Trotz Preiseinbruch bei Bitcoin positive Stimmung an der institutionellen Front




22.07.21 15:10
21Shares AG

Zug (www.aktiencheck.de) - Die vergangene Woche stand ganz im Zeichen der Bekanntgabe unserer exklusiven Partnerschaft mit comdirect, beliebtestes Online-Finanzportal in Deutschland, so Eliézer Ndinga, Research Lead bei 21Shares.

Diese Kooperation werde fast drei Millionen Menschen den Zugang zu den Kryptomärkten eröffnen, in dem sie die ETPs von 21Shares als Teil ihrer Altersvorsorge erwerben könnten - für Kryptoprodukte habe es diese Möglichkeit bislang noch nicht gegeben. Diese Zusammenarbeit stehe ganz im Einklang mit der Mission von 21Shares, das Investieren in Kryptowährungen so einfach wie den Kauf von Aktien zu machen. Und vor allem sei ihre Zusammenarbeit mit comdirect ein Beweis für die wachsende Anerkennung von Kryptoassets in der traditionellen Finanzwelt.

In der vergangenen Woche sei die Bewertung der gesamten Krypto-Industrie um 14 Prozent gesunken und habe damit einen Gesamtwert von 1,2 Billionen Dollar erreicht, was dem Stand von Anfang Februar dieses Jahres entspreche. Gleichzeitig habe der Bitcoin-Markt den Handel in einem niedrigen Bereich zwischen 32.000 und 30.000 US-Dollar gehalten. Erst gestern sei BTC wieder unter die 30.000-Marke eingebrochen und sei zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels bei 29.900 US-Dollar an regulierten Handelsplätzen gehandelt worden.

Die Krypto-Industrie sei relativ jung, daher gelte es, die langfristige Entwicklung der Märkte in den Blick zu nehmen. Trotz der jüngsten Preiseinbrüche, die hauptsächlich auf das Verbot in China zurückzuführen seien und den "Long Tail", also die Nischenbereiche der Kryptowährungen betreffen, sollte man dies vor dem Hintergrund der letzten Monate sehen, in denen Bitcoin einen Preisanstieg um 223 Prozent verzeichnet habe. Dazu gehöre auch die Tatsache, dass das Kryptoasset im Vergleich zum heutigen Preis (29.900 US-Dollar) nur 197 Tage lang im negativen Bereich gehandelt worden sei - oder anders ausgedrückt: für etwas mehr als sechs Monate in den 12 Jahren seit der Gründung. Das seien unterm Strich lediglich 4 Prozent von mehr als 4.000 Tagen des Bestehens von Bitcoin. Dies sei ein weiterer Grund für etwas mehr Optimismus, insbesondere in diesen für den chinesischen Markt beispiellosen Zeiten. Das Verbot habe potenziell Hunderte von Milliarden Dollar an Handelsvolumen aus China verschwinden lassen. Im vergangenen Jahr habe das gesamte Bitcoin-Handelsvolumen in China circa 198 Milliarden betragen.[1]

Auch Kryptomärkte seien ähnlich wie die Aktien- und Rohstoffmärkte bestimmten Marktzyklen unterworfen. Es gebe krypto-eigene Metriken, die als Maßstab für die Bewertung der Anlegerstimmung und damit der Marktzyklen auf der Grundlage der Gewinn- und Verlustrechnung der Händler dienen würden. Die relevanteste dieser Metriken sei der "Net Unrealized Profit and Loss" (NUPL). Er messe die Differenz zwischen unrealisiertem Gewinn und unrealisiertem Verlust von Bitcoin-Investoren basierend auf ihren anfänglichen Kapitalkosten im Verhältnis zum heutigen Preis. Abhängig davon, ob wir uns in einem Bullenmarkt oder einem Bärenmarkt befinden würden, kategorisiere das NUPL-Verhältnis einen Marktzyklus und seine dominantesten Emotionen in fünf Bereiche: 1) Kapitulation, 2) Hoffnung oder Angst, 3) Optimismus oder Angst, 4) Glaube oder Leugnung und 5) Euphorie oder Gier.

Zum Zeitpunkt der Artikelerstellung befinde sich das NUPL-Verhältnis im gelben Bereich bei 0,37. Demzufolge gebe es derzeit mehr unrealisierte Gewinne als unrealisierte Verluste im Markt. Allerdings würden wir uns seit Ende Mai in einem Marktabschwung befinden, was spekulative Geschäfte eher bremse. Die repräsentativste Emotion des aktuellen Marktzyklus sei "Angst", da wir im Falle eines weiteren Sturzflugs des Bitcoin in die orangefarbene oder die Angst-Zone eintreten könnten. Kurzfristig gehe 21Shares davon aus, dass sich der Bitcoin bei einem Preis über der 30.000 US-Dollar-Marke konsolidieren werde - vorausgesetzt schwarze Schwäne würden ausbleiben.

