Aktien des Tages

Sommerloch: Trotz Ruhe an den Märkten gilt es, Vorsicht walten zu lassen

Paris (www.aktiencheck.de) - Die Politik und ein Großteil des Profisports haben sich in die Sommerpause verabschiedet, so Florian M. Röbbeling in einer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly" der BNP Paribas.

Am Donnerstag habe sogar die EZB eine (Zinserhöhungs-)Pause gemacht, aber er glaube, das habe andere Gründe gehabt. Die Zentralbanker hätten schließlich keine "Sitzungspause". Doch der generelle Mangel an erwähnenswerten News aus Politik und Sport führe in den Medien zum sogenannten Sommerloch. Die KI meine sogar, die schreibende Zunft werde im Sommerloch die Zeilen mit ungewöhnlichen Randthemen und Tiergeschichten füllen. Aber keine Angst, Röbbeling schreibe jetzt hier nichts über Katzen oder so.

Stattdessen mal ein Blick auf das "Sommerloch" an der Börse. Ja, das gebe es auch, verhalte sich aber anders und beginne typischerweise erst Anfang August. Der Juli sei hingegen noch durch die laufende Berichtssaison geprägt, und viele Handelsteilnehmer seien noch am Markt, um auf die Quartals- beziehungsweise Halbjahreszahlen der Unternehmen zu reagieren. Historisch gesehen sei der Juli ein guter Monat, der die Börse in den meisten Fällen habe steigen lassen. Erst danach wende sich das Blatt merklich, und der August sowie die erste Septemberhälfte würden sich primär durch niedrigere Liquidität an den Börsen auszeichnen. Und das habe zwei wesentliche Folgen: Erstens würden Trends unterbrochen, zweitens steige die Volatilität (in Einzelwerten). Die Kombination dieser beiden Auswirkungen habe schon den einen oder anderen Trader in eine kostspielige Falle gelockt.

Historisch gesehen - gemessen an Indices - wirke die Sache einfach: Mitte/Ende Juli bis Mitte/Ende September gehe es an der Börse seitwärts oder moderat bergab. Das könne man als Trader aber durchaus nutzen, etwa mit konservativen Discount Call Optionsscheinen oder Inline-Optionsscheinen. Deutlich schwieriger werde es hingegen bei Einzelaktien. Bedingt durch die niedrigere Liquidität in den Märkten würden Einzeltitel deutlich schwankungsanfälliger. Hier würden ein paar Marktteilnehmer ausreichen, die auf eine Nachricht reagieren würden, und schon mache eine Aktie einen erheblichen Sprung. Die Indices würden dieses Phänomen kaschieren. Ein Blick auf die August-Performance des DAX seit dem Jahr 2000 offenbare im Schnitt ein moderates Minus von 1,7 Prozent. Und genau dieses moderate Minus zeige eben nicht, dass die dem Index zugrunde liegenden Aktien zum Teil massive Kursprünge hingelegt hätten - einige nach oben, manche nach unten. Entsprechend gelte: Besonders im August sollte man bei Einzeltiteln besondere Vorsicht walten lassen. In der Praxis heiße das: entweder Investmentprodukte, bei denen die Barrieren schön weit weg seien, oder gleich welche, die keine Barrieren hätten. (Ausgabe von 24.07.2026) (24.07.2026/ac/a/m)

Archivbeitrag vom 24.07.2026. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

Märkte im Blick
Weiterlesen
Börsenradar