Mrd. EUR). Infolge der schwächeren Dynamik und des strukturellen Gegenwinds durch das niedrige Zinsumfeld hätten nach Erachten der Analysten ihre Prognosen für das Einlagengeschäft in den nächsten Jahren reduziert. Konkret würden sie in 2026 ein Einlagevolumen von 4,1 Mrd. EUR bzw. 4,4 Mrd. EUR in 2027 und 4,9 Mrd. EUR in 2028 erwartem. Gleichzeitig würden sie die erwartete Zinsmarge von 100 auf 120BP erhöhen, was den Effekt des langsameren Wachstums weitgehend aufhebe. Sollte die Bank die erwartete höhere Zinsmarge nicht auf Dauer halten können, würde dies einen negativen Ergebniseffekt im zweistelligen Prozentbereich implizieren.

Kreditneugeschäft weiter kapitalbedingt auf niedrigem Niveau: Wie erwartet seien in Q3 aufgrund der noch angespannten EK-Situation der Bank, die sich durch die in Q4 erfolgte KE entspannt habe, nur wenige Neukreditvergaben zu verzeichnen gewesen (Q3/25: 33 Mio. EUR, 9M/25: 73 Mio. EUR). Der Vorstand habe im Zuge des Q3-Reportings die Neukreditziele von 250–350 Mio. EUR auf 200–250 Mio. EUR reduziert. Da bereits einzelne Projekte einen dreistelligen Mio.-Euro-Betrag erreichen könnten, würden die Analysten das neue Ziel auch aufgrund der höheren EK-Quote nicht für unrealistisch galten. Ihres Erachtens würden sie jedoch zukünftig einen höheren Puffer zu der EK-Empfehlung des Regulators bevorzugen, um auch in Krisensituationen mit erhöhten Non-Performing-Loans ohne Kapitalerhöhungen auskommen zu können. Im nächsten Geschäftsjahr dürfte das Kreditneugeschäft aufgrund der höheren EK-Quote (inkl. Anrechnung KE zu Ende Q3/25 bei 16,9%) und der Reduktion von Eigenmittelzuschlägen, wie bereits im letzten Comment erwähnt, anziehen.

Die UmweltBank sei in Q3 vor allem in Bezug auf das Einlagengeschäft hinter den Erwartungen der Analysten zurückgeblieben.

Auf dem aktuellen Kursniveau (KBV: 0,4x) sehen Christoph Hoffmann und Christian Bruns, Aktienanalysten der Montega AG, die UmweltBank-Aktie als unterbewertet an, sodass sie ihre Kaufempfehlung und Kursziel bestätigen. (Analyse vom 05.11.2025)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link. (06.11.2025/ac/a/nw)

Archivbeitrag vom 06.11.2025. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

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