Aktien des Tages

UmweltBank Aktie: Operativer Fortschritt, gestärkte Kapitalbasis und anhaltend positive Ertragsentwicklung

Augsburg (www.aktiencheck.de) - UmweltBank-Aktienanalyse von der GBC AG:

Cosmin Filker und Marcel Goldmann, Analysten der GBC AG, stufen die Aktie der UmweltBank AG (ISIN: DE0005570808, WKN: 557080, Ticker-Symbol: UBK) in einer aktuellen Aktienanalyse weiterhin mit "kaufen" ein.

In den ersten neun Monaten 2025 habe die UmweltBank AG einige Meilensteine erreicht. Besonders hervorzuheben sei die Beendigung der Tätigkeit des von der BaFin eingesetzten Sonderbeauftragten, was als guter Beleg für die erzielten Fortschritte gesehen werde. Darüber hinaus habe das Kreditinstitut im dritten Quartal 2025 auf Basis der erfolgten Digitalisierung der Prozesse erstmals ein Girokonto eingeführt. Schließlich habe die Gesellschaft nach dem Scale-Listing im August 2025 im Rahmen einer Kapitalerhöhung einen Bruttoemissionserlös in Höhe von 20,66 Mio. EUR erzielt. Dadurch verbessere sich der Kapitalpuffer und die Flexibilität bei der Vergabe von Neukrediten erhöhe sich.

Die UmweltBank AG habe von operativer Seite aus erwartungsgemäß auch im dritten Quartal 2025 den Wachstumskurs fortgesetzt. Nach neun Monaten sei somit ein signifikanter Anstieg der Gesamterträge auf 60,72 Mio. EUR (VJ: 49,40 Mio. EUR) erreicht worden. Einen besonderen Anteil daran habe der Anstieg des Zinsergebnisses auf 43,35 Mio. EUR (VJ: 28,78 Mio. EUR) gehabt. Dies sei insbesondere auf höhere Einlagenzuflüsse zurückzuführen, durch die höhere Zinsmargen erzielt worden seien.

Darüber hinaus habe die Gesellschaft Verbesserungen im Treasury-Portfolio erzielt. Auch das Provisions- und Handelsergebnis habe spürbar auf 5,30 Mio. EUR (VJ: 3,13 Mio. EUR) zugelegt. Hier dürfte unter anderem der im dritten Quartal aufgelegte UmweltBank ETF - Green & Social Bonds Euro ein wichtiger Treiber gewesen sein. Im Finanzergebnis in Höhe von 14,84 Mio. EUR (VJ: 18,06 Mio. EUR) spiegelten sich Gewinnausschüttungen aus dem Verkauf von zwei Immobilienbeteiligungen wider. Bis Ende 2026 sollten die Beteiligungen weitestgehend veräußert werden, sodass das Finanzergebnis künftig an Bedeutung verlieren dürfte.

Aufgrund des deutlichen Ertragsanstiegs sei auch das Vorsteuerergebnis stark gestiegen und habe bei 9,13 Mio. EUR (VJ: 3,60 Mio. EUR) gelegen. Zwar hätten sich die operativen Kosten im Rahmen der Transformation und Digitalisierung erhöht, laufende Effizienzprogramme hätten jedoch auch zu einem unterproportionalen Kostenanstieg geführt.

Die Entwicklung der Privatkundeneinlagen und der Kundenanzahl habe jedoch etwas unter den Erwartungen gelegen. Im dritten Quartal hätten sich die Kundeneinlagen mit 3.877 Mio. EUR (30.06.25: 3.926 Mio. EUR) sogar leicht rückläufig entwickelt, während die Kundenanzahl nahezu unverändert geblieben sei. Dies sei auf die noch unter den Erwartungen gebliebene Einführung des Girokontos zurückzuführen. Dennoch halte das Management der UmweltBank an seinen Zielen fest, bis Ende 2025 einen Anstieg der Privatkundeneinlagen auf rund 4,3 Mrd. EUR zu erreichen. Dafür müsse im vierten Quartal ein Einlagenwachstum von rund 400 Mio. EUR erzielt werden. Neben dem stärkeren Wachstum durch das eingeführte Girokonto solle hierzu beispielsweise eine neue Tagesgeld-Aktion (garantierter Zinssatz von 3,0% für drei Monate) beitragen.

Auch das Firmenkundengeschäft sei hinter den Erwartungen zurückgeblieben. In den ersten neun Monaten habe die UmweltBank AG bewusst kapitalschonend agiert und dabei ein Brutto-Kreditneugeschäft von rund 73 Mio. EUR (VJ: 115 Mio. EUR) erzielt.

Nach der im September 2025 durchgeführten Kapitalerhöhung verfüge die Gesellschaft über einen höheren Kapitalpuffer. Sie plane für das vierte Quartal 2025 mit einem deutlichen Anziehen des Kreditneugeschäfts und erwarte auf Gesamtjahresbasis ein Brutto-Kreditneugeschäft in einer Bandbreite von 200 bis 250 Mio. EUR (bisher: 250 bis 350 Mio. EUR).

