Kulmbach (www.aktiencheck.de) - TUI-Aktienanalyse von "Der Aktionär":
Carsten Kaletta vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt die Aktie der TUI AG (ISIN: DE000TUAG505, WKN: TUAG50, Ticker-Symbol: TUI1, NASDAQ OTC-Symbol: TUIFF) in einer aktuellen Aktienanalyse unter die Lupe.
Das dürfte Platzhirsch TUI Aufwind verleihen: Europas drittgrößter Reisekonzern FTI Touristik sei in die Pleite gerutscht. Die FTI Touristik GmbH, Obergesellschaft der FTI Group, habe am Vormittag beim Amtsgericht München einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Die TUI-Papiere würden ihre Kursgewinne daraufhin ausbauen.
Der Reisekonzern FTI melde Insolvenz an. Noch nicht begonnene Reisen würden voraussichtlich ab morgigen Dienstag (4. Juni) nicht mehr oder nur teilweise durchgeführt werden können. "Derzeit wird mit Hochdruck daran gearbeitet, dass die bereits angetretenen Reisen auch planmäßig beendet werden können", so FTI.
Vom Insolvenzantrag unmittelbar betroffen sei den Angaben zufolge zunächst nur die Veranstaltermarke FTI Touristik. In der Folge würden aber auch für weitere der rund 90 Konzerngesellschaften entsprechende Anträge gestellt.
Eigentlich schien die Zukunft des Unternehmens gesichert, das in der Corona-Krise insgesamt 595 Millionen Euro staatliche Hilfe aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) bekommen habe. Ein Konsortium unter Führung des US-Finanzinvestor Certares habe die FTI Group für einen Euro übernehmen und 125 Millionen Euro frisches Kapital in das Unternehmen stecken wollen. Die Wettbewerbshüter hätten dem Deal noch zustimmen müssen.
Auf Anfrage des "Aktionär" bei der TUI, wie sich die Buchungen zukünftig verändern würden, habe ein Unternehmenssprecher gesagt, dass es aus jetziger Sicht noch zu früh sei, das zu prognostizieren. "Da allerdings der Wunsch zu Reisen bei den Menschen sehr hoch ist, ist davon auszugehen, dass betroffenen Kunden einen neuen Urlaub buchen. Da ja der DRSF die (An-)Zahlungen der Kunden absichert, entsteht den Kunden ja kein direkter finanzieller Schaden. Sie können also schnellstmöglich einen neuen Urlaub zum Beispiel bei TUI buchen."
Den Angaben zufolge seien jedoch die Buchungszahlen zuletzt deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. "Hinzu kam, dass zahlreiche Lieferanten auf Vorkasse bestanden haben. In der Folge kam es zu einem erhöhten Liquiditätsbedarf, welcher bis zum Closing des Investorenprozesses nicht mehr überbrückt werden konnte", habe FTI mitgeteilt. Dem Handelsblatt zufolge solle sich bei FTI kurzfristig eine Deckungslücke in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrags aufgetan haben. Der Bund habe nach Verhandlungen am Wochenende weitere Hilfen für das Unternehmen abgelehnt.
Jetzt sei der 2021 gestartete Deutsche Reisesicherungsfonds (DRSF) am Zug - die Insolvenz sei die erste große Bewährungsprobe für den DRSF. Er sei nach der Pleite von Thomas Cook gegründet worden. Damals habe die Haftungsgrenze der Versicherer in Höhe von 110 Millionen Euro nicht ausgereicht. Viele Tausend Kunden seien auf ihren Forderungen sitzen geblieben, der Staat habe einspringen müssen. Mittlerweile würden die großen Reiseveranstalter ein Prozent des Reisepreises an den DRSF zahlen. Der übernehme dann nicht nur die Rückzahlungen, er organisiere auch mögliche Rückholaktionen und kümmere sich um die Reisenden.
Nach jüngsten Angaben verfüge der DSRF über mehr als 750 Millionen Euro plus Kreditlinien, wie das Handelsblatt weiter berichte. FTI selbst habe laut dem letzten publizierten Konzernabschluss bis Ende Oktober 2022 eine "umsatzabhängige Sicherheitsleistung" beim DRSF in Höhe von 161,3 Millionen Euro hinterlegt. Zu einem großen Teil sei das über ein Nachrangdarlehen des Wirtschaftsstabilisierungsfonds in Höhe von 118 Millionen Euro finanziert worden. Er solle sich im Falle einer Insolvenz des Münchener Unternehmens um die Erstattung der Vorauszahlungen der Kunden, gegebenenfalls den Rücktransport gestrandeter Urlauber sowie deren Unterbringung bis zum Rücktransport kümmern.