Der Investment Case für Kryptoassets sei auf lange Sicht nicht nur intakt geblieben, sondern habe sich durch die weltweit ersten Krypto-Integrationen in die traditionelle Finanzinfrastruktur sogar noch verbessert. In Zukunft könnten drei Millionen Comdirect-Kunden auf Krypto-ETPs von 21Shares zugreifen. So habe auch Mastercard angekündigt, Krypto-Unternehmen dabei zu helfen, eine Kartenoption in ihr Angebot aufzunehmen, um den Umtauschprozess mit Fiat-Währungen überall dort zu vereinfachen, wo MasterCard akzeptiert werde. Unbestreitbar seien diese Entwicklungen Schritte nach vorne im Adoptionslebenszyklus von Kryptoassets, die die Reichweite von Krypto-Dienstleistungen erweitern würden. Allein in den Vereinigten Staaten habe das MasterCard-Kreditkaufvolumen Ende Dezember 2020 837 Milliarden US-Dollar betragen.[2] Daher werde der Anteil des kryptobezogenen Volumens im Mastercard-Netzwerk (und bei anderen Kartenherausgebern) ein guter Richtwert für die Krypto-Adoption im B2B-Bereich sein. 21Shares gehe davon aus, dass der Krypto-Kuchen im Gleichschritt mit dem Anstieg digitaler Zahlungen wachsen werde.

An der institutionellen Front herrsche eine insgesamt positive Stimmung. Investoren würden weiterhin Kryptoassets zu vergünstigten Preisen über die ETPs von 21Shares akkumulieren. In der vergangenen Woche hätten sie Nettozuflüsse in einem Wert von insgesamt 1,3 Millionen Dollar verzeichnet. Außerhalb Europas sei die positive Stimmung ebenfalls ansteckend. Heute habe Fidelity Digital Assets die Ergebnisse einer Befragung von mehr als 1.000 institutionellen Investoren veröffentlicht. Diese seien vielversprechend, den 70 Prozent der befragten institutionellen Investoren würden ihr zufolge planen, in den nächsten fünf Jahren in Kryptowährungen zu investieren. Trotz des Marktabschwungs seien langfristige Investoren bereit, auf die Vorteile der Krypto-Industrie als Portfolio-Diversifizierer zu setzen. So solle der Investment Case für Bitcoin als aufstrebendes Wertaufbewahrungsmittel den Marktwert von Gold, der bei ungefähr 11 Billionen liege, übertreffen. In der Tat sei Bitcoin grundsätzlich ein noch idealerer Vermögenswert als Gold: Bitcoin sei seltener als Gold, einfacher zu lagern, schneller zu übertragen, jederzeit zugänglich, zu verifizieren und zu prüfen.[3] Die Zahlen würden für sich sprechen. Gemessen an Fünfjahres-Halteperioden habe laut dem auf Bitcoin spezialisierten US-Finanzdienstleister NYDIG die schlechteste annualisierte Rendite von Bitcoin bisher bei +28,8 Prozent gelegen, verglichen mit einem Minus von 19,3 Prozent bei US-Aktien und minus 16,1 Prozent bei Gold.

Beim Investment Case noch nicht berücksichtigt sei die enorme Fülle an technischen Innovationen, die Bitcoin biete. Das Lightning Network und Smart Contracts seien Beispiele für Funktionalitäten, die den potenziellen Wert von Bitcoin noch um Dimensionen erweitern könnten.[4] Smart Contracts würden Bitcoin - ähnlich wie Ethereum - programmierbarer machen. Jack Dorsey, CEO von Twitter, sei zudem bereit, diese Chance zu nutzen. Letzte Woche habe der Unternehmer den Launch eines neuen Startups angekündigt, das absichtlich als Entwicklerplattform für dezentralisierte Finanzdienstleistungen gebaut worden sei und Bitcoin als Hauptabwicklungsebene verwende.[5]

[1] https://www.statista.com/statistics/1195753/bitcoin-trading-selected-countries/
[2] https://www.creditcards.com/credit-card-news/market-share-statistics/
[3] https://www.linkedin.com/pulse/valuing-bitcoin-long-term-eli%25C3%25A9zer-ndinga/?trackingId=Z2KQbuTnSk%2Bpo5HdIvQ6aw%3D%3D
[4] https://lightning.network/
[5] https://twitter.com/jack/status/1415765941904941061 (22.07.2021/ac/a/m)






 
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