Die UmweltBank AG habe im Rahmen der 9-Monatsberichterstattung alle wesentlichen Prognose-KPIs bestätigt. Unverändert werde dabei mit einem Zinsergebnis in einer Bandbreite von 60 bis 65 Mio. EUR gerechnet. Diese Annahme basiere jedoch auf ambitionierten Planungen hinsichtlich des Wachstums bei Kundeneinlagen sowie beim Neukreditvolumen im Firmenkundenbereich. Nach Ansicht der Analysten könnte sich dies jedoch als zu ambitioniert erweisen, weshalb man die bisherige Prognose etwas korrigiere. Für das laufende Geschäftsjahr 2025 rechne man nunmehr mit einem Zinsergebnis in Höhe von 58,45 Mio. EUR (bisher: 60,32 Mio. EUR) und liege damit etwas unterhalb der Prognosebandbreite der Gesellschaft. Die Schätzungen beim Finanzergebnis sowie beim Provisions- und Handelsergebnis blieben hingegen unverändert. Auch die Schätzungen für die Folgejahre 2026 und 2027 blieben unverändert.

Ab dem Geschäftsjahr 2026 sollte die UmweltBank AG von dem im Nachgang zur Kapitalerhöhung höheren Kapitalpuffer profitieren und das Kreditgeschäft stärker ausbauen können. Geplant sei zudem die Wiederaufnahme der Kreditvergabe im Privatkundenbereich. Mit einer zielgerichteteren Kundenansprache solle schließlich der für das vierte Quartal 2025 erwartete Ausbau der Kundeneinlagen fortgesetzt werden.

Die Prognosereduktion beim Zinsergebnis spiegele sich auch in einer Minderung des erwarteten Vorsteuerergebnisses auf 8,40 Mio. EUR (bisher: 9,37 Mio. EUR) sowie des Jahresüberschusses auf 5,71 Mio. EUR (bisher: 6,37 Mio. EUR) wider. Die nur leichte Reduktion der Prognosen für das laufende Geschäftsjahr 2025 habe eine nur marginale Auswirkung auf das im Rahmen des Residual-Einkommens-Modells ermittelte Kursziel der UmweltBank, welches man leicht auf 9,40 EUR (bisher: 9,50 EUR) reduziere.

Cosmin Filker und Marcel Goldmann, Analysten der GBC AG, vergeben für die UmweltBank-Aktie weiterhin das Rating "kaufen". (Analyse vom 03.11.2025)

--------------------
Bezüglich der in der Analyse besprochenen Wertpapiere oder Finanzinstrumente besteht folgender möglicher Interessenskonflikt:

(1) GBC AG oder eine mit ihr verbundene juristische Person hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Anteile oder sonstige Finanzinstrumente an diesem analysierten Unternehmen oder analysierten Finanzinstrument oder Finanzprodukt.

(4) GBC AG oder eine mit ihr verbundene juristische Person war in den vorangegangenen 12 Monaten bei der öffentlichen Emission von Finanzinstrumenten dieses Unternehmens betreffend, federführend oder mitführend beteiligt.

(5a) GBC AG oder eine mit ihr verbundene juristische Person hat in den vorangegangenen 12 Monaten eine Vereinbarung über die Erstellung von Researchberichten gegen Entgelt mit diesem Unternehmen oder Emittenten des analysierten Finanzinstruments getroffen. Im Rahmen dieser Vereinbarung wurde dem Emittent der Entwurf der Finanzanalyse (ohne Bewertungsteil) vor Veröffentlichung zugänglich gemacht.

(6a) GBC AG oder eine mit ihr verbundene juristische Person hat in den vorangegangenen 12 Monaten eine Vereinbarung über die Erstellung von Researchberichten gegen Entgelt mit einem Dritten über dieses Unternehmen oder Finanzinstrument getroffen. Im Rahmen dieser Vereinbarung wurde dem Dritten und/oder Unternehmen und/oder Emittenten des Finanzinstruments der Entwurf der Analyse (ohne Bewertungsteil) vor Veröffentlichung zugänglich gemacht.

(7) Der zuständige Analyst, der Chefanalyst, der stellvertretende Chefanalyst und oder eine sonstige an der Studienerstellung beteiligte Person hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Anteile oder sonstige Finanzinstrumente an diesem Unternehmen.

(11) GBC AG oder eine mit ihr verbundene juristische Person hat bedeutende finanzielle Interessen an dem analysierten Unternehmen, wie z.B. die Gewinnung und/oder Ausübung von Mandaten beim analysierten Unternehmen bzw. die Gewinnung und/oder Erbringung von Dienstleistungen für das analysierte Unternehmen (z.B. Präsentation auf Konferenzen, Roundtables, Roadshows etc.).

(12) Das analysierte Unternehmen befindet sich zum Zeitpunkt der Finanzanalyse in einem, von der GBC AG oder mit ihr verbundenen juristischen Person, betreuten oder beratenen Finanzinstrument oder Finanzprodukt (wie z.B. Zertifikat, Fonds etc.)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link. (03.11.2025/ac/a/nw)

Archivbeitrag vom 03.11.2025. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

Märkte im Blick
Weiterlesen
Börsenradar