Hintergrund: Die FTI Group mit etwa 11.000 Beschäftigten sei in der Pandemie, die die Branche in eine schwere Krise gestürzt habe, in Bedrängnis geraten. Zuletzt habe sich der nach TUI und DER Touristik drittgrößte europäische Reisekonzern dank gestiegener Nachfrage wieder auf Kurs gesehen. Im vergangenen Geschäftsjahr 2022/2023 habe das Unternehmen ein Umsatzplus von 10 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro verzeichnet und einen Ertrag in zweistelliger Millionenhöhe erwirtschaftet. Nähere Details zum Ergebnis habe das Unternehmen nicht gemacht. Hauptgesellschafter sei zuletzt die ägyptische Investoren-Familie Sawiris gewesen.
Die Pleite eines großen Konkurrenten dürfte TUI in die Karten spielen und als Marktführer überproportional mit Blick auf zukünftige Marktanteilsgewinne profitieren - etwa durch mögliche (Zusatz-)Buchungen von zuvor an FTI interessierter Reisender. Zudem seien Buchungslage und Branchen-Aussichten top.
Die TUI-Aktie, die am heutigen Montag mit rund 5,0 Prozent im Plus notiert, ist zwar charttechnisch angeschlagen, bleibt aber fundamental aussichtsreich, so Carsten Kaletta von "Der Aktionär". (Analyse vom 03.06.2024)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link.
Börsenplätze TUI-Aktie:
Tradegate-Aktienkurs TUI-Aktie:
6,682 EUR +5,29% (03.06.2024, 15:55)
XETRA-Aktienkurs TUI-Aktie:
6,694 EUR +5,58% (03.06.2024, 15:42)
ISIN TUI-Aktie:
DE000TUAG505
WKN TUI-Aktie:
TUAG50
Ticker-Symbol TUI-Aktie:
TUI1
NASDAQ OTC-Symbol TUI-Aktie:
TUIFF
Kurzprofil TUI AG:
Die TUI Group (ISIN: DE000TUAG505, WKN: TUAG50, Ticker-Symbol: TUI1, NASDAQ OTC-Symbol: TUIFF) ist einer der führenden Touristikkonzerne der Welt. Sitz des Konzerns ist Deutschland. Der TUI Konzern bietet für seine 21 Millionen Kunden integrierte Services aus einer Hand.
Die gesamte touristische Wertschöpfungskette wird unter einem Dach abgebildet. Dazu gehören über 400 Hotels und Resorts mit Premium-Marken wie RIU, TUI Blue und Robinson und 16 eigene Kreuzfahrtschiffe, von der MS Europa und der MS Europa 2 in der Luxusklasse und Expeditionsschiffen bis zur Mein Schiff-Flotte der TUI Cruises und Kreuzfahrtschiffen bei Marella Cruises in Großbritannien. Zum Konzern zählen außerdem europaweit führende Veranstaltermarken und Online-Vermarktungsplattformen, fünf Fluggesellschaften mit mehr als 130 modernen Mittel- und Langstrecken-Flugzeugen und rund 1.200 Reisebüros. Neben dem Ausbau des Kerngeschäfts mit Hotels, Kreuzfahrten über erfolgreiche Joint Ventures und Aktivitäten in den Urlaubsdestinationen setzt die TUI verstärkt auf den Ausbau digitaler Plattformen. Der Konzern wandelt sich zu einem globalen touristischen Plattformunternehmen.
Die globale Verantwortung für nachhaltiges wirtschaftliches, ökologisches und soziales Handeln ist Kern der Unternehmenskultur. Die von TUI initiierte TUI Care Foundation setzt mit Projekten in 25 Ländern auf die positiven Effekte des Tourismus, auf Bildung und Ausbildung sowie die Stärkung von Umwelt- und Sozial-Standards. Sie unterstützt so Urlaubsdestinationen in ihrer Entwicklung. Die weltweit tätige TUI Care Foundation initiiert Projekte, die neue Chancen für die kommende Generation schaffen. (03.06.2024/ac/a/nw)
Carsten Kaletta vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt die Aktie der TUI AG (ISIN: DE000TUAG505, WKN: TUAG50, Ticker-Symbol: TUI1, NASDAQ OTC-Symbol: TUIFF) in einer aktuellen Aktienanalyse unter die Lupe.
Das dürfte Platzhirsch TUI Aufwind verleihen: Europas drittgrößter Reisekonzern FTI Touristik sei in die Pleite gerutscht. Die FTI Touristik GmbH, Obergesellschaft der FTI Group, habe am Vormittag beim Amtsgericht München einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Die TUI-Papiere würden ihre Kursgewinne daraufhin ausbauen.
Der Reisekonzern FTI melde Insolvenz an. Noch nicht begonnene Reisen würden voraussichtlich ab morgigen Dienstag (4. Juni) nicht mehr oder nur teilweise durchgeführt werden können. "Derzeit wird mit Hochdruck daran gearbeitet, dass die bereits angetretenen Reisen auch planmäßig beendet werden können", so FTI.
Vom Insolvenzantrag unmittelbar betroffen sei den Angaben zufolge zunächst nur die Veranstaltermarke FTI Touristik. In der Folge würden aber auch für weitere der rund 90 Konzerngesellschaften entsprechende Anträge gestellt.
Eigentlich schien die Zukunft des Unternehmens gesichert, das in der Corona-Krise insgesamt 595 Millionen Euro staatliche Hilfe aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) bekommen habe. Ein Konsortium unter Führung des US-Finanzinvestor Certares habe die FTI Group für einen Euro übernehmen und 125 Millionen Euro frisches Kapital in das Unternehmen stecken wollen. Die Wettbewerbshüter hätten dem Deal noch zustimmen müssen.
Auf Anfrage des "Aktionär" bei der TUI, wie sich die Buchungen zukünftig verändern würden, habe ein Unternehmenssprecher gesagt, dass es aus jetziger Sicht noch zu früh sei, das zu prognostizieren. "Da allerdings der Wunsch zu Reisen bei den Menschen sehr hoch ist, ist davon auszugehen, dass betroffenen Kunden einen neuen Urlaub buchen. Da ja der DRSF die (An-)Zahlungen der Kunden absichert, entsteht den Kunden ja kein direkter finanzieller Schaden. Sie können also schnellstmöglich einen neuen Urlaub zum Beispiel bei TUI buchen."
Den Angaben zufolge seien jedoch die Buchungszahlen zuletzt deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. "Hinzu kam, dass zahlreiche Lieferanten auf Vorkasse bestanden haben. In der Folge kam es zu einem erhöhten Liquiditätsbedarf, welcher bis zum Closing des Investorenprozesses nicht mehr überbrückt werden konnte", habe FTI mitgeteilt. Dem Handelsblatt zufolge solle sich bei FTI kurzfristig eine Deckungslücke in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrags aufgetan haben. Der Bund habe nach Verhandlungen am Wochenende weitere Hilfen für das Unternehmen abgelehnt.
Jetzt sei der 2021 gestartete Deutsche Reisesicherungsfonds (DRSF) am Zug - die Insolvenz sei die erste große Bewährungsprobe für den DRSF. Er sei nach der Pleite von Thomas Cook gegründet worden. Damals habe die Haftungsgrenze der Versicherer in Höhe von 110 Millionen Euro nicht ausgereicht. Viele Tausend Kunden seien auf ihren Forderungen sitzen geblieben, der Staat habe einspringen müssen. Mittlerweile würden die großen Reiseveranstalter ein Prozent des Reisepreises an den DRSF zahlen. Der übernehme dann nicht nur die Rückzahlungen, er organisiere auch mögliche Rückholaktionen und kümmere sich um die Reisenden.
Nach jüngsten Angaben verfüge der DSRF über mehr als 750 Millionen Euro plus Kreditlinien, wie das Handelsblatt weiter berichte. FTI selbst habe laut dem letzten publizierten Konzernabschluss bis Ende Oktober 2022 eine "umsatzabhängige Sicherheitsleistung" beim DRSF in Höhe von 161,3 Millionen Euro hinterlegt. Zu einem großen Teil sei das über ein Nachrangdarlehen des Wirtschaftsstabilisierungsfonds in Höhe von 118 Millionen Euro finanziert worden. Er solle sich im Falle einer Insolvenz des Münchener Unternehmens um die Erstattung der Vorauszahlungen der Kunden, gegebenenfalls den Rücktransport gestrandeter Urlauber sowie deren Unterbringung bis zum Rücktransport kümmern.
Hintergrund: Die FTI Group mit etwa 11.000 Beschäftigten sei in der Pandemie, die die Branche in eine schwere Krise gestürzt habe, in Bedrängnis geraten. Zuletzt habe sich der nach TUI und DER Touristik drittgrößte europäische Reisekonzern dank gestiegener Nachfrage wieder auf Kurs gesehen. Im vergangenen Geschäftsjahr 2022/2023 habe das Unternehmen ein Umsatzplus von 10 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro verzeichnet und einen Ertrag in zweistelliger Millionenhöhe erwirtschaftet. Nähere Details zum Ergebnis habe das Unternehmen nicht gemacht. Hauptgesellschafter sei zuletzt die ägyptische Investoren-Familie Sawiris gewesen.
Die Pleite eines großen Konkurrenten dürfte TUI in die Karten spielen und als Marktführer überproportional mit Blick auf zukünftige Marktanteilsgewinne profitieren - etwa durch mögliche (Zusatz-)Buchungen von zuvor an FTI interessierter Reisender. Zudem seien Buchungslage und Branchen-Aussichten top.
Die TUI-Aktie, die am heutigen Montag mit rund 5,0 Prozent im Plus notiert, ist zwar charttechnisch angeschlagen, bleibt aber fundamental aussichtsreich, so Carsten Kaletta von "Der Aktionär". (Analyse vom 03.06.2024)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link.
Börsenplätze TUI-Aktie:
Tradegate-Aktienkurs TUI-Aktie:
6,682 EUR +5,29% (03.06.2024, 15:55)
XETRA-Aktienkurs TUI-Aktie:
6,694 EUR +5,58% (03.06.2024, 15:42)
ISIN TUI-Aktie:
DE000TUAG505
WKN TUI-Aktie:
TUAG50
Ticker-Symbol TUI-Aktie:
TUI1
NASDAQ OTC-Symbol TUI-Aktie:
TUIFF
Kurzprofil TUI AG:
Die TUI Group (ISIN: DE000TUAG505, WKN: TUAG50, Ticker-Symbol: TUI1, NASDAQ OTC-Symbol: TUIFF) ist einer der führenden Touristikkonzerne der Welt. Sitz des Konzerns ist Deutschland. Der TUI Konzern bietet für seine 21 Millionen Kunden integrierte Services aus einer Hand.
Die gesamte touristische Wertschöpfungskette wird unter einem Dach abgebildet. Dazu gehören über 400 Hotels und Resorts mit Premium-Marken wie RIU, TUI Blue und Robinson und 16 eigene Kreuzfahrtschiffe, von der MS Europa und der MS Europa 2 in der Luxusklasse und Expeditionsschiffen bis zur Mein Schiff-Flotte der TUI Cruises und Kreuzfahrtschiffen bei Marella Cruises in Großbritannien. Zum Konzern zählen außerdem europaweit führende Veranstaltermarken und Online-Vermarktungsplattformen, fünf Fluggesellschaften mit mehr als 130 modernen Mittel- und Langstrecken-Flugzeugen und rund 1.200 Reisebüros. Neben dem Ausbau des Kerngeschäfts mit Hotels, Kreuzfahrten über erfolgreiche Joint Ventures und Aktivitäten in den Urlaubsdestinationen setzt die TUI verstärkt auf den Ausbau digitaler Plattformen. Der Konzern wandelt sich zu einem globalen touristischen Plattformunternehmen.
Die globale Verantwortung für nachhaltiges wirtschaftliches, ökologisches und soziales Handeln ist Kern der Unternehmenskultur. Die von TUI initiierte TUI Care Foundation setzt mit Projekten in 25 Ländern auf die positiven Effekte des Tourismus, auf Bildung und Ausbildung sowie die Stärkung von Umwelt- und Sozial-Standards. Sie unterstützt so Urlaubsdestinationen in ihrer Entwicklung. Die weltweit tätige TUI Care Foundation initiiert Projekte, die neue Chancen für die kommende Generation schaffen. (03.06.2024/ac/a/nw)
Archivbeitrag vom 03.06.2024. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.